Wintertief, Derbysieg & Klassenerhalt
EIN RÜCKBLICK AUF WERDERS BUNDESLIGA-SAISON 2025/26
19.05.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Sicherlich ist ein Saisonrückblick schon mal einfacher gefallen. Und doch gehört er irgendwie dazu. Die abgelaufene Spielzeit hatte sicherlich mehr Tiefen als Höhen. Trotzdem gab es viele verschiedene emotionale Momente, die in Erinnerung bleiben. Vom Wintertief über den Trainerwechsel bis zum Derbysieg und den Klassenerhalt. Das war die Saison 2025/26.
Im Frühsommer 2025 endete die kleine dreieinhalbjährige Ära von Ole Werner an der Weser. Nachdem Werner seinen Vertrag über die bevorstehende Spielzeit hinaus nicht verlängern wollte, beendete Werder die Zusammenarbeit vorzeitig. Der SV Werder reagierte nach der Trennung schnell und präsentierte mit Horst Steffen einen Nachfolger. „Als die Anfrage von Werder kam“, sagte Steffen bei seiner Vorstellung, „war das zunächst eine große Anerkennung für mich und meine Arbeit.“ Der Fußball-Lehrer machte bei der SV Elversberg auf sich aufmerksam, mit der er erst in der Relegation den Bundesliga-Aufstieg verpasste.
Mit dem DFB-Pokalaus bei Arminia Bielefeld (0:1) in der Nachspielzeit war die kurz aufgekommene Aufbruchstimmung schnell getrübt. Die bitteren Abschiedstränen von Michael Zetterer in seinem letzten Spiel für den SVW blieben zurück, einige Tage später wurde sein Abgang nach Frankfurt offiziell. „Die Tage davor, in dem Wissen, dass der Schritt passiert, waren schon emotional“, sagte Zetterer im Abschiedsinterview. „Ich wollte das Spiel unbedingt machen, habe mir aber ein schöneres Ende gewünscht.“
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Nur wenige Tage später stand der Torhüter mit der SGE seiner alten Liebe gegenüber und setzte sich zum Bundesliga-Start mit 4:1 durch. Nur sieben weitere Tage später sorgte Karim Coulibaly mit seinem Last-Minute-Ausgleich gegen Bayer 04 Leverkusen (3:3) für eines der emotionalen Highlights, als er sich zum jüngsten Torschützen der Werder-Geschichte schoss. „Das war einfach unglaublich“, sagte Karim Coulibaly im WERDER.DE-Interview im Januar. „Diesen Moment werde ich nie vergessen.“
Zwischendurch nahm der Kader der Grün-Weißen kurz vor dem Ende des Transferfensters Formen an. Yukinari Sugawara, Isaac Schmidt, Karl Hein, Victor Boniface und Cameron Puertas verstärkten die Steffen-Elf. Insbesondere Sugawara und Puertas mauserten sich schnell zu Stammspielern, Hein machte in München (0:4) und beim 1:0-Sieg gegen den FC St. Pauli auf sich aufmerksam. Insgesamt schien der SV Werder mit dem spektakulären Heimerfolg gegen Wolfsburg (2:1) als Tabellenachter auf einem guten Weg, bis der SVW in ein Wintertief fiel.
Die Negativspirale samt Niederlage im Nordderby (2:3) kostete Horst Steffen schließlich seinen Job. Selbst der Last-Minute-Ausgleich von Keke Topp zum 1:1-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach reichte nach zehn sieglosen Spielen nicht für eine Weiterbeschäftigung - insgesamt trug Steffen 18 Zähler zum Ligaverbleib bei. Nachfolger Daniel Thioune gelang es zunächst nicht, den Trend zu stoppen. Die 1:2-Niederlage am Millerntor war der Tiefpunkt, als die Grün-Weißen auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschten. „Nächste Woche wird ein Finalspiel sein“, sagte Thioune damals. „Am Ende des Tages müssen wir Fußballspiele gewinnen und über nichts anderes müssen wir uns unterhalten.“
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Tatsächlich stand seinen Schützlingen das Wasser spürbar bis zum Hals. Im Heimspiel gegen den abgeschlagenen 1. FC Heidenheim ließen die Hausherren teilweise tausendprozentige Hochkaräter liegen. Trotzdem gelang es der Thioune-Elf sich von diesen Widerständen zu erholen und mit einem 2:0-Erfolg die Trendwende einzuleiten. „Die Mannschaft hätte nach den liegengelassenen Chancen auch auseinanderbrechen können“, resümierte Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz nach dem Spiel. „Ich habe aber eine Mannschaft gesehen, die gemeinsam siegen wollte.“
Damit war der Glaube zurückgekehrt, Spiele gewinnen zu können. Der SVW gewann die direkten Duelle gegen Union Berlin (4:1), den VfL Wolfsburg (1:0) und schließlich auch im Nordderby gegen den HSV (3:1). „Als Bremer kannst du es nicht zulassen, dass der HSV beide Derbys gewinnt“, betonte Torhüter Mio Backhaus. „Ich freue mich sehr, dass die Revanche geglückt ist.“ Mit dem Remis in Stuttgart bestätigte Werder seinen Aufwärtstrend. Dass die letzten drei Spiele wiederum verloren gingen, erinnerte wieder daran wie schwierig diese Runde war. Viele sprachen sogar von einer Saison zum Vergessen.
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