Brüggemann: "So ein Spiel habe ich noch nie erlebt!"

Anna Mirbach begann heute in der Sturmspitze und traf zum zwischenzeitlichen 1:1.
Frauen
Sonntag, 28.10.2012 // 17:46 Uhr

Werder erkämpfte sich am 8. Spieltag der 2. Bundesliga Nord gegen die Zweite von Turbine ein Unentschieden. 4:4 endete die packende Partie auf „Platz 12" am Ende...

Werder erkämpfte sich am 7. Spieltag der 2. Bundesliga Nord gegen die Zweite von Turbine Potsdam ein Unentschieden. 4:4 endete die packende Partie im Stadion „Platz 12", die beide Parteien durchaus für sich hätten entscheiden können.

Das Spiel war geprägt von vielen individuellen Fehlern, die beide Mannschaften zu nutzen wussten. Gleich in der 3. Minute spielte die Bremer Hintermannschaft einen katastrophalen Fehlpass in den Lauf von Sandra Starke, die Torfrau Jennifer Martens keine Chance im eins gegen eins ließ und zum 1:0 traf. Werder war vom frühen Gegentreffer geschockt und brauchte etwas Zeit, um in das Spiel zu finden. Nach einer knappen Viertelstunde strahlten dann auch die Spielerinnen von Trainerin Birte Brüggemann das erste Mal Torgefahr aus. Anna Mirbach, die heute von Beginn an für Maike Timmermann spielte, schickte Meggie Schröder rechts die Linie entlang, die zurück auf Cindy König legte - aber der Schuss von Werders Nummer 18 war zu ungenau und verfehlte das Tor (14.). Kurz darauf dann der 1:1-Ausgleichstreffer: Nach einem Freistoß von Mayline Danner grätschte Anna Mirbach in den Ball und beförderte die Kugel in die Maschen von der herauslaufenden Turbine-Keeperin Friederike Mehring (17.). Die Antwort der Potsdamerinnen ließ nicht lange auf sich warten: Wieder profitierten die Roten von einem individuellen Fehler der Bremer Hintermannschaft, spielten dies gut aus und erneut war es Sandra Starke, die vollendete (25.). Außer einer Kopfballchance von Lisa-Marie Scholz nach einem Freistoß (35.), passierte nicht mehr viel in der ersten Hälfte, so dass es mit einem 1:2-Rückstand für die Hanseatinnen in die Kabine ging.

Den besseren Start in der zweiten Halbzeit erwischte wieder Potsdam. Nach einer Ecke verwandelte Josephine Schlanke den Ball im Tor der Bremerinnen und baute die Führung auf 3:1 aus (49.). Die Grün-Weißen steckten jedoch nicht auf und hatten Pech, dass Cindy König den Ball nach einer Mirbach-Hereingabe nicht im Tor der Potsdamerinnen unterbringen konnte und Daniel Schacher nach einer verunglückten Flanke nur die Latte traf (55./56.). Doch für ihr Engagement wurden die Bremerinnen dafür durch ein kurioses Tor belohnt: Nach einem abgeblockten Klärungsversuch kam der Ball zu Torhüterin Friederike Mehring, die an der Kante des Sechzehner wartete, um den Ball aufzunehmen. Durch den Rückwärtsdrall verspekulierte sich die FFC-Keeperin so sehr, dass Cindy König heranrauschte und das Leder an Potsdams Torfrau vorbeispitzelte und die Kugel ins leere Tor schob (62.). Nur eine Minute später ließ dann die Torschützin des Bremer Anschlusstreffers einen Kracher aus gut 25 Metern los. Der Ball senkte sich genau hinter Turbines Nummer 22 zum 3:3-Ausgleich ins Tor (63.). Das Spiel war wieder offen - doch dann der grün-weiße Schock: Nach einem unglücklichen Zusammenprall musste Lisa-Marie Scholz mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz getragen und in das Krankenhaus gebracht werden. Glück im Unglück: Wie die medizinische Abteilung von Werder bekannt gab, handelt es sich um keine schwerwiegende Verletzung (65.).

Kurz darauf dann ein weiterer Rückschlag: Dieses Mal aus sportlicher Sicht. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Laura Lindner nutzte Liesa Seifert die Passivität der Bremerinnen aus und köpfte zur 4:3 Führung aus Potsdamer Sicht (69.) Ein. Der Gegentreffer schien die Mannschaft von Birte Brüggemann wieder wachgerüttelt zu haben. In der 76. Minute kamen die Hanseatinnen zur Ausgleichschance, doch Cindy König schoss knapp über den Kasten. Dann fast die Vorentscheidung: Eine verunglückte Flanke von Pauline-Marie Bremer landete aus Werder-Sicht zum Glück nur auf der Latte (78.). Birte Brüggemann setzte daraufhin ein Zeichen und brachte mit Maike Timmermann eine zusätzliche Stürmerin. Ein glückliches Händchen, wie sich im späteren Verlauf herausstellen sollte. Knapp zehn Minuten nach der Einwechslung stach der Joker zu. Begünstig durch den Aussetzer von Friederike Mehring, die den Ball bei einem Klärungsversuch der Werder-Angreiferin in den Fuß spielte , lupfte Werders Nummer 10 den Ball sehenswert ins leere Tor und besorgte den verdienten Ausgleichstreffer (87.). Kurz darauf war Schluss im Stadion "Platz 12".

„So ein Spiel und Wechselbad der Gefühle habe ich noch nie erlebt. Nach dem 3:3 hatten wir endlich Oberwasser, doch die Verletzung von Lisa-Marie Scholz hat uns in eine kurze Starre versetzt und zum 3:4 geführt. Wie das Team dann reagiert hat, war überragend. Wir haben an den Punkt geglaubt und haben ihn mit absolutem Willen verdient erarbeitet", so das Fazit von Birte Brüggemann nach dem hochemotionalen Spiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam.

Werder Bremen: Martens - Hamann, Scholz (66. Zunker), Danner, Moelter - Schröder, Bopp, Golebiewski (80. Timmermann), Wilde (46. Schacher), König- Mirbach

1. FFC Turbine Potsdam: Mehring (87. Wiedner) - Seifert, Schlanke, Erdmann -Vanessa Müller, Meister, Windisch, Lindner - Starke, Dillmann (80. Junge), Bremer

Tore: 0:1 Starke (3.),1:1 Mirbach (17.),1:2 Starke (26.),1:3 Schlanke (49.),2:3 Cindy König (61.), 3:3 Cindy König (62.), 3:4 Seifert (69.), 4:4 Timmermann (87.)

Gelbe Karten: Meister (Potsdam)

Schiedsrichterin: Kim-Jana Trenkner (Winsen)

Stadion „Platz 12": 79 Zuschauer