Ungenutzte Chancen

DER NACHBERICHT ZUR NIEDERLAGE GEGEN DIE TSG HOFFENHEIM

28.01.26 von Moritz Studer | 4 Min

Jovan Milosevic hadert nach einer vergebenen Torchance.

Leere in den Blicken. Diesen Fußball-Abend haben sich die Grün-Weißen anders vorgestellt. Bei der 0:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim fehlten dem SV Werder neben der nötigen Portion Spielglück auch der Zugang zum eigenen Spiel. Nun bleibt wenig Zeit, um die Kräfte mit Blick auf die nächste Aufgabe zu bündeln. Ein Nachbericht.

Sicherlich hätten die Vorzeichen der Begegnung besser sein können. Weil Kapitän Marco Friedl eine Gelbsperre absaß, Amos Pieper mit einer Fleischwunde am Knie ausfiel und auch Isaac Schmidt eine Gehirnerschütterung auskuriert, musste Cheftrainer Horst Steffen in seiner Abwehrkette Bastelarbeit leisten. Senne Lynen lief in der ungewohnten Position im Herzen der Dreierkette auf, Julian Malatini stand zum zweiten und Olivier Deman sogar zum ersten Mal in dieser Spielzeit in der Startformation.

Die Personalsituation alleine wollten die Grün-Weißen nicht als Ausrede geltend machen. Möglicherweise hätte die Begegnung auch eine andere Wendung nehmen können, als Justin Njinmah schon nach wenigen Sekunden im Strafraum einen freien Fuß bekam, das Ziel aber durch einen vielleicht zu hastigen Abschluss verfehlte (1.). Anschließend übernahmen die Kraichgauer das Kommando und der SVW fand kaum noch in die gewünschten Räume. „Hoffenheim hat es sehr gut gemacht, sodass unsere Abläufe nicht funktioniert haben“, erklärt Cheftrainer Horst Steffen. „Wir wollten immer flach herausspielen, haben dann aber in ihr Pressing gespielt. Wir haben nicht die Lösungen gefunden, die wir sonst zuletzt hatten.“

Romano Schmid und Marco Grüll klatschen nach Abpfiff miteinander ab, beide sehen sehr enttäuscht aus.
Werder muss die Köpfe für das nächste Heimspiel schnell wieder aufrichten (Foto: WERDER.DE).

Gleichzeitig ließ die Steffen-Elf selbst nur wenig zu, kassierte mit einem Sonntagsschuss von Alexander Prass zu dessen erstem Bundesliga-Tor dann aber einen Wirkungstreffer (44.). Dass Grischa Prömel nur wenige Augenblicke nach dem Platzverweis gegen Wouter Burger (52.) für die Hoffenheimer das zweite Tor nachlegte (54.), prangerten die Grün-Weißen im Kollektiv selbstkritisch an. Dass beim eigenen Zug zum Tor nur drei der 27 Torschüsse auf den Kasten von Nationaltorhüter Oliver Baumann kamen, verhinderte eine mögliche Aufholjagd in Überzahl, weswegen die Eintrittskarte für die Partie uneingelöst blieb. „Heute war es das erste Mal so, dass Hektik in die Abschlüsse gekommen ist“, sagt Steffen. „Ich hatte das Gefühl, dass sich die Jungs durch das 0:2 mehr unter Druck gesetzt haben und in Stress geraten sind.“

Dadurch brachte der Tabellendritte seinen Vorsprung letztlich ohne größere Probleme ins Ziel. Obwohl Coach Steffen in der Mixed Zone schon durchblicken ließ, dass er mit Innenverteidiger Pieper nicht für die Begegnung mit Borussia Mönchengladbach plant, kehrt mindestens Kapitän Friedl zurück, der dem grün-weißen Spiel wieder mehr Stabilität und Flexibilität geben dürfte. „Das war heute nicht die Leistung, die wir von uns erwartet haben“, hadert Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz. „Wenn du so lange kein Spiel gewinnst, musst du zusammenbleiben und am Wochenende eine bessere Leistung auf den Platz bringen.“ Ein Sieg als angestrebter Brustlöser.

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