Sieg gegen den Meister: Werders „Riesenschritt in Richtung Play-offs“

Schon am Freitag nächster Showdown in Bergneustadt

11.02.26

Der SV Werder strebt in der Tischtennis-Bundesliga weiter der Final-Four-Endrunde entgegen. Nach seinem vierten Erfolg in Serie mit 3:1 gegen den deutschen Meister TTF Liebherr Ochsenhausen hat das Team von Bremens Trainer Cristian Tamas punktgleich mit Spitzenreiter Borussia Düsseldorf vor den letzten sechs Runden zehn Zähler Vorsprung auf die ersten Nicht-Play-off-Plätze.

Mit nunmehr 13 Saisonerfolgen – bereits nach 16 Spieltagen schon die zweitbeste Bilanz in der 20-jährigen Bundesliga-Geschichte der Grün-Weißen – benötigt der Champion von 2013 maximal nur noch zwei weitere Erfolge zur Teilnahme an den Halbfinals (30./31. Mai) in Frankfurt aus eigener Kraft. Bremen, das durch zwei Zähler des ehemaligen Vize-Weltmeisters Mattias Falck sowie einen Punkt von Kirill Gerassimenko gewann, hatte vor zwei Jahren zum dritten und bislang letzten Mal die Runde der besten vier Mannschaften erreicht.

„Das war wirklich eine starke Mannschaftsleistung in einem sehr wichtigen Spiel“, kommentierte Tamas den zweiten Heimsieg der Werderaner gegen die Oberschwaben nacheinander.

Teammanager Sascha Greber bezeichnete Bremens insgesamt siebten Saisonsieg in eigener Halle als „Riesenschritt in Richtung Play-offs“ ein. Zugleich erinnerte Greber an das durchaus anspruchsvolle Restprogramm mit Spielen gegen alle weiteren Spitzenteams. „So gut es im Augenblick aussieht – es kann noch viel passieren.“ Bereits am Freitag (19.00 Uhr/Livestream bei Dyn) bietet sich Werder im Duell beim Play-off-Anwärter TTC Schwalbe Bergneustadt aber auch die Gelegenheit, den Semifinals noch näher zu kommen.

Denn immerhin hat seit Abschaffung des Paarkreuz-Systems vor 18 Jahren jede Mannschaft mit mindestens 14 Saisonsiegen die Play-offs erreicht. Diese Marke hatte Bremen vor sechs Jahren bei seinem Halbfinaleinzug durch seine bislang beste Hauptrundenbilanz mit 15 Siegen in 22 Spielen sogar übertroffen.

Gegen Ochsenhausens Not-Aufstellung mit Trainer Bogdan Pugna – aus diversen Gründen standen dem Titelverteidiger nicht genügend Profis zur Verfügung – agierte Werder der wegweisenden Bedeutung des Spiels entsprechend absolut fokussiert. Falck ließ dem TTF-Coach im nur elfminütigen Auftakteinzel mit einer konzentrierten Vorstellung insgesamt nur sechs Punkte und stellte damit auch schon die Weichen zum Erfolg.

So klar das Eröffnungsmatch an die Gastgeber ging, so deutlich kam Ochsenhausen zum Ausgleich: Für Marcelo Aguirre, den Tamas im Vergleich zu Werders 3:0 drei Tage zuvor beim TTC Zugbrücke Grenzau wieder für Irvin Bertrand ins Team zurückrotierte, war der japanische Doppel-Weltmeister Shunsuke Togami schlichtweg zu stark.

Nachdem Gerassimenko im Kumpel-Duell mit Andreas Levenko über vier Sätze relativ ungefährdet für Bremens erneute Führung gesorgt, nutzte Falck im Spitzeneinzel den Matchball zum Gesamtsieg: Gegen Togami gelang dem Schweden dabei durch ein 3:0 ein überaus imponierender Erfolg.

Tamas lobte sein Spitzenduo anschließend ausdrücklich: „Erst hat Kirill dem Druck an Position drei standgehalten, und danach ist unsere Rechnung durch die überragende Leistung von Mattias gegen Togami wie erhofft aufgegangen“, sagte der 46-Jährige.

Bremens Sieg und nicht zuletzt auch Falcks Auftritt dürften beim nächsten Gegner Bergneustadt Eindruck gemacht haben. Trotz des 3:1-Erfolgs im Hinspiel gegen die Oberbergischen aber mahnte Tamas schon kurz nach dem Sieg gegen Ochsenhausen seine Spieler, in ihrer Konzentration gegen das Team von Nationalspieler Benedikt Duda nicht nachzulassen: „Für uns gilt es nach anstrengenden Tagen, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und für den nächsten Schritt fokussiert zu bleiben. Wir wissen aber auch, dass wir uns nicht verstecken müssen.“

Bei seiner Mannschaft stieß der Coach auf offene Ohren. „Wir schauen nicht auf die Tabelle und denken nicht besonders an die Play-offs“, sagte Gerassimenko im Dyn-Interview, betonte jedoch zugleich die Ambitionen der Grün-Weißen: „Wir haben wieder gezeigt, dass wir bereit sind.“ (Foto: Werder Bremen)

Tischtennis, Bundesliga, 16. Spieltag:

Werder Bremen – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1

Mattias Falck – Bogdan Pugna 3:0 (11:0, 11:1, 11:5)

Marcelo Aguirre – Shunsuke Togami 0:3 (9:11, 1:11, 7:11)

Kirill Gerassimenko – Andreas Levenko 3:1 (11:8, 11:5, 9:11, 11:7)

Falck – Togami 3:0 (11:9, 11:7, 12:10)

Weitere News