Souverän: 1. Frauen gewinnen in Gretesch 3:0

Nahrin Uyar bleibt eine der Erfolgsgaranten im Werder-Team, traf doppelt, musste aber auch einiges einstecken.
Frauen
Sonntag, 28.09.2008 // 19:53 Uhr

Die Werder-Frauen sind endgültig in der Regionalliga Nord angekommen. Die Aufsteigerinnen gewannen am Sonntagnachmittag mit 3:0 (1:0) bei der TSG Burg Gretesch und rückten in der Tabelle auf Rang 2 vor. Die Tore für die Grün-Weißen erzielten Nahrin Uyar (2) und Katharina Hamann.

 

Im Vergleich zum 7:2 gegen Jesteburg/Bendestorf vor einer Woche nahm Trainerin Birte Brüggemann an der Anfangself deutliche Änderungen vor und brachte gleich sechs neue Spielerinnen. Unter anderem wurde die Vierer-Abwehrkette zu drei Vierteln neu besetzt. Die Prüfungen, die das Spiel beim bisherigen Tabellenvierten an Werders Defensive stellte, wurden in dieser Besetzung allesamt bestanden.

 

Schon mit der ersten heiklen Szene war das Schlimmste überstanden, nachdem Friederike Chudauske in der 8. Minute in einer 1:1-Situation an Jennifer Martens im Bremer Tor gescheitert war. Sollte dies doch bis zum Ende die beste Chance der Gastgeberinnen bleiben. "Wir haben sehr druckvoll begonnen, aber leider das 1:0 nicht gemacht", bedauerte Burg Greteschs Trainer Bernhard Lampe in seinem Resümee diese Situation. "Damit haben wir es verpasst, uns besser ins Spiel zu bringen."

 

Dank Systemumstellung auf dem richtigen Weg

 

Tatsächlich hatte Werder in der ersten Viertelstunde einige Mühe mit der kompakten Defensive der TSG. Vor allem Nahrin Uyar, die auf der 10er-Position begonnen hatte, wurde hart und eng bedrängt. Deshalb stellte Birte Brüggemann nach besagten 15 Minuten um, Uyar rückte in den Angriff, Chadia Freyhat hinter die Spitzen. Mit zwei Stürmerinnen ließ sich besser Gas geben – Werder übernahm das Kommando.

 

Bis zur ersten grün-weißen Chance dauerte es jedoch noch etwas: Erst in

Minute 31 hatte Katharina Haar die große Gelegenheit zur Führung, Jessica Janssen parierte jedoch ihren guten Versuch. Sei's drum, zwei Minuten später klingelte es dann doch: Uyar war von der linken Seite unwiderstehlich nach innen gezogen und hatte aus 18 Metern unhaltbar genetzt (33.). "Ein bisschen wie Aaron Hunt" lachte Trainerin Brüggemann und dachte an das 4:1 des Werder-Profis gegen Hoffenheim.

 

Unmittelbar nach dem Anstoß der Gastgeberinnen hatte Haar auf Pass von Uyar gar die Möglichkeit zur schnellen Vorentscheidung, schloss aber zu unplatziert ab. Die gut aufgelegte Angreiferin verpasste es so, sich für ihre Leistung zu belohnen.

 

Souveräne Werder-Vorstellung in Hälfte 2

 

Nach der Pause ersetzte Katharina Hamann die angeschlagene Stephanie Schröder – ein Wechsel, der sich nach nur zehn Minuten auch im Ergebnis niederschlug. Denn Hamann setzte an der rechten Eckfahne einem Ball geistesgegenwärtig nach, überrumpelte damit die schläfrige Abwehr und fand mit einer abgerutschten Flanke den Weg ins Tor – ein kurioser Treffer (57.) zum 0:2!

 

Die endgültige Entscheidung besorgte dann wieder Knipserin Uyar, die diesmal von der rechten Seite nach innen zog, sich die Ecke ausguckte und den Ball herrlich mit links ins Netz schlenzte (75.). "Noch schöner als das erste Tor!", war Birte Brüggemann beeindruckt. Zwischenzeitlich hatte Werder allerdings Glück gehabt, als Burg Greteschs Nina Heuer

eine gute Kombination und Bremer Abstimmungsfehler nicht nutzen konnte, weil sie aus fünf Metern das Tor nicht traf (69.).

 

Viel mehr passierte in den zweiten 45 Minuten nicht. Werder war ständig Herr der Lage, allerdings nur bei den Toren zwingend. Zugute kamen den Gästen dabei auch "brutale Abwehrfehler" der TSG, wie Trainer Lampe hinterher bemängelte. Aber auch er hatte einen "absolut verdienten Sieg" gesehen.

 

Birte Brüggemann freute sich vor allem über das Zu-Null, das erste in dieser Saison. "Im Zusammenspiel fehlt es noch ein bisschen, unsere Tore sind aus individuellen Aktionen entstanden", merkte sie an, ohne sich mehr als nötig daran zu stören.

 

Am Mittwoch, 01.10.2008, wartet gegen ATS Buntentor II in der 2. Landespokal-Runde schon die nächste Aufgabe auf die Werderanerinnen. Am Freitag hat die Trainerin dann nach dem schon jetzt sehr erfolgreichen Saisonstart das Training gestrichen.

 

von Enrico Bach

 

 

 

TSG Burg Gretesch

Janssen – Kritsinioti (61. Kampe), Beermann, Pieper, Eversmeyer (61. Neumann) – Rieger, Hengstmann, Chudaske, Heuer – Wagner, Biedermann

 

Werder Bremen:

Martens – Päs, Holsten, L. Möhlmann, Votava – Freyhat, Kersting (75. Krämer) – Schröder (45. Hamann), Uyar, Aulich (58. König) – Haar

 

Tore: 0:1 Uyar (33.), 0:2 Hamann (57.), 0:3 Uyar (75.)

 

Schiedsrichterin: Imke Somberg (Bad Bentheim)

 

Zuschauer: 100 in Osnabrück