„Schöner als jeder andere Job“
CO-TRAINERIN MICHAELA SPECHT IM INTERVIEW
31.01.26 von Marie Backhaus | 5 Min
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Das Leben von Michaela Specht besteht fast ausschließlich aus Fußball. Was als Hobby begann und in eine erfolgreiche Karriere als Spielerin mündete, setzt sie nun in anderer Funktion fort. Co-Trainerin der WERDERFRAUEN, Analystin der U19-Nationalmannschaft Österreichs – und ganz nebenbei absolviert sie derzeit ihre A-Lizenz beim DFB. Wie sie all diese Themen unter einen Hut bekommt und wieso sie sich ganz besonders auf das Spiel gegen Hoffenheim freut, verriet die 28-Jährige im Interview mit WERDER.DE.
WERDER.DE: Moin Michi! Seit letztem Sommer bist du Teil unseres neuen Trainerteams. Wie hast du dich mittlerweile in Bremen eingelebt?
Michaela Specht: Die Stadt ist echt schön, ich hatte hier schon gute Abende im Sommer oder auch rund um die Weihnachtszeit. Man hatte mir gesagt, dass hier eigentlich kein Schnee liegt, das war wohl gelogen. (lacht) Es waren für mich so viele neue Eindrücke und Aufgaben, deshalb stolpert man auch einfach so rein.
WERDER.DE: Hilft es dir denn, dass du mit Fritzy eine Bezugsperson dabei hast, die du schon länger kennst?
Michaela Specht: Auf jeden Fall. Ich hoffe, dass es umgekehrt auch für sie vieles erleichtert. Ich versuche, ihr so gut es geht den Rücken freizuhalten. Ich weiß schon oft, was sie denkt und möchte. Wir haben natürlich auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber auch da finden wir schnell zu einer gemeinsamen Lösung.
WERDER.DE: Wie sieht deine Zwischenbilanz der ersten Monate rein sportlich aus?
Michaela Specht: Ich glaube man darf schon sagen, dass es besser lief als erwartet. Man hatte natürlich schon etwas die Hoffnung, dass man auf ein stabiles Konstrukt trifft. Da hat Thomas Horsch eine gute Basis gelegt, auf die wir aufbauen und unsere Ideen einbringen konnten – sowohl auf als auch außerhalb des Platzes. Das hat dazu beigetragen, dass wir so erfolgreich sein konnten.
WERDER.DE: Wie ist es so, wenn man als Trainerteam neu zusammenkommt? Muss man sich da erstmal einspielen?
Michaela Specht: Im Vorfeld haben wir die Rollen und die damit verbundenen Aufgaben sehr klar verteilt. Ich glaube, dass das extrem geholfen hat. Jeder hat seinen eigenverantwortlichen Part, in dem er gut arbeiten kann – und das hat am Ende das Gesamte gut gemacht.
„Im Vorfeld haben wir die Rollen und die damit verbundenen AUfgaben sehr klar verteilt."
Michaela Specht über die Zusammenarbeit des Trainerteams
WERDER.DE: Neben Werder bist du auch in der U19-Nationalmannschaft Österreichs tätig. Wie sieht dein Aufgabenfeld dort aus?
Michaela Specht: Ich bin dort offiziell Analystin. Ich behandle also ähnliche Themen wie hier, darunter fällt die Gegner-Vorbereitung, die Spiel-Nachbereitung, mache Einzel- und Gruppenanalysen, für die ich viel Vertrauen bekomme und die ich eigenverantwortlich durchführen darf. Es ist eine coole Abwechslung für mich. Ich kann dort vieles lernen. Fritzy meinte erst heute Morgen, dass ich auf meinem Weg viele Dinge überspringe.
WERDER.DE: Wie meint sie das?
Michaela Specht: Es ist schon so, dass viele Trainerinnen nicht in der Bundesliga als Co-Trainerin anfangen. Das ist nicht der üblichste Weg. Dadurch, dass ich schon früh gut darauf vorbereitet war und ich immer mehr machen möchte, habe ich zur Tätigkeit in Österreich auch gesagt, dass ich das unbedingt weitermachen möchte. Es bringt mich weiter, weil ich nochmal eine ganz andere Seite habe. Ein internationales Qualifikationsturnier ist nochmal etwas anderes als der Liga-Alltag. Da kann man für sich selbst sehr viel rausziehen.
WERDER.DE: Du machst gerade deine A-Trainer-Lizenz, unter anderem zusammen mit Nelson Valdez und Philipp Bargfrede. Wie läuft das gerade?
Michaela Specht: Das ist wirklich cool. In Frankfurt beim DFB treffe ich auf „alte Bekannte“ und lerne gleichzeitig viele neue Leute kennen, die man sonst nur im Fernsehen sieht. Ich bekomme dort in echt kurzer Zeit sehr viel Input.
WERDER.DE: Das klingt insgesamt nach einem recht hohen Aufwand. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?
Michaela Specht: Schlaf wird überbewertet. (lacht) Man macht’s halt. Fußball war ja immer ein Hobby, eine Leidenschaft. Jetzt ist es halt der Beruf, der zwölf Stunden am Tag einnimmt. Im besten Fall kommt es mir aber nicht vor wie Arbeit. Irgendwann wird es zu viel, das ist auch klar und das habe ich gegen Ende der Hinrunde auch gespürt. Aber wenn man eine gesunde Mischung hat und sich rechtzeitig mal ein bis zwei Tage rausnimmt, hilft es. Es ist für mich schöner als jeder andere Job, den man haben kann.
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WERDER.DE: Am Sonntag steht unser Spiel gegen Hoffenheim an. Wie blickst du auf die Partie?
Michaela Specht: In dem Spiel ist alles möglich. Sie haben eine neue Trainerin, jede Spielerin wittert jetzt ihre Chance, es wird uns eine hohe Intensität erwarten. Aber ich freue mich, in dem Stadion habe ich als Spielerin viel Positives erlebt. Es ist für mich die erste Rückkehr auf den Rasen dort.
WERDER.DE: Von 2015 bis 2022 hast du selbst für die TSG gespielt. Was verbindest du mit Hoffenheim?
Michaela Specht: Sehr viel. Das war der Großteil meiner Laufbahn. Das ist daher für mich ein besonderer Verein. Ich habe dort viel erlebt und sehr viele Freundschaften geschlossen. Dort wurde ich erwachsen.
WERDER.DE: Was müssen wir dort an den Tag legen, damit wir mit drei Punkten die Heimreise antreten können?
Michaela Specht: Wir müssen uns dort auf unsere Stärken berufen. Wir können mittlerweile einen sehr guten Fußball spielen. Das haben wir in der Hinrunde oft gezeigt. Gepaart mit dieser Werder-ekligen Mentalität ist da auf jeden Fall etwas möglich. Wir haben einen großen Vorteil – und das ist die Erfahrung. Im Schnitt sind wir deutlich älter. Das macht bei so einem Spiel sehr viel aus.
WERDER.DE: Wenn du auf den Rest der Saison schaust: wie sehen deine Ziele für dich, aber auch fürs Team aus?
Michaela Specht: Wir wollen uns in der Idee weiterentwickeln, wie wir Fußball spielen möchten. Dass wir sowohl mit als auch gegen den Ball mutig agieren. Persönlich würde ich gerne mit der U19 Österreichs zur Juniorinnen-Europameisterschaft fahren. Das ist möglich und ein Ziel. Dann hoffe ich für mich persönlich, dass ich für die A-Lizenz die Freude behalte, gerne hinzufahren und weitere Schritte zu gehen.
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