Die Durchschlagskraft fehlt: Werder verliert in Leverkusen

DER SPIELBERICHT ZUM AUSWÄRTSSPIEL BEI BAYER 04 LEVERKUSEN

24.01.26 von Moritz | 5 Min

Jens Stage mit Blick auf den Ball, um ihn herum viele Leverkusener.

Der SV Werder Bremen hat sich zum Beginn der Englischen Woche mit einer Niederlage abfinden müssen. Vor 30.210 Zuschauer*innen in der BayArena unterlagen die Grün-Weißen Bayer 04 Leverkusen mit 0:1 (0:1). Insbesondere im ersten Durchgang boten sich dem SVW gute Gelegenheiten, selbst auf die Anzeigetafel zu kommen, doch nach der Pause fehlte die Durchschlagskraft. Der Spielbericht.

HALBZEIT 1Schick mit der Hand, Alu-Treffer auf beiden Seiten

Cheftrainer Horst Steffen schickte das gleiche Personal ins Rennen, das sich in der Vorwoche mit 3:3-Unentschieden von Eintracht Frankfurt trennte, Joker Samuel Mbangula stand allerdings aus privaten Gründen nicht zur Verfügung. Werder erwischte in einer turbulenten Anfangsphase einen guten Start und prüfte schon nach wenigen Zeigerumdrehungen Janis Blaswich. Marco Grüll legte einen schnell ausgeführten Freistoß schnell in den Lauf von Jens Stage, dessen Abschluss zu zentral blieb, um den B04-Schlussmann zu überwinden (3.). Kurz darauf wurde Justin Njinmah nach einem Steilpass von Romano Schmid aus aussichtsreicher Position noch abgedrängt (6.).

Die Werkself meldete sich mit einem kurz ausgeführten Eckball in der Begegnung an, als Loïc Badé das Spielgerät im Fünfmeterraum vor die Füße fiel, das er jedoch nicht am herauseilenden Mio Backhaus vorbeibekam (8.). Weil Werders Nummer 30 bei der Klärungsaktion mit Amos Pieper zusammenrauschte und Letzterer mit einem blutenden Knie vom Feld musste, war der SVW in Unterzahl, als Patrik Schick eine Badé-Flanke veredelte (12.). Weil der Tscheche das Leder aber mit dem Arm über die Linie drückte, wurde der Treffer auf Hinweis des VAR einkassiert (14.).

Trotzdem drückten in diesen Minuten die Gastgeber auf die Führung, für die Ernest Poku aus wenigen Metern den halbleeren Kasten verfehlte (18.). Auf der anderen Seite kombinierten sich die Grün-Weißen in eine weitere Abschlussposition, doch Marco Grüll kam nach einem Kontakt von Ibrahim Maza zu Fall – für Schiedsrichter Tobias Reichel nicht ausreichend für einen Strafstoß (26.). Nach der folgenden Ecke beförderte Schmid die Kugel als Schussflanke ins Zentrum, sodass schließlich Blaswich die Endstation war (27.).

Dessen Pendant Backhaus durfte sich dann auch nochmal auszeichnen, als Poku unter Druck vom für Pieper eingewechselten Julian Malatini auf ihn zusteuerte. Der U21-Nationaltorhüter blieb aber Sieger im Eins gegen Eins mit dem Niederländer (34.). Schließlich testeten beide Duellanten auch noch das Aluminium: Njinmah ließ eine Schmid-Flanke über den Schädel rutschen, die den Pfosten küsste (41.). Für Leverkusen gab Maza einen verdeckten Distanzschuss ab, der an die Torstange klatsche (45.+2).

Marco Grüll sitzt auf dem Boden und beschwert sich.
Marco Grüll blieb nach einem Kontakt von Maza ein Strafstoß verwehrt (Foto: WERDER.DE).

HALBZEIT 2Werder mit viel Ballbesitz, Leverkusen lauert

Nach dem Seitenwechsel überließ die Werkself der Steffen-Elf sichtbar den Ballbesitz, um selbst über Nadelstiche gefährlich zu werden. Der SVW kombinierte sich immer wieder geduldig an den Strafraum, wo der Champions-League-Teilnehmer kompakt verteidigte. Über Umwege kam Schmid trotzdem zum Schuss, doch ein Abwehrbein verhinderte den Einschlag aus 14 Metern (49.). Auf der anderen Seite kam ebenfalls mit der nötigen Fortune das Spielgerät zu Alejandro Grimaldo, der Backhaus zu einer Parade zwang (50.).

Insgesamt gelang es den Gästen zu selten, sich in aussichtsreiche Räume zu kombinieren. Weil Werder aber auch in der defensiven Umschaltbewegung sehr aufmerksam war, bekam das Publikum zunächst nur sehr wenig Torraumszenen geboten. Dann war es Grimaldo, der einmal mehr in der linken Halbspur in den Strafraum einzog, dort aber wieder an Backhaus scheiterte (75.).

Obwohl die Grün-Weißen alles probierten und bis zum Ende anliefen, fehlte ihnen die Durchschlagskraft, um die Niederlage gegen eine passive Werkself noch abzuwenden. Dem SV Werder bleibt nun nicht viel Zeit, um einen Haken hinter die Niederlage zu setzen. Denn schon am Dienstagabend, 27.01.2026, um 20.30 Uhr steht im Weserstadion das Nachholspiel gegen die TSG Hoffenheim an.

Julian Malatini mit Blick auf den Ball, Aleix Garcia verfolgt ihn.
Leverkusen überließ Werder nach der Pause den Ball und lauerte auf Konter (Foto: WERDER.DE).

Statistik

Bayer 04 Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Badé - Maza (72. Arthur), Aleix Garcia (73. Palacios) - Vazquez (57. Fernandez), Hofmann, Grimaldo, Poku (57. Tillman) - Schick

SV Werder: Backhaus - Pieper (15. Malatini), Friedl, Coulibaly - Sugawara (79. Topp), Lynen, Stage, Schmidt (46. Deman) - Grüll (60. Milošević), Schmid - Njinmah

Tor: 1:0 Vazquez (38.)

Gelbe Karten: Hofmann, Badé / Friedl (5. Gelbe Karte), Malatini, Deman

Schiedsrichter: Tobias Reichel

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

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