Das letzte Hemd
LEONARDO BITTENCOURT VERABSCHIEDET SICH VOM SV WERDER BREMEN
17.05.26 von Moritz Studer | 5 Min
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Der Moment ist gekommen: Ein letztes Mal aufsaugen. Ein letztes Mal in die Ostkurve blicken. Ein letztes Geschenk. „Ich gebe euch mein letztes Hemd“, sagt Bittencourt, als er zu den Fans in der Ostkurve spricht und ihnen sein Trikot schenkt. Damit verabschiedet sich die Nummer 10 von seinem SV Werder, der ihm in den letzten sieben Jahren ans Herz gewachsen ist.
Das Wettrennen mit der Zeit hatte Leonardo Bittencourt eigentlich verloren. Er wollte sich unbedingt auf dem Platz vom SV Werder Bremen und seinen Anhänger*innen verabschieden. Unter normalen Umständen wäre dem 32-Jährigen dieser Wunsch allerdings verwehrt geblieben. „Es hätte noch einige Zeit gebraucht, um der Mannschaft wirklich helfen zu können“, verrät Bittencourt. „Daher ein großes Dankeschön an die Mannschaft und den Trainer, das zu ermöglichen.“
Seinen Gedanken, den Verein aufgrund des ohnehin auslaufenden Vertrages schon im Winter zu verlassen, hatte er schnell verworfen. Immerhin wollte er die Mannschaft in dieser schweren Phase nicht im Stich lassen. Dass der SVW im Laufe der Rückrunde noch den Turnaround schaffte, war nicht zuletzt auch Bittencourt mitzuverdanken. „Leo wird uns als Spieler und als Person sehr fehlen“, sagt Teamkollege Jens Stage. „Er hat einen großen Anteil daran, dass wir nächstes Jahr Bundesliga spielen, weil er immer sein Bestes in die Kabine gebracht hat. Ich weiß nicht, wie die Saison ohne ihn ausgegangen wäre.“
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Mit seinem Einsatz bei der 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund stand Bittencourt 189-mal für Werder auf dem Platz. Obwohl er in der Saison 2025/26 nur 610 Minuten auf dem Platz erlebte, wird er innerhalb des Teams eine Lücke hinterlassen. „Es wird erstmal ruhiger und chaotischer in der Kabine, weil er die Zügel in der Hand hatte“, sagt Torhüter Mio Backhaus. „Sein Weggang ist ein großer Verlust für die Mannschaft. Er hat mir persönlich auch sehr geholfen und ich wünsche ihm für seinen Weg nur das Beste.“
Bereits im Dezember stand fest, dass der 32-Jährige den Klub im Sommer verlassen wird. In den letzten Wochen und Monaten näherte sich der unausweichliche Tag unaufhaltsam an. „Werder war meine längste Station und ich konnte mich voll mit dem Verein identifizieren“, sagt Bittencourt. „Meine Zeit hier ist aber zu Ende und deswegen ist es die richtige Entscheidung - auch wenn es mir schwerfällt, weil mir der Verein sehr ans Herz gewachsen ist.“
Er wird nun einen neuen Schritt gehen. Das Kapitel Werder Bremen hat er mit einem unvergesslichen letzten Tag beendet. „Ich habe versucht, so viel wie möglich aufzuschnappen und empfinde Stolz und Dankbarkeit, das erleben zu dürfen“, erzählt Bittencourt. „Die Fans machen den Verein so besonders und das musst du als Spieler selbst erlebt haben“ Und auch die Ostkurve gab ihre Anerkennung zurück: Sie schenkte ihm einen ihrer Pullover und zeigt ihm, dass er immer einer von ihnen bleiben wird.
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