Hamann: "Jena weiß, dass wir ihnen wehtun können!"

Katharina Hamann blickt gespannt auf den Pokal-Hit gegen Jena.
Frauen
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am vergangenen Wochenende musstet ihr euch der Zweiten des FF USV Jena mit 1:4 geschlagen geben, jetzt geht es gegen das Bundesliga-Team. Wie blickst du der Pokalpartie entgegen?
Die Erste hauen wir jetzt weg (lacht). Nein, so einfach wird es natürlich nicht. Die Niederlage in Jena war ärgerlich und unnötig. Das Spiel hätten wir nicht verlieren müssen, schon gar nicht in dieser Höhe. Vor unserem Spiel gegen die Zweite haben wir die Erste von Jena noch gegen Sindelfingen beobachtet. Es wird eine schwere Aufgabe für uns, aber wenn jede Spielerin ihr Potenzial abruft, können wir es Jena sehr schwer machen.

Am Sonntag wartet ein Saisonhighlight auf Werders Fußballerinnen. Die Grün-Weißen treten im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Erstligisten FF USV Jena an (11 Uhr, „Platz 12"). WERDER.DE sprach vor dem Pokal-Hit mit Werders Vize-Kapitänin Katharina Hamann.

Siehst du Werder als krassen Außenseiter in dieser Begegnung?
Als krassen Außenseiter vielleicht nicht. Auch wenn wir gegen die Zweite verloren haben, weiß Jena, dass wir nicht ganz ungefährlich sind und wir ihnen wehtun können, wenn wir das abrufen, was wir können. Sicherlich haben sie aber auch gesehen, wie man uns knacken kann.

Welchen Stellenwert hat diese Partie für dich?
Wir sind noch nie in das Viertelfinale eingezogen, spielen gegen einen Gegner, der nicht unbesiegbar erscheint und wollen somit unsere Chance nutzen, einen Erstligisten zu ärgern. Das ist für uns alle Motivation genug, daher ist die Partie für uns natürlich auch wichtig.

Ihr habt im Jahr 2008 schon einmal gegen einen Erstligisten gespielt und gegen den FCR 2001 Duisburg damals klar mit 1:10 verloren. Was macht dich so zuversichtlich, dass es dieses Mal nicht so enden wird?
Zum einen war Duisburg damals die Top-Mannschaft in Deutschland schlechthin und zum anderen sind die Voraussetzungen vor der Partie am Sonntag ganz andere. Im Vergleich vor vier Jahren sind wir als Mannschaft deutlich gereift, sind spielerisch, technisch und körperlich in einer ganz anderen Verfassung. Auch wir haben uns mittlerweile als Werder Bremen einen Namen im Frauenfußball gemacht. Daher denke ich auch nicht, dass wieder mit so einem deutlichen Ergebnis gerechnet werden muss.

Gegen Duisburg habt ihr damals vor der Rekordkulisse von 800 Zuschauern gespielt. Warum sollten auch dieses Mal wieder möglichst viele Fans den Weg in das Stadion „Platz 12" finden?
Alle, die damals gegen Duisburg gekommen sind, sollten jetzt erst recht dabei sein, damit sie sehen können, wie wir uns weiterentwickelt haben. Dieses Mal haben wir eine viel größere Chance, in die nächste Runde einzuziehen. Solche Spiele wie gegen Duisburg sind für uns auch enorm wichtig. Das ist schon geil, wenn man bei guten Szenen Applaus von den Rängen bekommt oder es laut wird, wenn man sich dem Tor nähert. Außerdem können wir diese Anerkennung einfach mal gebrauchen. Wir haben in den letzten Jahren viel für Werder geleistet und wir würden es uns wünschen, wenn das auch von den Fans mal so gesehen wird. Also kommt vorbei, schaut euch unser Spiel an und feuert uns an, damit wir es Jena so schwer wie möglich machen können!

Interview: Norman Ibenthal