Topp in der Nachspielzeit: Werder gleicht spät aus

DER SPIELBERICHT ZUM HEIMSPIEL GEGEN BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

31.01.26 von Moritz Studer | 4 Min

Keke Topp holt zum Schuss aus, die Gladbacher versuchen vergebliche das zu verhindern.

Der SV Werder hat in letzter Minute eine Heimniederlage abgewendet. Die Grün-Weißen trennten sich vor 41.800 Zuschauer*innen im ausverkauften Weserstadion Borussia Mönchengladbach mit 1:1-Unentschieden von Borussia Mönchengladbach. Keke Topp hatte mit einem Linksschuss-Hammer für späten Jubel gesorgt.

HALBZEIT 1Nicolas pariert mit dem Oberschenkel gegen Njinmah

Kapitän Marco Friedl kehrte nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf zurück, auch Sommerneuzugang Samuel Mbangula stand erstmals seit Mitte Dezember wieder in der Startelf. Auf dem Platz war beiden Duellanten anzumerken, dass sie in den vergangenen Wochen nicht viel Selbstvertrauen tankten. Die Borussia sicherte sich zwar die ersten beiden Torabschlüsse, doch sowohl Franck Honorat (4.) als auch Rocco Reitz verfehlten ihr Ziel deutlich (14.).

Das erste Mal nahm die Partie Fahrt auf, als Julian Malatini ein Rückpass vom Fuß rutschte. Gladbachs Florian Neuhaus wollte den folgenden Eckball schnell ausführen, fand bei seinem Vorhaben aber keinen Anklang bei seinen Mitspielern. Dadurch kam der grün-weiße Konter über Samuel Mbangula ins Rollen, der Justin Njinmah in die Spur schickte. Für Letzteren wurde der Winkel aber ein wenig zu spitz, sodass sein Abschluss aus sechs Metern am Oberschenkel von Torhüter Moritz Nicolas abprallte (20.).

Insgesamt hatte der SVW mehr Spielanteile und ließ den Fohlen nur wenig Raum, um in das angestrebte Umschaltspiel zu kommen. Trotzdem fehlte der Steffen-Elf die Durchschlagskraft, um in einer szenenarmen ersten Halbzeit den Aufwand zu belohnen. Nach einem Eckball von Romano Schmid kam Friedl zwar zum Kopfball, bekam diesen aber nicht entscheidend auf das Tor gedrückt (28.). Dass es ohne Treffer in die Kabine ging, war daher folgerichtig.

Samuel Mbangula im Laufduell mit Fabio Chiarodia.
Beste Chance der ersten Hälfte: Mbangula setzt Njinmah in Szene (Foto: WERDER.DE).

HALBZEIT 2Tabakovic eiskalt, Topp mit später Erlösung

Die Grün-Weißen kamen dafür mit viel Schwung aus der Kabine und drückten auf das Führungstor. Erst zwang Yukinari Sugawara Nicolas mit einem Fernschuss zu einer Glanztat (47.), anschließend verpasste der Japaner nur um Haaresbreite die Kopfballverlängerung von Karim Coulibaly nach einer Deman-Ecke am zweiten Pfosten (49.). Den nächsten Abschluss sicherte sich dann Njinmah, der das Spielgerät aber nicht sauber genug traf, um Nicolas zu überwinden (53.).

Anschließend gelang es den Gästen, die vorherigen Minuten auf den Kopf zu stellen. Nach einem ansehnlichen Spielzug über die rechte Seite legte der enteilte Honorat für Torjäger Haris Tabakovic quer, der die Kugel aus kurzer Distanz zu seinem zehnten Saisontor über die Linie drückt (61.). In der Folge zogen sich die Gladbacher noch weiter zurück, sodass Werder einen tiefstehenden Gegner bespielen musste, der den Strafraum tiefstehend verteidigte.

Eine Flanke von Deman landete zwar am Hinterkopf des eingewechselten Marco Grüll, verfehlte das Gehäuse aber doch knapp (81.). Damit war die Schlussoffensive eingeläutet, in der Isaac Schmidt an Nicolas scheiterte (83.) und in der Folge einen Lynen-Fernschuss an den Pfosten klatschte (84.). Daraufhin bot sich Deman die nächste Schusschance, die Nicolas wieder zu entschärfen wusste (87.).

Auf der anderen Seite ließen die Gäste den Matchball liegen, als Shuto Machino am herauseilenden Mio Backhaus scheiterte (90.+2). Diese Nachlässigkeit rächte sich, weil Joker Keke Topp in der Folge eines Eckballs mit einem strammen Linksschuss für den Ausgleich sorgte (90.+4), der letztlich eine Punkteteilung besiegelte. Nach zwei Heimspielen in Folge ist der SV Werder am kommenden Samstag, 07.02.2026, um 15.30 Uhr beim SC Freiburg zu Gast.

Sugawara richtet die Augen auf den vor ihm springenden Ball.
Sugawara verpasst um Haaresbreite am zweiten Pfosten (Foto: nordphoto).

Statistik

SV Werder: Backhaus - Malatini (75. Schmidt), Friedl, Coulibaly - Sugawara (64. Grüll), Lynen, Stage, Deman - Schmid, Mbangula (89. Topp) - Njinmah (64. Milošević)

Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Sander (69. Friedrich), Elvedi, Chiarodia - Scally (84. Castrop), Engelhardt, Netz - Reitz, Neuhaus (57. Stöger) - Honorat, Tabakovic (84. Machino)

Tore: 0:1 Tabakovic (61.), 1:1 Topp (90.+4)

Gelbe Karten: - / Reitz

Schiedsrichter: Felix Zwayer

Zuschauer: 41.800 (ausverkauft)

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