Über das Zentrum zum Erfolg

WARUM DANIEL THIOUNE GEGEN UNION BERLIN ZUR HALBZEIT DAS SYSTEM UMSTELLTE

09.03.26 von Tom Ole Theilken | 3 Min

Daniel Thoiune zeigt den Daumen hoch im Stadion An der Alten Försterei.

Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit staunten viele Zuschauer*innen im Stadion An der Alten Försterei nicht schlecht: Werder-Cheftrainer Daniel Thioune brachte trotz 2:1-Führung mit Leonardo Bittencourt und Julian Malatini gleich zwei frische Kräfte für den zweiten Durchgang gegen Union Berlin. Zwar waren die ausgewechselten Niklas Stark und Keke Topp beide mit gelb vorbelastet, Daniel Thioune erklärte am Montag in einer Medienrunde dennoch ausführlich, warum er sich für die Wechsel entschied.

Denn der 51-Jährige stellte mit den Wechseln auch das System um. Von einer Viererkette veränderte sich Werders Grundformation zu einer Dreierkette. Senne Lynen rückte halbrechts in die letzte Reihe. Leonardo Bittencourt verstärkte dafür das Zentrum, während Marco Grüll die Rolle im Sturmzentrum übernahm. "Ich habe ja bereits betont, dass es keine Rolle spielt was wir für ein System spielen, sondern wichtig ist wie wir spielen. Es hat uns in der zweiten Halbzeit gutgetan auf die Dreierkette umzustellen. Ich wollte eine Konterabsicherung haben, da Union eher auf die Umschaltmomente gesetzt hat." Mit Erfolg: Im zweiten Durchgang ließ der SVW gegen die in Unterzahl lauernden Köpenicker kaum gefährliche Situationen zu.

Zudem wollte Thioune einen zweiten Vorteil durch die veränderte Grundordnung bezwecken: „Union stand sehr tief, hat aber Probleme gekriegt, wenn sie rausgestoßen sind und attackiert haben und wir dann das Zentrum in Überzahl hatten." Der Coach führt zufrieden aus: "Die Räume, die dann besetzt waren vom Positionsspiel her, das war dann sicherlich sehr nah an dem was ich mir vorstelle."

Auch personell bewies Thioune ein gutes Händchen. Leonardo Bittencourt zeigte in jenem wichtigen Zentrum ein präsentes Spiel, erfüllte seine Defensivaufgaben und bereitete zur Krönung auch das 4:1 durch Patrice Covic vor. Thioune sprach dem Routinier am Montag sein vollstes Vertrauen aus: „Das Spiel war einfach prädestiniert dafür das Zentrum mit den besten Fußballern zu überladen. Ich lasse da nicht mit mir streiten, dass Leo sicherlich zu den besten Fußballern gehört, die im Zentrum aktiv sind.“

Die Variabilität in der Grundordnung sei laut dem Cheftrainer auch das erste Produkt aus den vergangenen Trainingswochen: "Ich habe jetzt auch die Zeit im Training geduldig etwas aufsetzen zu können. Das ist eine Perspektive die wir haben, mit der Qualität die vorhanden ist. Wir schaffen es gerade ganz, die Spieler mit ihren Stärken in die Positionen zu kriegen. Gestern Abend haben wir das sogar sehr gut geschafft. In der Zukunft, glaube ich, kann das noch viel mehr so sein, wie ich mir Fußball vorstelle sodass eine gewisse Handschrift von mir zu erkennen ist.“

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