"Eines Tages einmal die Schale in die Höhe halten"

Werders Nachwuchsfußballer besichtigten die Silbermanufaktur Koch & Bergfeld Corpus (Foto: WERDER.DE).
Junioren
Mittwoch, 23.09.2015 // 17:23 Uhr

Einen Ausflug der besonderen Art erlebten am Dienstag, 22.09.2015 zwölf Nachwuchskicker des SV Werder Bremen. Die Spieler aus dem Internat und dem Apartment Haus Hastedt besuchten die Koch & Bergfeld Corpus Silbermanufaktur in der Bremer Überseestadt. Das Unternehmen stellt nicht nur Vasen und Bestecke her, sondern fertigte 1967 auch den originalen Champions League Pokal. Die größte Trophäe des europäischen Vereinsfußballs war zwar nicht anwesend, dafür konnten zwei andere Pokale besichtigt werden. 

„Ziel des Besuchs war es, die Jungs zu motivieren, weiterhin Gas zu geben. Wir wollten den Spielern, die mit dem Einzug ins Internat schon viel für den Fußball auf sich genommen haben, zeigen, was die höchstmögliche Form der Belohnung sein kann. Und das sind Titel", erklärt Björn Schierenbeck, Direktor des Leistungszentrums.

"Man weiß, wofür man das alles auf sich nimmt"

Die Rede ist von der Meisterschale. Die etwa elf Kilogramm schwere und im Durchmesser 53 Zentimeter große Trophäe stammt zwar nicht aus dem Hause Koch & Bergfeld Corpus, gastiert zur Zeit aber in der Hansestadt. Kleinere Reparaturen an der Schale machten eine Rückkehr aus München notwendig. „Wir haben die Meisterschale von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bekommen, um kleine Macken auszubessern. Manchmal müssen ein paar Schrauben nachgezogen und Kratzer wegpoliert werden. So richtig neu wird die Meisterschale aber wohl nicht mehr", erklärt Alfred Kromp von Koch & Bergfeld Corpus.

Doch nicht nur die Meisterschale gab es zu sehen. Auch eine Nachbildung des DFB-Pokals gab es zu bestaunen. Grund genug für Werdes Talente sich die Objekte der Begierde einmal genauer anzuschauen. „Der Besuch war eine interessante Erfahrung für uns. Ich wusste gar nicht, dass diese Pokale hier in Bremen gefertigt und repariert werden und dachte, dass die Pokale maschinell hergestellt werden. Dass das alles Handarbeit ist, ist sehr beeindruckend und zeigt, wie viel Wert das alles hat", erzählt Mattis Daube, U19-Spieler bei Werder und ergänzt: „Es ist das Ziel von jedem von uns einmal so einen Titel zu gewinnen, aber wenn man die originale Schale direkt vor einem sieht, dann spornt einen das schon noch ein bisschen mehr an. Dann weiß man, warum man hier ist und das alles auf sich nimmt."

Zusammenführung unterschiedlicher Generationen

Mit dabei waren auch die ehemaligen Werder-Profis Max Lorenz und Hans Schulz. Beide gewannen 1965 die Deutsche Meisterschaft mit den Grün-Weißen und konnten somit schon einmal die Schale in den Händen halten. „Das war schon eine Zusammenführung unterschiedlicher Generationen", so Schierenbeck schmunzelnd. Altmeister Lorenz ist voll des Lobes über Werders Nachwuchshoffnungen: „Ich merke, dass die jungen Spieler sehr aufmerksam bei der Sache sind, das finde ich großartig. Das ist Abwechslung, ganz anders als Training. Wenn ich in die Augen dieser jungen Menschen schaue, ist das wunderbar".

Der ehemalige Mittelfeldspieler Lorenz erinnert sich noch heute gerne an die Meisterschaft mit Werder: „Das wir 1965 die Schale geholt haben, war etwas ganz besonderes. Wenn ich daran zurückdenke, stellen sich bei mir noch immer die Härchen am Arm hoch". Ein Gefühl, welches in Zukunft auch die Kicker des Leistungszentrums spüren wollen. Deshalb ist für U19-Spieler Daube klar: „Jetzt hat man davor gestanden, bald möchte man sie auch einmal in die Höhe halten".

Von Steffen Wunderlich