„Man sollte nicht vergessen, dass auch ehemalige Häftlinge zu unserer Gesellschaft gehören“

Werder-Frauen zu Besuch in der JVA Bremen

Die Werder-Frauen stehen vor dem Eingang der JVA Bremen.
Der SVW erhielt eine Führung durch die JVA Bremen und absolvierte dort eine Spinning-Einheit (Foto: W.DE).
Frauen
Montag, 04.03.2024 / 15:56 Uhr

Für die Frauen-Bundesligamannschaft des SV Werder Bremen stand in der vergangenen Woche eine ganz besondere Trainingseinheit auf dem Plan. Für die Werderanerinnen ging es im Rahmen der „Blick übern Deich“-Maßnahme zur Justizvollzugsanstalt in Bremen-Oslebshausen. Dort bekam der SVW zuerst eine Führung und absolvierte im Anschluss in der Sporthalle eine Spinning-Einheit.

Das „Blick übern Deich“- Programm ist eine Bildungsmaßnahme, durch die (Nachwuchs-)Spieler:innen vom SV Werder Bremen neue Perspektiven kennenlernen und Einblicke in andere Biographien und Lebensweisen erhalten sollen. Im Rahmen dieser Programmreihe waren die Werder-Frauen im Januar bereits in der Gedenkstätte Bunker Valentin.

Während der Führung durch die JVA bekam die Mannschaft des SVW einen Einblick in den Alltag der Insassen und durfte sich verschiedene Zellen anschauen. Bei Rieke Dieckmann kamen währenddessen gemischte Gefühle auf: „Einerseits ist es bedrückend zu sehen und zu hören, mit welchen Einschränkungen die Insassen dort leben und man entwickelt automatisch Mitgefühl. Nicht nur die eigene Freiheit wird ihnen genommen, sondern auch der Kontakt zur Außenwelt wird auf ein Minimum begrenzt. Andererseits muss man sich auch immer vor Augen führen, dass es Gründe für die Haft gibt und dass einzelnen Menschen sehr großes Leid angetan wurde, dass womöglich ganze Familien ihr Leben lang mit den Folgen begangener Taten zurechtkommen müssen.“

„Es ist ein komisches Gefühl, in eine aktiv betriebene JVA zu gehen. Es war aber sehr interessant, wir haben sämtliche Einblicke vor Ort bekommen, zum Beispiel wie die Prozesse bei der Ankunft neuer Insassen verlaufen. Ich fand es aber auch überraschend zu sehen, wie möglichst normal ein Alltag dort gehalten und geregelt wird. Also, dass es Arbeitszeiten und Zeitspannen gibt, in denen die Häftlinge auch zusammenkommen können,“ beschreibt Michaela Brandenburg den Besuch.

Beeindruckt waren die Werderanerinnen von dem Umgang und dem sehr sozialen Ansatz, der in der Anstalt gelebt wird: „Besonders fasziniert hat mich der Respekt der JVA-Beamten gegenüber den Insassen und das große Wohlwollen, Verbesserungen der Haftbedingungen zu schaffen. Und das Ganze, obwohl die Arbeit häufig durch genau diese zu einer körperlichen und mentalen Maximalbelastung führt,“ fasst Rieke Dieckmann zusammen.

Auch wenn die Einblicke sehr besonders und zum Teil gewöhnungsbedürftig waren, ist Dieckmann froh über den Besuch: „Ich bin mega dankbar, dass wir die Chance hatten, uns das Leben in einer Haftanstalt selbst mal anschauen zu dürfen. Ich denke wir reden häufig darüber, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist. Häufig geht es dabei um die unterschiedlichen sozialen, ethnischen oder regionalen Hintergründe von Personen, aber man sollte auch nie vergessen, dass auch ehemalige Häftlinge zu unserer Gesellschaft dazugehören und nach der Haftzeit das Recht auf ein vorurteilsfreies Leben besitzen.“ Ganz ähnlich sieht es Brandenburg: „Es war interessant mitzubekommen, dass auch so eine Welt existiert, auch wenn uns das teilweise vielleicht gar nicht so bewusst ist und man in der Regel eher nichts damit zu tun haben möchte. Deswegen war es ein spannender Einblick. Auch unter dem Aspekt, dass die Straftäter ja in der Regel irgendwann wieder entlassen werden und wieder Teil unserer Gesellschaft werden und resozialisiert werden sollen.“

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