Werder-Frauen erkämpfen sich in Unterzahl einen 2:1-Erfolg

Lisa Scholz und Nahrin Uyar trafen für Werder beim 2:1-Erfolg gegen Gersten.
Frauen
Montag, 05.04.2010 // 17:52 Uhr

Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen in Folge haben Werders Frauen beim 2:1-Heimerfolg gegen den Tabellen-Dritten SV Victoria Gersten drei weitere wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt errungen.

Die Partie im Stadion „Platz 12“ begann, wie es der durch diverse Nachholspiele zerpflückte Spielplan der 2. Bundesliga Nord erwarten ließ: Die Werder-Frauen, die nach einem spielfreien Wochenende ausgeruht ins Spiel gehen konnten, begannen druckvoller als die Gäste, die genau 48 Stunden nach ihrem letzten Ligaspiel gegen den Herforder SV schon wieder auf dem Platz standen. So gingen die Grün-Weißen bereits nach drei Minuten in Führung, nachdem sich Ann-Christin Bopp zunächst einen langen Ball auf der rechten Außenbahn erlaufen hatte. Die 17-Jährige setzte sich mutig durch und schlug eine Flanke punktgenau auf die Stirn von Angreiferin Nahrin Uyar, die sich im Luftduell behauptete und das Leder per Kopfball-Bogenlampe unhaltbar ins lange Eck bugsierte.

Nach dem frühen Rückstand wachten die Spielerinnen von Victoria Gersten jedoch auf, wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und erarbeiteten sich ein spielerisches Übergewicht sowie einige Torgelegenheiten. Nachdem die Gäste aus fünf Ecken in Folge kein Kapital schlagen konnten, setzte Gerstens Top-Torjägerin Martina Fennen einen Schuss aus mittlerer Distanz an die Latte (7.). Kurz darauf schlug der Versuch der Bremer Abwehrreihe auf Abseits zu spielen fehl, und Vanessa Rohling, die plötzlich alleine aufs Tor von Jennifer Martens zulaufen konnte, vergab die Riesenchance, als sie den Ball links am Kasten vorbei schob (19.).

Obwohl Gersten den Druck aufrecht hielt und kurz darauf die dritte Tormöglichkeit vergab (24. Kieras), entschied sich Gäste-Trainerin Maria Reisinger für einen frühen Wechsel und brachte mit Inga Kappel für Anna Klumpe eine zusätzliche Offensivspielerin (27.). Doch trotz der klaren Gerstener Feldvorteile stand das Team von Trainerin Birte Brüggemann in der Folge defensiv meist sicher, konnte die vorgegebene taktische Marschroute erfolgreich umsetzen und lauerte auf Konter, die häufig stark ausgespielt wurden. Das 2:0 für Werder resultierte dann aus einer Spielsituation, in der fast das ganze Team mutig aufgerückt war. Lisa Scholz verwandelte eine Flanke, die Laura Kersting von links in den Sechzehner geschlagen hatte, per Kopfballaufsetzer aus fünf Metern (37.).

Auch nach der 2:0-Führung für Werder machten die Gäste weiter Dampf und profitierten kurz vor der Pause von einer Roten Karte für die Bremer Torfrau Martens. Die 19-Jährige war aus ihrem Strafraum geeilt, um einen langen Pass per Kopf vor einer Gegenspielerin zu klären, doch sprang ihr der Ball vom Kopf an die Hand, woraufhin Schiedsrichterin Kuchmann-Nowak die Keeperin nach Rücksprache mit ihrer Assistentin des Feldes verwies (43.). Der anschließende Freistoß von der Strafraumgrenze brachte nichts ein.

Nach der Halbzeitpause war den Werderanerinnen klar, dass gegen die spielstarken Gäste eine harte Abwehschlacht auf sie wartete. Die Grün-Weißen zeigten Moral und versuchten weiterhin nach vorne zu spielen, so oft und gut es in Unterzahl möglich war. Bereits nach 46 Minuten hätte Jessica Golebiewski dann beinahe den Sack zu gemacht, scheiterte aber mit einem 20-Meter-Schuss ganz knapp an der gegnerischen Torfrau. Nur vier Minuten später vergab Scholz eine ähnlich gute Gelegenheit, als sie an der Strafraumkante nach tollem Uyar-Zuspiel völlig freistand und den Ball etwas überhastet über das Tor schoss.

In der 53. Minute gelang Gersten in Person von Tanja Baumann schließlich der 2:1-Anschlusstreffer. Die eingewechselte Ersatz-Torfrau Maria Doll konnte zunächst zwei Großchancen in Folge abwehren, war beim dritten Anlauf aus vier Metern Entfernung aber machtlos gegen die Offensivspielerin. In der Folge konnte sich Gersten trotz Dauerdrucks kaum noch große Torchancen erspielen und scheiterte, wenn die Gäste doch einmal einen Weg durch den Bremer Abwehrverbund fanden, an der bärenstarken Keeperin Doll.

Werder belegt mit nun 22 Punkten weiterhin Platz sechs der Tabelle und hat sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz zehn. „Wir sind natürlich glücklich heute. Gerade wenn man die guten Ergebnisse der Konkurrenten aus Oldesloe und Kiel betrachtet, sind die drei Zähler Gold wert. Aufgrund der großen Leidenschaft und der mannschaftlichen Geschlossenheit, die wir heute auch in Unterzahl demonstriert haben, haben wir uns diesen Erfolg verdient“, so Werder-Coach Birte Brüggemann nach dem Abpfiff.

Christoph Muxfeldt

Werder Bremen: Martens – Votava (85. Hamann), Holsten, Scholz, Kersting, Notthoff, Golebiewski, Mauckisch (73. William), Bopp (45. Doll), Uyar, Schröder

SV Victoria Gersten: Oude-Wesselink – Schneider, Roters, Heitmann (62. Tepe), B. Kappel, Kieras, Klumpe (27. I. Kappel), Sieksmeyer, Baumann, Rohling, Fennen (54. Reisinger)

Tore: 1:0 Uyar (3.), 2:0 Scholz (37.), 2:1 Baumann (53.)

Gelbe Karte: Baumann (Gersten)

Rote Karte: Martens (43. Handspiel außerhalb des Strafraums)

Schiedsrichterin: Sandy Kuchmann-Nowak (Hachelbich)

Stadion "Platz 12": 200 Zuschauer