Mehr Durchschlagskraft entwickeln

DER NACHBERICHT ZUM SPIEL IN STUTTGART

28.04.26 von Marcel Kuhnt | 3 Min

Zwei Männer, die sich bei einer Veranstaltung im Freien die Hand geben; der eine trägt einen weißen Kapuzenpulli, der andere eine schwarze Mütze. Im unscharfen Hintergrund ist eine Menschenmenge zu sehen.

Einsatz, Willen, Leidenschaft: Der SV Werder zeigte beim 1:1 in Stuttgart vor allem in der Defensive eine starke Leistung und holte erstmals gegen ein Top-Team der Bundesliga Zählbares. Damit das noch häufiger passiert, will Cheftrainer Daniel Thioune in Zukunft auch an der offensiven Durchschlagskraft arbeiten. Ein Nachbericht.

„In den letzten Monaten war für uns entscheidend, dass wir Stabilität reinbekommen. Das ist und wird weiterhin die Basis sein“, so Daniel Thioune. Beim Spiel in der MHP Arena warfen sich die Grün-Weißen in alles rein, was möglich war – teilweise sogar mit mehreren Akteuren. Die Grätschen und Zweikämpfe sind das Offensichtliche der Aufopferungsbereitschaft. Und die Zahlen untermauern dieses Gefühl. Nicht nur, dass das Duell zwischen Werder und Stuttgart die Partie mit den meisten Zweikämpfen des Spieltags war (227). Der SVW gewann auch 52,9 Prozent aller Duelle am Sonntagnachmittag sowie 58,3 Prozent aller Luftzweikämpfe. Leider waren Stark, Pieper und Co. in einer Aktion unaufmerksam, so dass der eingewechselte Ermedin Demirovic in der 61. Minute per Kopf den Ausgleich erzielte.

Stuttgarts Joker glich damit für seine Farben aus, nachdem Jens Stage den SVW im ersten Durchgang in Führung bringen konnte (18.). Der Däne wandelt mit nun zehn Saisontoren auf den Spuren Diegos, der der letzte Werder-Mittelfeldspieler war, der in zwei aufeinanderfolgenden Saisons zweistellig traf. „Wer zehn Tore erzielt, hat einen sehr hohen Wert für uns. Er ist definitiv ein Unterschiedsspieler für unser Team. Oder auch auf die gesamte Liga gesehen“, unterstreicht Thioune in einer Medienrunde die immense Bedeutung Stages für das Werder-Spiel. Gleichzeitig drückt er auch in die grün-weiße Wunde. „Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass uns in der Offensive oft die nötige Durchschlagskraft in den bisherigen Spielen gefehlt hat.“

Jens Stage klatscht nach dem Führungstor mit seinen Mitspielern ab.
Mit zehn Toren ist Jens Stage Werders bester Torschütze (Foto: W.DE).

An diesem Problem will Thioune anknüpfen, spätestens im Hinblick auf die neue Saison. „Wenn wir nach der Spielzeit ein Fazit ziehen, müssen wir alle Bereiche hinterfragen. Wo waren wir gut, wo müssen wir uns verbessern. In der Offensive sehe ich noch sehr viel Potential. Wenn wir über Fußball sprechen, dann wollen wir auch über das Spielen und die Spielanlage reden. Ich wünsche jedem, der es mit Werder hält, dass er wieder attraktiven und offensivausgerichteten Fußball sieht.“

Bevor der Zeitpunkt kommt, um sich darüber Gedanken zu machen, müssen aber zunächst die Aufgaben der laufenden Saison erledigt werden. Und die nächste Aufgabe heißt FC Augsburg. „Solange wir rechnerisch noch nicht gerettet sind, sind wir gut beraten nur auf uns zu schauen“, sagt Werders Cheftrainer und ergänzt: „Der FCA macht es aktuell sehr gut und hat mit dem Abstieg auch nichts mehr zu tun.“

Damit das vorletzte Heimspiel ein Erfolg wird, hilft der Punktgewinn im Schwabenland. Denn der „Zähler war nicht nur für die Tabellensituation sehr viel wert, sondern auch für die Entwicklung. In den Duellen mit den Top-Teams sind wir ein Schritt vorangekommen. Nicht viele haben uns zugetraut, dass wir aus Stuttgart etwas mitnehmen. Doch das Ergebnis gibt uns so viel. Wir gehen mit der Überzeugung in die neue Trainingswoche, Augsburg zuhause schlagen zu können.“ Wenn das gelingen sollte, ist ein weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt getan.

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