Frühjahrsblues, Pokal-Geschichte und emotionale Momente

EIN SPORTLICHER RÜCKBLICK AUF DAS FUSSBALL-JAHR 2025

31.12.25 von Moritz Studer | 3 Min

Die Mannschaft steht in Gladbach vor der Gästekurve.

Emotionale Momente, schmerzhafte Niederlagen und große Erfolge. Das Fußball-Jahr 2025 hat seine Spuren in der Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen hinterlassen. Ein sportlicher Jahresrückblick. 

Frühjahrsblues: Den Jahreswechsel haben die Bundesliga-Männer nicht erfolgreich gemeistert. Nach vier sieglosen Begegnungen war der 1:0-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz 05 teuer erkauft. In der Nachspielzeit sahen die beiden Innenverteidiger Marco Friedl und Niklas Stark die Ampelkarte. Nachdem der SVW auf dem siebten Platz überwinterte, verloren die Grün-Weißen spätestens im Februar den Anschluss nach oben. Eine der schmerzhaftesten Niederlagen war dann das DFB-Pokal-Ausscheiden bei Arminia Bielefeld (1:2). Im Frühling nahm der SVW wieder an Fahrt auf, blieb zum Saisonende acht Mal in Serie ungeschlagen und verpasste das internationale Geschäft nur um zwei Zähler.

Der Weg nach Köln: Einen besonderen Lauf legten wiederum die WERDERFRAUEN hin, die dem SV Werder ein Endspiel bescherten. Der SVW erlebte sensationelle Pokal-Momente, die in einem Nordderby vor ausverkauftem Haus im Volksparkstadion gipfelten. Dort setzte sich die Mannschaft des scheidenden Cheftrainers Thomas Horsch nach Verlängerung im Nordderby gegen den Hamburger SV (3:1) durch. Auch wenn die Grün-Weißen im Endspiel im Kölner RheinEnergieSTADION gegen den FC Bayern München (2:4) das Nachsehen hatten, war der 1. Mai 2025 ein vereinshistorischer Tag.

Die Spielerinnen des SV Werder vor der Kurve beim DFB-Pokal-Finale in Köln.
Momente für die Ewigkeit: Die WERDERFRAUEN beim Pokalfinale in Köln (Foto: WERDER.DE).

Die Nachwuchsjuwelen: Eine besondere Spielzeit erlebte auch die U19, die sogar einen Titel mit an die Weser brachte. Das Team von Trainer Cedric Makiadi verpasste in der DFB-Nachwuchsliga zwar im Elfmeterschießen das Ticket für das Endspiel gegen den späteren deutschen Meister 1. FC Köln. Dafür verdienten sich die A-Junioren ihr Endspiel im DFB-Pokal der Junioren gegen den Karlsruher SC, wo die Grün-Weißen mit einem 2:0-Erfolg die Trophäe mit auf die Heimreise nahmen. Mittlerweile feierten Protagonisten wie Karim Coulibaly und Patrice Čović ihr Bundesliga-Debüt.

Die Trainerwechsel: Während Thomas Horsch frühzeitig kommunizierte, mit dem Ende der Saison 2024/25 sein Amt niederzulegen, fanden die WERDERFRAUEN mit Fritzy Kromp eine passende Nachfolgerin. Kromp verfügt über viel Vorerfahrung im DFB-Nachwuchs und coachte zuletzt die Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt. Die Bundesliga-Männer hätten wiederum die Zusammenarbeit mit Ole Werner gerne fortgesetzt, der seinen Vertrag über die bevorstehende Spielzeit hinaus aber nicht verlängern wollte. Daraufhin entschieden sich die Verantwortlichen um Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz Ende Mai, die Position des Cheftrainers neu zu besetzen. Die Wahl fiel auf Horst Steffen, der mit der SV Elversberg in der 2. Bundesliga für Furore sorgte.

Emotionale Abschiede: Nicht nur auf der Trainerbank, sondern auch auf dem Platz haben einige verdiente Spielerinnen und Spieler den Osterdeich verlassen. Mit Milos Veljkovic und Anthony Jung wurden zwei Aufstiegshelden bereits zum Saisonabschluss verabschiedet, während der Sommertransferperiode fanden auch Marvin Ducksch und Michael Zetterer neue sportliche Ziele. Bei den WERDERFRAUEN verließen mit Torhüterin Livia Peng und Torjägerin Sophie Weidauer zwei Gesichter des Vorjahreserfolgs den SVW.

Eine Rekord-Hinrunde: Die WERDERFRAUEN haben sich in einen unglaublichen Lauf gespielt, der schließlich in einem dritten Platz zum Jahresende gipfelte. Doch nicht nur in der Google Pixel Frauen-Bundesliga, sondern auch im DFB-Pokal lebt der Traum von einem weiteren Finale in Köln im Jahr 2026 weiter. Lediglich in den direkten Duellen mit den Spitzenteams VfL Wolfsburg (2:4), Bayern München (0:4) und Eintracht Frankfurt (0:2) hatte die Kromp-Elf in der Hinrunde das Nachsehen. Zum Rückrundenstart kam zudem eine Niederlage gegen Freiburg dazu. Mit Larissa Mühlhaus stellen die Grün-Weißen die drittbeste Torschützin im Fußball-Oberhaus. Die Torjägerin war es auch, die den SVW zum Nordderbysieg gegen den Hamburger SV (2:0) vor einer Rekordkulisse von 37.000 Zuschauer*innen im Weserstadion schoss.

Mit Luft nach oben: Die Startbedingungen der Bundesliga-Männer waren hingegen durchaus schwierig. Zum einen kam der Transfermarkt erst spät in Bewegung, sodass Horst Steffen erst nach und nach mit seinem festen Kader arbeiten durfte. Zum anderen fehlte neben Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) ein weiterer Führungsspieler mit Jens Stage (Belastungsreaktion im Fuß) über die komplette Vorbereitung und die ersten drei Pflichtspiele. Trotz der Widerstände gelang es dem SVW im Herbst drei Heimspiele in Serie zu gewinnen. Zuletzt trübte die Nordderby-Niederlage und das 0:4 gegen Stuttgart die Stimmung. Das 0:0 gegen den FC Augsburg war eine Reaktion darauf, trotzdem sind sich die Grün-Weißen einig, dass noch Luft nach oben bleibt.

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