„Jeder ist in der Verantwortung, den Turnaround zu schaffen“

CLEMENS FRITZ IN DER MIXED ZONE ÜBER DIE FREISTELLUNG VON HORST STEFFEN

01.02.26 von Colin Hüge | 4 Min

GeschäftsführerFußball Clemens Fritz auf dem Podium bei der Pressekonferenz im grauen Polosweatshirt

Nach der Freistellung von Cheftrainer Horst Steffen am Sonntag, 01.02.2026, hat Geschäftsführer Fußball, Clemens Fritz, in einer Mixed Zone Rede und Antwort gestanden. Dabei beantwortete der 45-Jährige die Fragen der Journalist*innen und sprach über…

… die Freistellung von Horst Steffen: „Wir haben aus voller Überzeugung gehandelt. Wir haben uns das auch alles anders vorgestellt. Wir haben am gestrigen Abend zusammengesessen und die sportliche Situation bewertet. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls brauchen, um uns aus der Situation herauszuziehen. Es ist keine unmögliche Situation, aber eine herausfordernde, wenn wir auf die Tabelle schauen. Die Entscheidung, Horst freizustellen, war nicht einfach, weil wir ihn sehr wertgeschätzt haben. Wir haben ihm die Entscheidung am Morgen mitgeteilt und dann auch der Mannschaft.“

… die Interimslösung mit den Co-Trainern Duarte & Groß: „Wir wollen schnellstmöglich eine Lösung finden und einen neuen Cheftrainer präsentieren. Wir schätzen Raphael und Grosso sehr. Ich habe mit Raphael gesprochen, dass er dabeibleibt. Bis zur Präsentation eines neuen Cheftrainers werden sowohl Raphael als auch Grosso die Interimslösung darstellen und möglicherweise in Freiburg auf der Bank sitzen.“

… ein mögliches Trainerprofil: „Wir haben unser Profil klar dargelegt. Da gebe ich aber keine Informationen nach außen, sondern behalte das intern. Wichtig ist für uns, dass es um neue Energie, neue Impulse und eine klare Ansprache geht. Wir wissen, was wir brauchen und was wir suchen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Wir haben einen engen Kandidatenkreis, mit dem einen oder anderen Namen auf der Liste, müssen da aber auch auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten achten.“

… den Saisonverlauf: „Wir hätten mehr Punkte holen können. Trotzdem wollten wir keine Schnellschüsse machen, sondern mit Ruhe und Klarheit agieren. Das ist das, was Werder Bremen immer ausgezeichnet hat. Wir haben intern viele Gespräche geführt und Fakten gesammelt, um uns ein ganzheitliches Bild zu schaffen und diesen Schritt zu gehen.

Horst Steffen blickt nach oben in Nahaufnahme
Horst Steffen ist nicht mehr Cheftrainer der Grün-Weißen (Foto: W.DE).

… die Reaktion der Mannschaft: „Wir haben intern die Gespräche geführt. Es ist auch für die Mannschaft schwierig. Ich kann ihr kein Vorwurf machen, weil sie immer Energie auf den Platz gebracht hat. Es gibt keinen Alleinschuldigen. Ich bin da auch in der Verantwortung, so wie die Mannschaft. Die Jungs haben in den vergangenen Spielen wie gegen Gladbach und Frankfurt gezeigt, dass sie gewillt ist und Charakter zeigen kann. Wir haben aber gemerkt, dass wir einen neuen Impuls brauchen.“

… die Qualität im Kader: „Wir haben die Qualität in der Mannschaft. Es war aber nicht leicht für Horst, da er durch viele Verletzungen am Anfang nicht immer aus dem Vollen schöpfen konnte. Wir hatten eine große Veränderung im Kader. Ich habe nie daraus ein Hehl gemacht, dass es ein herausforderndes Jahr werden kann. Wir werden jetzt nicht von unserem Weg abgehen, junge Spieler weiterzuentwickeln. Aber es ist klar, dass es um den Klassenerhalt mit Werder Bremen geht. Wir müssen die eigenen Interessen jetzt hintenanstellen. Es gilt, mit positiver Energie und vollem Fokus in die nächsten Aufgaben zu gehen. Da ist jeder in der Verantwortung, um den Turnaround zu schaffen.“

… Kritik an der Kaderplanung: „Ich stehe in der Verantwortung, bin empfänglich für Kritik und nehme diese an. Es ist eine herausfordernde Situation für mich und uns alle. Ich bin niemand, der vor schwierigen Situationen wegläuft und bin sehr reflektiert, was mein Handeln angeht. Und da geht’s immer in erster Linie um Werder Bremen.“

… mögliche Neuzugänge am Deadline-Day: „Wir schauen, was umsetzbar ist. Da hat sich zu meinen Aussagen der vergangenen Tage aber nichts geändert. Wenn es wirtschaftlich umsetzbar ist und jemand in unser Profil passt, dann kann sich noch was ergeben. Wir werden aber nichts machen, nur um etwas gemacht zu haben.“

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