2:2 beim Meister: Toller Saisonabschluss für Werder-Frauen

Lea Notthoff und ihre Teamkolleginnen setzten sich gegen die spielstarken Gastgeberinnen erfolgreich zur Wehr und machten aus einem 0:2 noch ein 2:2.
Frauen
Sonntag, 09.05.2010 // 18:46 Uhr

Die Fußballerinnen von Werder Bremen haben ihre Premierensaison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse mit einem 2:2 (0:2) beim Meister und Bundesliga-Aufsteiger Herforder SV gekrönt. Damit belegen die Grün-Weißen in der Abschlusstabelle aller Voraussicht nach Rang sieben während die Herforderinnen die Saison mit 58 Punkten aus 22 Spielen ungeschlagen beendeten.

 

Wer gedacht hatte, dass die Werderanerinnen ein wenig aus dem Rhythmus geraten, nachdem ihre Gegnerinnen am letzten Wochenende einfach nicht angetreten waren (über den Fall und die Punktevergabe wird noch vom DFB-Sportgericht entschieden), sah sich getäuscht. Im letzten Saisonspiel legten die hochmotivierten Werder-Frauen los wie die Feuerwehr und erarbeiteten sich in den ersten zehn Minuten gleich drei gute Torgelegenheiten. Zunächst verfehlte ein Distanzschuss von Laura Kersting nur knapp das Tor (3.), bevor Doreen Nabwire Omondi ebenso knapp an einem Querpass von Maren Wallenhorst im Sechzehner vorbeirutschte (6.). Nur zwei Minuten später konnte Gäste-Keeperin Sonja Speckmann in letzter Sekunde vor Nahrin Uyar klären, die die Verwirrung in der gegnerischen Defensive nach einem langen Ball von Werder-Torfrau Jennifer Martens genutzt hatte und allein auf den Kasten zugelaufen war.

 

Nach der turbulenten Anfangsphase fing sich der Tabellenführer aber und gewann zunehmend an Sicherheit. Der Führungstreffer fiel jedoch als direkte Folge einer fraglichen Entscheidung der ansonsten souveränen Schiedsrichterin. Werder-Außenverteidigerin Mira William soll ihre Gegenspielerin bei einer Abwehraktion an der Strafraumgrenze gefoult haben. Beim daraus resultierenden Freistoß aus 17 Metern ließ Jennifer Ninaus der Bremer Torhüterin keine Abwehrchance (15.). Nur wenige Minuten später verpasste es die Werder-Abwehr, den Ball in einer unübersichtlichen Situation nah vor dem eigenen Strafraum zu klären, als sich wiederum Ninaus das Leder schnappte, in den Sechzehner dribbelte und die Kugel aus 15 Metern ein weiteres Mal unhaltbar ins Netz bugsierte (20.).

 

Die nach dem Doppelschlag zunehmend sicher agierenden Herforderinnen ließen in der ersten Halbzeit keine Chancen mehr zu und verpassten gegen nun zweikampfschwächere Bremerinnen fünf Minuten vor der Pause nach einer flachen (40.) und einer hohen Hereingabe (41.) zweimal die Gelegenheit aufs 0:3.

 

In der Halbzeitpause stellte Birte Brüggemann in ihrem letzten Spiel als Trainerin des 1. Frauen-Teams um und ließ Wallenhorst und Nabwire Omondi, die vor der Rückkehr in ihre kenianische Heimat ihr letztes Pflichtspiel im Werder-Dress machte, die Positionen tauschen. Eine Maßnahme, die sich schnell und gleich doppelt auszahlen sollte: Den 1:2-Anschlusstreffer erzielte Wallenhorst kurz nach der Pause nach einem sehenswerten Zuspiel von Jessica Golebiewski (52.). Auch wenn sich das Tor nicht gerade angedeutet hatte, fiel es zum richtigen Zeitpunkt und setzte neue Motivation und Kraft bei den Grün-Weißen frei. Nur fünf Minuten später gelang Nabwire Omondi ihr umjubelter Treffer in ihrem Abschiedsspiel, nachdem sie sich auf ihrer linken Seite energisch durchsetzte, ins Zentrum dribbelte und den Ball aus 16 Metern in die lange Ecke schlenzte (57.).

 

Quasi im direkten Gegenzug verpasste Ninaus freistehend aus acht Metern um ein Haar die erneute Führung für die Gastgeberinnen. Einem Abseitstor von Herfords Top-Torjägerin Marie Pollmann folgte dann eine beispielhafte Situation, in der Martens und ihre grün-weißen Vorderleute sich in eine regelrechte Salve von Torschüssen des Meisters warfen und somit den erneuten Rückstand verhinderten. Der Druck der Herforderinnen ließ in der Schlussphase zwar nicht nach, doch ergaben sich auf beiden Seiten keine zwingenden Torchancen mehr.

 

„Wir haben uns diesen Punkt erarbeitet und verdient, auch wenn er für uns etwas glücklicher ist als für die Herforderinnen, die uns heute nichts geschenkt haben. Wir haben unsere Chancen eiskalt genutzt“, so Trainerin Birte Brüggemann zum letzten Saisonspiel ihrer Werder-Frauen. „Dass wir das Abenteuer Zweite Liga dieses Jahr auf Platz sieben beenden und als Aufsteiger mit vielen Spielerinnen aus der Gründungszeit gleich fünf Teams hinter uns lassen, macht uns einfach nur stolz. Hätte mir das einer vor drei Jahren gesagt, hätte ich nur müde gelächelt“, blickt Brüggemann auf die Gründung der Frauenfußballsparte bei Werder Bremen im Jahr 2007 zurück. Ab der neuen Saison widmet sich die Erfolgstrainerin verstärkt der sportlichen Leitung sowie dem Management und übernimmt das Traineramt der U 17-Juniorinnen.

 

Christoph Muxfeldt

 

 

Herforder SV: Speckmann – Hansmeier (60. Rolfs), Sauer (60. Deilmann), Schlottmann, Mittendorf – Schulte, Nolte, Laue, Lenz – Pollmann, Ninaus

 

Werder Bremen: Martens – Votava, Holsten, Scholz, William – Notthoff, Kersting – Wallenhorst (62. König), Uyar, Golebiewski (82. Haar) – Nabwire Omondi

 

Tore: 1:0 Ninaus (15.), 2:0 Ninaus (20.), 2:1 Wallenhorst (52.), 2:2 Nabwire Omondi (57.)

 

Schiedsrichterin: Sandra Blumenthal (Pritzwalk)

 

Ludwig-Jahn-Stadion: 678 Zuschauer