2:4! Gütersloh zu stark für Werders Frauen

Blieb beim ersten Auftritt nach ihrer Verletzungspause torlos: Werders Maren Wallenhorst
Frauen
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach dem Unentschieden gegen Lübars (1:1) und der Niederlage in Herford (0:1) verlieren die Fußballerinnen von Werder Bremen auch gegen den FSV Gütersloh 2009 und müssen sich in den kommenden Spielen stark bemühen, diesen Abwärtstrend zu stoppen. Beim Zweitligaspiel am fünften Spieltag stach vor allem Annabel Jäger vom FSV Gütersloh hervor, die mit einem Dreierpack nahezu im Alleingang den Sieg für ihr Team besorgte. Die Tore für Werder erzielten Nahrin Uyar und Lisa-Marie Scholz.

Viel Lob für die Gäste aus Ostwestfalen hatte es im Vorfeld der Partie gegeben. Während die Bremer Presselandschaft den FSV Gütersloh als „Topteam aus dem Mittelfeld" betitelte, erklärte auch Werdertrainer Dirk Hofmann, dass er eine Top-Fünf Platzierung der Gütersloh-Frauen am Saisonende für durchaus wahrscheinlich halte. Im Nachhinein lässt sich sagen, dass diese vielen Vorschusslorbeeren absolut berechtigt waren, was allerdings erst in der zweiten Halbzeit deutlich wurde.

Vor dem Anpfiff der Partie wurde auf Bremer Seite zunächst Katharina Haar verabschiedet. Für mindestens ein Jahr verlässt die verdiente Spielerin mit den meisten Werder-Treffern (62 Einsätze/43 Tore) die Grün-Weißen, die von der ersten Stunde des Frauenfußballs bei Werder aktiv war. Nach der Ehrung ging es sofort rein in die Partie gegen Gütersloh. Ein erster Warnschuss, abgegeben von Nina Philipp in der 10. Minute, sorgte dafür, dass Werder gleich wach und aufmerksam war. Prompt antwortete Maren Wallenhorst mit einem guten Schuss (12.) auf das FSV-Tor, der jedoch knapp die Maschen verfehlte. Bis auf diese zwei Torchancen passierte allerdings gänzlich wenig. Das Spiel plätscherte ereignisarm vor sich hin, so dass die lauten Anfeuerungsrufe eines mitgereisten Gütersloh-Fans noch das Unterhaltsamste in den ersten zwanzig Minuten waren. Angetrieben von der reisefreudigen Gütersloh-Anhängerschaft hatte der FSV dann auch die nächste Chance - und was für eine. Völlig frei stand Katrin Posdorfer plötzlich vor Werder-Schlussfrau Jennifer Martens, doch der Ball lag nach Posdorfers Abschlussversuch (26.) nicht im Netz. Kaum drohten Werders Fußballfrauen in Passivität zu verfallen, fiel das 1:0 für Gütersloh. In der 28. Minute verwertete Annabel Jäger ein genaues Zuspiel und schlenzte den Ball sehenswert in den linken Torgiebel. Die Chance zum direkten Ausgleichstreffer im ersten Angriff nach Wiederanpfiff nutzte Stephanie Goddard dann unglücklicherweise nicht.

Halbzeit. Nach einer Phase des anfänglichen Abtastens wurden die Ostwestfälinnen immer spielbestimmender, während Werder lediglich die Rolle der zurückgezogenen Heimmannschaft blieb. Immerhin, es stand „nur" 0:1. Die zweite Halbzeit begann mit einem regelrechten Feuerwerk. In der 49. Minute war es die frisch eingewechselte Nahrin Uyar, die mit einer ihrer ersten Ballberührungen das wunderschöne Tor zum 1:1-Ausgleich markierte. Nicht nur Freude kam auf, auch Hoffnung keimte im Werderlager auf, die jedoch sage und schreibe zehn Sekunden hielt: Der nächste Konter der Gütersloh-Frauen saß: Erneut schlug Annabel Jäger für den FSV zu (50.), die den Spielstand aus spitzem Winkel auf 2:1 aufstockte.

Nach den furiosen Anfangsminuten der zweiten Hälfte konnten sich die rund 100 Zuschauer ein wenig beruhigen, wenngleich das Spiel auch besser wurde. Werders Nahrin Uyar belebte das Offensivspiel ihrer Mannschaft spürbar, vor dem Tor der Gäste ergaben sich viele neue Möglichkeiten, die jedoch allesamt nicht fruchtbar waren. Halbzeit Zwei endete dann, wie sie begonnen hatte. Mit Toren im Schnelldurchlauf. In der 82. Minute erhöhten die Frauen des FSV Gütersloh auf 3:1. Torschützin war - wer wohl? - Annabel Jäger. Nicht viel später, in der 85. Minute erhöhte Lina Magull auf 4:1. Ein Ergebnis, das trotz der Überlegenheit der Gäste zu hoch ausgefallen wäre. Das dachte sich wohl auch die Werder-Kapitänin Lisa-Marie Scholz. Nach einem Hammerfreistoß von Nahrin Uyar aus gut 30 Metern, der von der Unterkante der Latte auf die Torlinie sprang, nickte Scholz den Ball in der 89. zum 2:4 Endstand ein.

Nach diesem torreichen Schlussspurt und der unterm Strich dennoch verdienten Niederlage musste Werdertrainer Dirk Hofmann zunächst Aufbauarbeit bei seinen Schützlingen leisten, ehe er sich zum Spiel äußern konnte: „Gütersloh hat eine Klassemannschaft, die heute hier verdient gewonnen hat. Wir haben hinten nicht gut gestanden und sind zu spät in die Zweikämpfe gekommen", so der Werdercoach. Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt es für Werder am 16. Oktober. Dann geht es gegen den Magdeburger FFC, derzeit Tabellenneunter mit 4 Punkten. Und auch die Frauen des FSV Gütersloh sieht Werder bald wieder. In drei Wochen wartet der FSV zu Hause auf die Grün-Weißen, wenn es um den DFB-Pokalviertelfinaleinzug geht.

Von Cord Sauer


Werder Bremen: Martens - Moelter, Votava (60. Möhlmann), Scholz, William - S. Schneider, Notthoff (65. Freyhat), Goddard, Buller (46. Uyar) - König, Wallenhorst

FSV Gütersloh 2009: Berger - Claassen, Posdorfer (83. Widowski), Bröckl - Granz, Barwinsky, Jäger, Hermes, Schmücker - Magull (87. Paul), Philipp (70. Hackmann)

Tore: 0:1 Jäger (28.), 1:1 Uyar (49.), 1:2 Jäger (50.), 1:3 Jäger (82.), 1:4 Magull (85.), 2:4 Scholz (89.)

Gelbe Karten: Magull (Gütersloh)
Schiedsrichter: Imke Lohmeyer (Holtland)
Stadion „Platz 12": 100 Zuschauer