Werder dank Gerassimenko wieder auf Kurs

3:2-Sieg in Bad Homburg nach zwei Rückständen

16.01.26

Mit Moral, Nervenstärke und vor allem dank Kirill Gerassimenko hat der SV Werder in der Tischtennis-Bundesliga einen absoluten Fehlstart in die Rückrunde abgewendet. Die Grün-Weißen zeigten beim 3:2-Sieg bei Pokalhalbfinalist TTC OE Clarity Telefonie Systeme nach zweimaligem Rückstand die erhoffte Reaktion auf das 1:3 zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte drei Tage zuvor gegen Schlusslicht TSV Bad Königshofen.

Bremen behielt zugleich im Kopf-an-Kopf-Rennen um die Tabellenführung mit Rekordmeister Borussia Düsseldorf vorerst die Nase vorn. Darüber hinaus geht Werder in jedem Fall weiterhin mit mindestens sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Platz in den 14. Spieltag.

In einem regelrechten „Krimi“, in dem die Gäste zwischenzeitlich nur noch drei Punkte von ihrer nächsten Niederlage entfernt waren, machten Mattias Falck und Irvin Bertrand im Schlussdoppel den zehnten Saisonsieg für die Mannschaft von Werder-Trainer Cristian Tamas perfekt. Zum Matchwinner gegen die zuvor zweimal in Folge siegreichen Hessen war allerdings zuvor schon Gerassimenko avanciert: Der Kasache konnte unter enormen Druck durch eine überragende Mentalitätsleistung erstmals im Saisonverlauf seine beiden Einzel gewinnen und ebnete seiner Mannschaft damit überhaupt erst noch den Weg zum fünften Auswärtserfolg der Saison. In den vergangenen drei Spielzeiten hatte Bremen immer mindestens seine ersten zwei Rückrundenspiele verloren.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir in einer nicht gerade einfachen Situation die Punkte nach Bremen mitnehmen können. Es war zwar eng, aber es auch wieder einmal ein Erfolg der gesamten Mannschaft“, beschrieb Teammanager Sascha Greber die Erleichterung und Zufriedenheit im Bremer Lager. „Wir wussten“, ergänzte Tamas resümierend, „dass wir im Doppel gute Chancen hatten, haben so kurz nach unserer Heimniederlage aber erst etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Doch dann hat Kirill zum Glück einen Dreh gefunden.“

Die Bremer, die in der Vorrunde überraschend ihre erste Herbstmeisterschaft eingefahren hatten, haben nach der Akkordarbeit der vergangenen Tage eine mehr als einwöchige Liga-Pause. Als nächste Aufgabe steht erst am 25. Januar (Sonntag/14.00 Uhr/Livestream bei Dyn) das Heimspiel gegen den ASC Grünwettersbach auf dem Programm. Gerassimenko und Falck schlagen allerdings vorher beim mit 100.000 Dollar dotierten Contender-Turnier in der omanischen Hauptstadt Muscat auf.

Im Hochtaunus steckte den Werderanern der Rücksetzer gegen Bad Königshofen offenbar noch mehr in den Kleidern als angenommen. Bertrand, von Tamas für Marcelo Aguirre in die Mannschaft genommen, war beim unerwartet klaren 0:3 gegen Csaba Andras jedenfalls eine große Verunsicherung anzumerken. Auch Falck strahlte an Nummer drei bei seinem 1:3 gegen Ivor Ban wenig von seiner gewohnten Souveränität aus.

Umso mehr stand Gerassimenko in seinen Matches unter Zugzwang. Gegen Juan Perez schien das Match nach dem Verlust der ersten beiden Sätze bei 9:9- und 10:10-Zwischenständen schon verloren zu gehen, ehe der 29-Jährige die Begegnung noch zum Pausengleichstand drehte. Ein ähnliches Bild bot sich im vierten Einzel, als Gerassimenko sich gegen Andras nach einem 1:2 mit dem Rücken zur Wand befreien konnte.

Tamas zollte seinem Spitzenspieler verdiente Anerkennung.: „Kirill hat es mental zweimal geschafft, in einer schwierigen Situation eine Taktik zu finden und dann auch durchzuziehen. Das war für uns enorm wichtig, weil wir sonst nicht mehr ins Doppel gekommen wären.“

Beflügelt von Gerassimenkos Energieleistungen fanden auch Falck und Bertrand im entscheidenden Doppel noch rechtzeitig zu einer ansprechenden Form. Gegen Ban/Perez holte die schwedisch-französische Kombination in ihrem zweiten Einsatz vergleichsweise ungefährdet nach vier Durchgängen durch ihren zweiten Erfolg erneut den Siegpunkt. „Das“, freute sich Tamas vor der Rückfahrt, „das haben die beiden Jungs toll gemacht, auch spielerisch war das eine tolle Leistung.“ (Foto: Jörg Fuhrmann)

Tischtennis, Bundesliga, 13. Spieltag:

TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg - Werder Bremen 2:3

Csaba Andras – Irvin Bertrand 3:0 (11:9, 11:4, 11:4)

Juan Perez – Kirill Gerassimenko 2:3 (11:8, 11:3, 10:12, 8:11, 8:11)

Ivor Ban – Mattias Falck 3:1 (4:11, 11:3, 11:6, 11.(9

Andras – Gerassimenko 2:3 (5:11, 11:7, 11:6, 8:11, 3:11)

Ban/Perez – Falck/Bertrand 1:3 (3:11, 8:11, 12:10, 2:11)

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