Werders Frauen unterliegen Lok Leipzig mit 2:3

Nahrin Uyar konnte auch mit ihren beiden Toren die Niederlage nicht verhindern.
Frauen
Sonntag, 18.10.2009 // 14:22 Uhr

Trotz eines Doppelpacks durch Nahrin Uyar mussten Werders Frauen die erste Heimniederlage der Saison einstecken. Der 1. FC Lokomotive Leipzig gewann im Stadion "Platz 12" mit 3:2, den entscheidenden Treffer erzielten die Gäste durch einen 30-Meter-Schlenzer in der Schlussphase der Partie. In der 2. Bundesliga Nord bleiben die Bremerinnen damit auf dem achten Tabellenplatz und haben einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

 

Leipzig in der ersten Hälfte mit Feldvorteilen

 

Bereits um 11 Uhr stand in der Pauliner Marsch der fünfte Bundesliga-Spieltag auf dem Spielplan. Lok Leipzig machte zu Beginn der Partie den wacheren Eindruck. Mehrere Male tauchten die Gäste gefährlich vor dem Tor der Bremer auf, gerade nach Standardsituationen brachten sie die grün-weiße Abwehr in arge Bedrängnis. Es dauerte rund 20 Minuten, bis die Bremerinnen die erste Chance für sich verzeichneten. Lea Notthoff eröffnete den Angriff mit einem schönen Steilpass, den anschließenden Kopfball durch Doreen Nabwire entschärfte Sandra Schumann im Tor der Leipziger (22.). Die Sächsinnen antworteten mit einem schnellen Angriff über die rechte Seite, Werder-Keeperin Maria Doll klärte den abgefälschten Flachschuss durch Michaela Markova reaktionsschnell zur Ecke (26.). Das Spiel nahm langsam an Fahrt auf. Nachdem Zdenka Skupinova den Führungstreffer für die Gäste auf dem Kopf hatte (28.), eröffnete sich nach erneutem Zuspiel von Lea Notthoff eine große Möglichkeit für Doreen Nabwire. Die Kenianerin scheiterte jedoch freistehend doppelt an Torfrau Sandra Schumann (31.).

 

Kurz vor der Halbzeit belohnten sich die Leipziger dann doch noch für ihre Feldüberlegenheit. Nicht zufällig fiel der Treffer nach einem der vielen gefährlichen Standards, Anja Fleischer köpfte den Ball nach einer Ecke aus kurzer Distanz in die Maschen (40.). Werder zeigte sich aber wenig geschockt, quasi im direkten Gegenzug zog die kurz vorher eingewechselte Jessica Golebiewski nach einem Solo aus 18 Metern ab, Sandra Schumann klärte den Schuss gerade noch zur Ecke (41.). Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzten wieder die "Loksche", ein Fernschuss von Michaela Markova landete am Quergestänge (44.).

 

Offener Schlagabtausch mit Sieg für Leipzig

 

Die zweite Hälfte brachte zunächst keine Veränderungen im Spielgeschehen, doch nur fünf Minuten nach der Pause sollte sich dies grundlegend ändern. Einen unglücklich abgeblockten Befreiungsschlag der Leipziger Abwehr verlängerte Jessica Golebiewski perfekt zur freistehenden Nahrin Uyar. Die Stürmerin zeigte keine Nerven, nahm das überraschende Geschenk an und schob lässig zum 1:1 ein (50.). Die Freude über den Ausgleich währte jedoch nur drei Minuten, bis Zdenka Skupinova die erneute Führung für die Gäste erzielte. Die Leipzigerin fing einen Fernschuss ihrer Mannschaftskollegin ab und sorgte mit einem Abschluss aus der Drehung für die erneute Führung ihrer Mannschaft (53.). Werders Frauen steckten nicht auf und forcierten weiter das Tempo, mit vorzeigbarem Erfolg. Nach einer Ecke und kurzer Konfusion im Strafraum der Leipziger stand wieder Nahrin Uyar goldrichtig, um zum 2:2 abzuschließen (60.).

 

Die Grün-Weißen wollten nun mehr: Ein Traumpass von Doreen Nabwire schickte Jessica Golebiewski alleine auf den Weg zum Tor, die 18-Jährige konnte die große Möglichkeit jedoch nicht nutzen und scheiterte an der Gäste-Torhüterin (65.). Auch Lok blieb weiter gefährlich. So fanden sowohl Skupinovas (71.) als auch Safi Nyembos (81.) Schüsse nicht den Weg ins Werder-Tor, auch diverse Standardsituationen blieben ungenutzt. Den spektakulären - und aus Bremer Sicht traurigen - Höhepunkt sahen die 133 Zuschauer kurz vor Ende der Partie. Obwohl Lisa Scholz und Saskia Mauckisch den Ball unter Kontrolle zu haben schienen, eilte Maria Doll aus ihrem Tor, um die Situation zu klären. Die Situation geriet außer Kontrolle, Mauckischs Befreiungsversuch landete direkt bei der Leipzigerin Lysann Schneider. Die Sächsin zögerte nicht lang und hob den Ball aus 30 Metern über die gesamte Abwehr inklusive Torhüterin zum 2:3 Endstand (82.).

 

Trainerin Birte Brüggemann wusste das Resultat anschließend richtig einzuschätzen: "Der Sieg ist für Lok Leipzig nicht unverdient, allerdings war für uns trotzdem mehr drin. Unsere Defensive hat lange gut gestanden, in der Halbzeit habe ich der Mannschaft aber noch mal Mut für mehr Offensive gemacht." Dass das entscheidende Tor durch eine Verkettung unglücklicher Umstände fiel, ist für Brüggemann symptomatisch. "Wir haben noch nicht das Gespür für die gefährlichen Situationen. Auch das ist ein Lernprozess, den die Mannschaft in der 2. Bundesliga noch zu durchleben hat. Wir müssen die Lernphase aber langsam beenden, um die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt zu gewinnen."

 

Nächste Möglichkeit gibt es hierfür bereits am kommenden Sonntag, 25.10.2009, dann treten die Grün-Weißen bei Victoria Gersten an.

 

Florian Schwarz

 

Werder Bremen: Doll - Mauckisch, Holsten, Scholz, Votava (85. König) - Bopp (33. Golebiewski), Notthoff, Kersting, Haar, Nabwire (73. Krämer) - Uyar

 

1. FC Lokomotive Leipzig: Schumann - Skupinova (75. Wieruch), Möttig, Nauesse, Thieme, Fleischer, Heller, Krengel, Aulich, Greulich (70. Schneider), Markova (80. Niembo)

 

Tore: 0:1 Fleischer (40.), 1:1 Uyar (50.), 1:2 Skupinova (53.), 2:2 Uyar (60.), 2:3 Schneider (82.)

 

Gelbe Karten: Krengel (74., Leipzig)

 

Schiedsrichterin: Sandra Blumenthal (Pritzwalk)

 

Stadion "Platz 12": 133 Zuschauer