Nach Demans Kunstwerk: Werder dreht Spiel bei Union

DER SPIELBERICHT ZUM AUSWÄRTSSIEG BEIM 1. FC UNION BERLIN

08.03.26 von Moritz Studer | 5 Min

Olivier Deman jubelt nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Der SV Werder Bremen hat zum Abschluss des 25. Bundesliga-Spieltags den zweiten Auswärtssieg in der laufenden Spielzeit eingefahren. Die Grün-Weißen drehten beim 1. FC Union Berlin einen Rückstand und feierten einen 4:1-Erfolg im Stadion an der Alten Försterei. Die Thioune-Elf nutzte nach einer Roten Karten gegen FCU-Mittelfeldspieler Schäfer (19.) eine lange Überzahl mit einer reifen Vorstellung. Der Spielbericht.

HALBZEIT 1Elfer-Frust hält nur kurz: Schäfer sieht Rot

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg über den 1. FC Heidenheim tauschte Cheftrainer Thioune einmal durch. Milošević ist aufgrund seiner Rückenprellung aus der Vorwoche nicht rechtzeitig spielfit geworden, sodass Topp in der Sturmspitze begann. Die Anfangsphase zeigte schon, dass sich die Grün-Weißen viel mit der Körperlichkeit der Unioner auseinandersetzen müssten. Stark hielt Ansah etwas zu lange fest und Schiedsrichter Gerach verortete den Tatort in den Strafraum. Der Ex-Bremer Köhn übernahm die Verantwortung und versenkte die Kugel vom Punkt (18.).

Die Freude der Köpenicker war aber schnell getrübt, weil Schäfer für einen Stempel gegen Stage nur eine Zeigerumdrehung später die Rote Karte sah (19.). Werder drückte nun auf den Ausgleich, doch Rønnow kratzte einen Linksschuss von Landsmann Stage von der Linie (22.) und Sugawara geriet bei seinem Abschluss aus acht Metern in Rücklage (24.).

Schließlich bedienten sich die Werderaner eines ruhenden Balles für den verdienten Ausgleich, den die Eisernen nicht sauber klärten. Das Leder fiel vor die Füße von Deman, der das Spielgerät herrlich ins Kreuzeck zirkelte (31.). Damit aber nicht genug: Ein weiterer Puertas-Eckball landete auf dem Kopf von Stage, der zu seinem siebten Saisontor einnickte – Spiel gedreht (35.). Kurz vor der Pause verfehlte Puertas mit einem weiteren Schlenzer nur haarscharf den dritten Treffer (44.).

Gerach zeigt Schäfer die Rote Karte, der Ungar und Khedira können es nicht fassen.
Harte Entscheidung: Gerach zeigt Schäfer die Rote Karte (Foto: WERDER.DE).

HALBZEIT 2Werder mit Reife und Schmid mit der Übersicht

Werder hielt den Druck nach dem Seitenwechsel hoch und erspielte sich direkt den nächsten Hochkaräter durch seine beiden Torschützen. Stage legte eine Flanke zurück auf dessen Ursprung, der Däne traf mit seinem Versuch den Innenpfosten (50.). Kurz darauf nahm sich der eingewechselte Leonardo Bittencourt einen Fernschuss (51.), Marco Grüll fand nach seinem Dribbling auf die Grundlinie keinen Abnehmer im Rückraum (52.).

Insgesamt war es trotzdem ein reifer Auftritt der Thioune-Elf, die aktiv blieb, die Überzahl gut ausspielte und auf das dritte Tor ging. Dabei half dann auch ein wenig die Union-Hintermannschaft mit, die Schmid den Ball etwas unbeholfen vor die Füße legte. Der Österreicher bediente mit viel Übersicht seinen Nationalmannschaftskollegen Grüll, der im Fallen die Kugel über die Linie drückte (66.).

In der Schlussphase schmissen die Köpenicker nochmal alles nach vorne, sodass sich die Bremer nochmal in viele Bälle schmeißen mussten. Schließlich war es Joker Čović, der als gebürtiger Berliner sein erstes Bundesliga-Tor erzielte und den Deckel in der Nachspielzeit draufmachte (90.+4). Im Kampf um den Klassenerhalt geht es weiter Schlag auf Schlag: Am kommenden Sonntag, 15.03.2026, um 15.30 Uhr lädt der SV Werder den 1. FSV Mainz 05 zum nächsten direkten Duell ins Weserstadion und möchte einen weiteren Schritt aus dem Tabellenkeller machen.

Marco Grüll blickt dem Ball hinterher, der in Richtung Tor kullert.
Mit viel Willen: Grüll schmeißt sich in Schmids cleveren Querpass (Foto: WERDER.DE).

Statistik

Union Berlin: Rønnow - Doekhi, Querfeld, Nsoki (82. Burke) - Haberer (82. Trimmel), Kemlein (63. Jeong), Köhn - Khedira, Schäfer - Ilic, Ansah (70. Skarke)

SV Werder: Backhaus - Sugawara (90.+2 Schmidt), Stark (46. Malatini), Friedl, Deman - Lynen - Stage, Puertas - Grüll (83. Njinmah), Schmid (90.+2 Čović) - Topp (46. Bittencourt)

Tore: 1:0 Köhn (18., FE), 1:1 Deman (31.), 1:2 Stage (35.), 1:3 Grüll (66.), 1:4 Čović (90.+4)

Gelbe Karten: Querfeld / Stark, Topp, Malatini

Rote Karte: Schäfer (19., grobes Foulspiel)

Schiedsrichter: Timo Gerach

Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)

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