Werder nach Gipfel der ausgelassenen Chancen ein „Sieger der Herzen“

Tamas-Lob nach Duell im Platz eins: „Nicht viel falsch gemacht“

27.03.26

Nach einem Spiel der ausgelassenen Chancen gegen Spitzenreiter Borussia Düsseldorf sind die Chancen des SV Werder in der Tischtennis-Bundesliga auf den wichtigen Hauptrundensieg beinahe auf ein Minimum gesunken. In einem packenden Gipfeltreffen mit den in der Rückrunde weiter unbesiegten Rheinländern mussten sich die von ihrem überragenden Seriensieger Kirill Gerassimenko angeführten Grün-Weißen höchst unglücklich mit 2:3 geschlagen geben und fielen damit nach fast vierstündiger Spielzeit auf Platz zwei vor den letzten beiden Runden der regulären Saison vier Punkte hinter den Rekordmeister zurück.

Das Ergebnis im Hexenkessel der ausverkauften Klaus-Dieter-Fischer-Halle hätte durchaus umgekehrt und tatsächlich sogar auch 3:0 oder 3:1 für die Gastgeber lauten können. Denn neben Gerassimenkos Punkten durch die Einzelsiege Nummer acht und neun des Kasachen nacheinander hatten Mattias Falck und Irvin Bertrand bei ihren Fünfsatzniederlagen durch jeweils einem Matchball ebenfalls Chancen auf einen Erfolg. Beide ließen im entscheidenden Abschlussdoppel weitere Gelegenheiten zum dritten Bremer Sieg in Folge ungenutzt.

„Wir fühlen uns nicht als Verlierer. Unsere Punkte haben wir mit 3:0 gewonnen und hatten in den drei anderen Spielen einmal als Erstes Matchball und zweimal eine klare Führung. Das war kein Dämpfer, weil die Jungs eine richtig gute Leistung gebracht haben. Wir hätten gegen Borussia Düsseldorf gewinnen können – da können wir nicht so viel falsch gemacht haben“, bilanzierte Werder-Trainer Cristian Tamas am Dyn-Mikrofon.

Den nur noch geringen Aussichten der Werderaner auf Platz eins nach der Punktrunde und damit das Exklusivrecht zur Auswahl des Halbfinalgegners bei der schon erreichten Final-Four-Endrunde trauerte Teammanager Sascha Greber nicht wirklich hinterher. „Wir hätten gegen Düsseldorf hoch gewinnen müssen und außerdem das schwereren Restprogramm gehabt. Wir haben aber gezeigt, dass wir auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter sind und haben uns auch nichts vorzuwerfen, denn wir haben alles gegeben, um für alles zu kämpfen.“

In die Reichweite des weiterhin möglichen Rekords in Bremens Bundesliga-Geschichte von 16 Siegen in der Punktrunde hatte Gerassimenko die Hausherren durch mitreißende Galavorstellungen gebracht. Hatte der 29-Jährige im Auftaktmatch gegen Li Yongyin souverän für Bremens erste Führung gesorgt, imponierte Gerassimenko im späteren Topeinzel gegen Kanak Jha durch außerordentliche Comeback-Qualitäten. Denn nach seinem 11:7 im ersten Satz gegen den Kalifornier mit deutschem Pass, der bei Werders 3:0-Hinspielsieg nicht zum Einsatz gekommen war, holte die Nummer eins des SVW den zweiten Durchgang nach einem 1:8 und Abwehr von vier Satzbällen ebenso noch mit 12:10 wie den dritten Satz trotz eines 2:8 und erneut vier gegnerischen Satzbällen.

Zwischen Gerassimenkos Siegen waren die Gastgeber vorübergehend mit 1:2 in Rückstand geraten. Zunächst verspielte Falck gegen Jha im vierten Durchgang eine 2:1-Satzführung und einen 9:7-Vorsprung, ehe der Schwede in fünften Satz einen Matchball zum 2:0 vergab. Ähnlich unglücklich unterlag anschließend Bertrand gegen Anton Källberg: Der Franzose holte gegen Falcks Landsmann inklusive eines abgewehrten Matchballes zweimal einen Satzrückstand auf und erspielte sich im Entscheidungsdurchgang selbst einen Matchball nun zu Werders 2:1-Führung, musste letztlich jedoch mit 10:12 geschlagen aus der Box.

Im Doppel schlüpften Falck und Bertrand endgültig in die Rolle tragischer Figuren: Beim 2:3 gegen Källberg/Li führte Werders zuvor noch unbesiegte Top-Kombination nach drei Sätzen und hatte im fünften Durchgang bei einem 8:4-Polster Werders ersten Heimsieg gegen Düsseldorf nach fast 13 Jahren vor Augen, ehe die Gäste-Paarung die gesamte Begegnung durch sieben Punkte nacheinander noch drehte.

Für Bremen stehen nach der verlängerten Osterpause zu Beginn der zweiten April-Hälfte noch zwei Begegnungen auf dem Programm. Am 16. April (Donnerstag/18.30 Uhr) gastiert Werder beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, ehe das Tamas-Team drei Tage später (19. April/Sonntag/15.00 Uhr/beide Spiele im Livestream bei Dyn) im letzten Heimspiel der Saison den Post SV Mühlhausen empfängt. Die Premiere des neuen Final-Four-Formats mit dem SV Werder findet am 30./31. Mai an einem noch nicht feststehenden Ort statt. (Foto: Werder Bremen)

Tischtennis, Bundesliga, 20. Spieltag:

Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 2:3

Kirill Gerassimenko – Li Yongyin 3:0 (11:8, 12:10, 11:7)

Mattias Falck – Kanak Jha 2:3 (2:11, 11:3, 11:9, 10:12, 10:12)

Irvin Bertrand – Anton Källberg 2:3 (10:12, 11:7, 7:11, 13:11, 10:12)

Gerassimenko – Jha 3:0 (11:7, 12:10, 12:10)

Falck/Bertrand – Källberg/Li 2:3 (3:11, 11:7, 11:6, 5:11, 8:11)

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