"Dann wird es schwer, Werders Abwehr zu knacken"

Gefragter Interview-Partner: Mario Gomez stand vor dem Nord-Süd-Duell zwischen den Bremern und seinem FCB Rede und Antwort.
Profis
Freitag, 28.01.2011 // 13:40 Uhr

Mario Gomez hat einen Lauf. Der Angreifer des FC Bayern traf in den letzten 26 Pflichtspielen 23 Mal. Eine stolze Torquote, die der einst bei den Münchenern schon in Ungnade gefallene Stürmer da vorzuweisen hat. Am Samstag, 29.01.2011 ...

Mario Gomez hat einen Lauf. Der Angreifer des FC Bayern traf in den letzten 26 Pflichtspielen 23 Mal. Eine stolze Torquote, die der einst bei den Münchenern schon in Ungnade gefallene Stürmer da vorzuweisen hat. Am Samstag, 29.01.2011, um 15.30 Uhr gastiert der 25-Jährige mit seinen Bayern nun im Weser-Stadion. „Ich will auch hier mein Bestes geben", sagt Gomez, der jedoch den Erfolg der gesamten Mannschaft im Vordergrund sieht. „Wir wollen drei Punkte aus Bremen mitnehmen. Wenn ich dabei dann noch ein, zwei Tore mache, freue ich mich natürlich." Beim Telefoninterview am Freitagmittag mit den Bremer Medien, spricht Gomez über die derzeitige Situation beider Teams, die unterschiedlichen Voraussetzungen und seine Erwartungen vor dem Duell. WERDER.DE war dabei und hat die wichtigsten Aussagen notiert.

Mario, du hast bisher in deiner Karriere zwei Dreierpacks in Spielen gegen Werder Bremen geschnürt. Sieben Mal hast du insgesamt gegen die Grün-Weißen getroffen, so oft wie gegen kein anderes Team in der Liga. Ist das Zufall oder liegt dir Werder als Gegner besonders?
Meine Devise ist es eigentlich nicht, zu überlegen, was einmal war. Wir wollen am Samstag drei Punkte aus Bremen mitnehmen. Das ist das Wichtigste. Und wenn ich dabei noch ein, zwei Tore mache, freue ich mich natürlich.

In den letzten Jahren war die Partie Werder gegen Bayern fast immer ein Spitzenspiel. Dieses Mal stehen die Bremer im unteren Teil der Tabelle. Wird man dadurch in der Vorbereitung beeinflusst?
Nein, es geht immer um drei Punkte, das ist in jedem Spiel das Gleiche. Auswärts haben wir in dieser Saison aber schon viel liegen gelassen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen werden, wenn wir unsere Leistung abrufen.

Bist du von der derzeitigen Tabellensituation der Grün-Weißen überrascht?
Es läuft sicherlich in Bremen derzeit nicht so, wie sich die Leute im Verein das vorstellen. Aber so ist das nun mal im Fußball. Da treffen die Sachen oft nicht so ein, wie man es erwartet. Aber das ist ja nicht nur bei Werder der Fall. Es gibt derzeit auch andere Vereine, die solche Probleme haben.

"Werder immer eine sympathische Mannschaft"

Gibt es da zurzeit auch so ein Gefühl, dass sagt: Es ist auch mal ganz gut, dass Werder nicht im Kampf um die vorderen Plätze mit dabei ist?
Nein, überhaupt nicht. Ich fand, dass Bremen immer eine sehr sympathische Mannschaft hatte, die auch sehr schönen Fußball gespielt hat. Ich empfinde eigentlich gegenüber keiner Mannschaft in der Bundesliga irgendeine Schadenfreude.

Vor einem Jahr lief es für dich persönlich gar nicht gut. Du hattest keinen Stammplatz und du musstest viel Kritik einstecken. Nun bist du mit 15 Treffern der Toptorschütze der Liga und es hagelt wieder Lobeshymnen. Wie geht man als Spieler mit diesen beiden Extremen innerhalb so kurzer Zeit um?
Mittlerweile sehr gelassen. Ich habe beide Situationen schon oft erlebt in meiner Karriere. Aber ich weiß was ich kann. Und ich denke viele andere wissen das auch. Ich muss also niemandem mehr etwas beweisen. Es ist im Moment ein schönes Gefühl und ich werde alles dafür tun, dass diese Serie weiter anhält.

Auch Thomas Schaaf hat dir einen "schönen Lauf" attestiert. Wie beurteilst du das selbst?
Ehrlich gesagt, ist es nicht wichtig, wer die Tore schießt. Es müssen ja nicht viele Tore sein, solange sie was nützen. Es bringt ja auch nichts, wenn ich treffe und wir nicht gewinnen. Aber im Moment bin ich gut drauf, genauso wie die Mannschaft. Dennoch haben wir noch viel Potential nach oben.

Ist dein Lauf das, was man gerne als Topform beschreibt?
Wenn man jede Phase nehmen würde, in der es bei mir lief, dann hätte ich in meiner Karriere wohl schon 25 Topformen gehabt. Ich bin im Moment gut drauf. Wir spielen guten Fußball und ich kriege im Spiel sehr viele gute Bälle, wovon ich als Stürmer profitieren kann.

Thomas Schaaf sagte auf der Pressekonferenz: "Wir werden ein Gegner sein." Was für einen "Gegner" erwartest du am Samstag?
Wie für jedes andere Team in der Liga auch, ist das Spiel gegen Bayern München immer ein Highlight. Die Teams sind extra motiviert und geben immer 110 oder 120 Prozent. Das erwarte ich auch von Bremen. Sie haben gerade keine gute Zeit und brauchen jeden Punkt. Deswegen werden sie von der ersten bis zur letzte Minute alles geben. Teams, die gegen uns spielen, wählen meist eine etwas andere Taktik und stehen weitaus defensiver als sonst. Ich glaube auch, dass die Bremer dies versuchen werden. Sie werden sehr kompakt stehen und gut gegen den Ball arbeiten. Und dann bin ich mir sicher, dass es so schwer wird wie immer, die Abwehr zu knacken.