Erneut keine Punkte für Werders Frauen: Spätes 0:1 gegen Magdeburg

Bleibt mit Werder auch im vierten Spiel in Folge sieglos: Maren Wallenhorst
Frauen
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Diese Niederlage tut ganz besonders weh. Lange sah es in einem hart umkämpften und fußballerisch ansehnlichen Zweitligaspiel zwischen dem Magdeburger FFC und Werder Bremen nach einem torlosen Unentschieden aus, doch Stephanie Träbert hatte andere Pläne. In der 90. Spielminute beförderte die Magdeburger Offensivfrau den Ball über Werders Torlinie und bescherte ihrem Team somit den ersten Sieg gegen Bremen in der Vereinsgeschichte.

Wie auch in den Saisonspielen zuvor fanden die Fußballfrauen von Werder Bremen nur schwer in die Partie. Bei strahlendem Sonnenschein im Magdeburger Heinrich-Gerber-Stadion gehörten die Anfangsminuten unverkennbar dem Gastgeber. Dieser erste Eindruck geriet in der Folgezeit jedoch schnell in Vergessenheit, Werder erarbeitete sich souverän vermehrt Spielanteile und kam so auch zu gefährlichen Torraumszenen. In der 17. Minute lief Sarah Schneider über die rechte Angriffsseite und brachte den Ball in den Sechszehnmeterraum zu Maren Wallenhorst. Diese suchte dann ein wenig überhastet den Abschluss und schoss den Ball aus ungefähr acht Metern genau in die Arme der Magdeburger Torfrau Eva-Lotta Ravn. Weitere Einschussmöglichkeiten durch Wallenhorst (25.), Notthoff (26.) oder König (30.) blieben ungenutzt, machten allerdings die grün-weiße Dominanz auf fremdem Platz deutlich. Wenngleich Werder auch spielbestimmender war, so hatte auch die Heimmannschaft noch zwei aussichtsreiche Chancen im ersten Durchgang. In der 36. Minute konnte Bremens Torfrau Jennifer Martens einen Ball erstklassig parieren, ehe in der 40. Minute die Magdeburgerin Stephanie Träbert die Spielkugel ans Bremer Lattenkreuz schoss. Werdertrainer Dirk Hofmann war zum Pausentee speziell mit einer Situation unzufrieden: „Cindy König wurde im Sechszehner von hinten umgestoßen, einen klareren Elfmeter gibt es eigentlich nicht."

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Kurz nachdem Werder beinahe durch Nadine Moelter in Führung gegangen wäre (47.), wurde die neu ins Team gerückte Kea Eckermann des Feldes verwiesen. Innerhalb von vier Minuten (50., 54.) sah sie zwei gelbe Karten, so dass Schiedsrichterin Seemann keine andere Wahl blieb, als die übermotiviert einsteigende Eckermann vorzeitig unter die Dusche zu schicken. Die Unterzahl der Bremerinnen sorgte dann für stärker werdende Gastgeber. Lisa Scholz konnte in der 58. Minute in höchster Not für Werder retten und auch Jenny Martens bewahrte ihr Team in der 66. Minute vor dem Rückstand, als sie einen Schuss von Patricia Steinbrück entschärfte. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kam Werder noch einmal zurück in die Partie, Maren Wallenhorsts Schuss aus gut 17 Metern ging jedoch über das Torgehäuse. Und auch Sara Jobe, die gegen Magdeburg eingewechselt wurde und ihr Debüt in Werders erster Frauenmannschaft gab, konnte eine gute Möglichkeit in der 85. Minute nicht zum Führungstreffer ummünzen. Alle 50 Zuschauer, die das Spiel kurz vor dem Ende schon als torloses Remis verbuchten, hatten die Rechnung allerdings ohne die Magdeburgerin Stephanie Träbert gemacht. Nach einem Angriff über die rechte Seite landete der Ball schließlich bei Träbert, die humorlos zum 1:0-Siegtreffer für ihr Team verwandelte, was zugleich den ersten Magdeburger Sieg über Werder Bremen überhaupt bedeutet.

„Eine Halbzeitführung für uns wäre verdient gewesen. Nach der Gelb-Roten Karte für Kea wird es dann natürlich schwer", so Bremen-Coach Dirk Hofmann nach dem Spiel. „Letztendlich haben wir uns im zweiten Durchgang zu sehr auf die Defensive versteift", suchte Hofmann sogleich auch nach den Gründen der unglücklichen Niederlage. Die Talfahrt für Werders Fußballfrauen geht dennoch vorerst weiter. In den letzten vier Bundesligaspielen blieb Werder sieglos und holte lediglich einen von 12 möglichen Punkten. Am nächsten Spieltag ist der Mellendorfer TV zu Gast auf „Platz 12". Mit einem Torverhältnis von 9:42 und nur einem Sieg aus sechs Spielen bilden die Mellendorfer Frauen derzeit das Schlusslicht der Liga. „Da ist ein Sieg absolute Pflicht für uns", so Hofmann vielversprechend.

Von Cord Sauer

Magdeburger FFC: Ravn - Ernst, Roeloffs, Abel (72. Stein), Gabrowitsch - Krakowski (46. Rath), Weinbeer (63. Mücke), Träbert, Steinbrück - D. Schuster, Bartke

Werder Bremen: Martens - Moelter, Eckermann, Scholz, William (75. Freyhat) - S. Schneider (73. Buller), Notthoff, Goddard - König, Wallenhorst, Uyar (59. Jobe)

Tore: 1:0 Träbert (90.)

Gelbe Karten: Uyar (Werder)
Gelb-Rote Karten: Eckermann (Werder)

Schiedsrichter: Seemann (Oldisleben)
Heinrich-Gerber-Stadion: 50 Zuschauer