Werder bei Fan Zhendong und Co.: Zwischen Wunder-Wunsch und Taktik-Tricks

Fanbus-Reise nach Frankfurt zum Liebherr TTBL Final4 in Planung

13.04.26

Wunder gibt es immer wieder: Mit dem Schlager als Mutmacher im Hinterkopf, aber vor allem viel Sinn für die Realität ist der SV Werder etwas mehr als ein halbes Jahr nach seinem 3:2-Coup in der Tischtennis-Bundesliga gegen Champions-League-Gewinner Sieger 1. FC Saarbrücken-TT zum Rückspiel beim Titelkandidaten um Superstar Fan Zhendong abgereist.

Das letzte Auswärtsspiel der Grün-Weißen in der regulären Saison am Mittwoch (19.00 Uhr/Livestream bei Dyn) birgt Brisanz: Doch nicht etwaige Revanchegelüste der Saarländer machen den Reiz des ersten Wiedersehens beider Klubs nach Bremens „Wunder von der Weser“ aus, sondern vor allem der tatsächlich noch fiktive und zugleich doch schon greifbare Charakter einer Generalprobe für ein mögliches Halbfinale oder gar Endspiel beim Liebherr TTBL Final4 am 30. und 31. Mai in Frankfurt.

Nur noch Herbstmeister Bremen kann Spitzenreiter Borussia Düsseldorf den Hauptrundensieg und damit das neue Privileg der Wahl eines Gegners für das Final4-Halbfinale streitig machen. Dafür aber müsste einerseits das Team von Werders Trainer Cristian Tamas außer in Saarbrücken auch das letzte Spiel der Punktrunde am Sonntag (15.00 Uhr/Livestream bei Dyn) gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gewinnen und andererseits Düsseldorf seine beiden letzten Punktspiele verlieren.

Dass die Borussen im Fall von Platz eins ihren Erzrivalen Saarbrücken wählen würden, gilt als unwahrscheinlich. Kann Werder jedoch wiederum Rang zwei in der Abschlusstabelle - und damit zugleich seine beste Bundesliga-Platzierung nach der Punktrunde - erreichen, blieben durch Düsseldorfs Präfenzen nur Fan Zhendong und Co. als Bremer Vorschlussrunden-Kontrahent übrig. Sollte Bremen allerdings noch auf den dritten Platz zurückfallen, könnte sich auch die Gesamtkonstellation für Werder beim Final4 verändern. Endgültig Klarheit herrscht erst am Sonntag nach Ende der Hauptrunde und dem „Halbfinal-Pick“ des Tabellenersten.

Den Rechenschieber hat der Werder-Tross denn auch am Dienstagmorgen bei der Abfahrt ins Saarland gar nicht erst im Gepäck gehabt. „Wir erinnern uns immer wieder gerne noch an unsere Sternstunde im vorigen Herbst gegen Saarbrücken, aber wir geben uns dennoch keinen Illusionen hin: Saarbrücken ist in seiner zu erwartenden Bestbesetzung trotz unseres Sieges im Hinspiel haushoher Favorit und wir ein ganz, ganz klarer Außenseiter“, skizziert Teammanager Sascha Greber ohne Understatement die Kräfteverhältnisse ungeschminkt.

Auch nach Ansicht von Tamas käme der achte Saisonsieg seines Teams in einer fremden Halle, durch den Werder seinen sechs Jahre alten Rekord von insgesamt 15 Erfolgen in der regulären Saison verbessern würde, beinahe einem weiteren Tischtennis-Märchen gleich: „Wir versuchen uns natürlich wieder an einem Wunder, aber wollen uns bei dieser außérgewöhnlichen Leistungsstärke des Gegners vor allem so teuer wie möglich verkaufen. Nach 20 Jahren in der Bundesliga ist uns klar, dass Saarbrückens Spieler jetzt in der wichtigen Saisonphase viel fokussierter sein werden als zum Zeitpunkt unseres Hinspiels.“

Ob sich wie in Bremen wieder Fan-Zhendong-Schreck Marcelo Aguirre gegen den Olympiasieger aus China beweisen darf oder ein anderer Werderaner aus dem Trio Kirill Gerassimenko, Mattias Falck und Irvin Bertrand sein Glück gegen den zweimaligen Einzelweltmeister probieren kann, will Tamas bis zum Spieltag nicht öffentlich machen. Ohnehin erscheint vor dem Hintergrund der Final4-Perspektiven fraglich, ob beide Teams schon dieses Mal ihre Karten auf den Tisch legen oder bei der Aufstellung taktieren, täuschen und tricksen. „Das wird spannend zu sehen“, meint Tamas, „wir haben letztlich weniger zu verlieren als Saarbrücken. Sie aber wissen durch das Hinspiel, dass wir ihnen gefährlich werden können.“

Saarbrücken hin, Düsseldorf oder sogar TTC Schwalbe Bergneustadt her – Unterstützung durch seine Anhänger braucht das Tamas-Team in Frankfurt in jedem Fall. Dafür bereitet der SV Werder bereits für die Fans der Grün-Weißen eine Busreise zum Bremer Halbfinale am 30. Mai (Samstag/13.00 oder 17.00 Uhr) nach Frankfurt und mit einer anschließenden Rückfahrt vor. Weitere Informationen gibt Werder zeitnah nach Abschluss der Planungen bekannt. (Foto: Werder Bremen/Robert Klein)

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