Plötzliche Standard-Gefahr

ÜBER DIE UNGEWOHNTE ECKEN-AUSBEUTE GEGEN UNION BERLIN

09.03.26 von Linus Karzig | 3 Min

Eigentlich war der SV Werder in dieser Spielzeit bisher nicht für seine Gefahr bei Standardsituationen bekannt. Beim 4:1-Auswärtssieg gegen Union Berlin sorgten nun zwei im Kollektiv stark ausgeführte Ecken für die Wendung im Spiel.

Ecke, Kopfball, Tor. So einfach kann es manchmal sein. Für den SV Werder waren Standards in der laufenden Spielzeit bisher allerdings keine wirkliche Spezialität. Bis zum 2:1-Führungstreffer durch Jens Stage gegen Union Berlin hatte es an den bisherigen 24 Spieltagen zuvor kein unmittelbares Tor nach einem ruhenden Ball vom äußersten Rand des Spielfeldes für Grün-Weiß gegeben. Bisher gab es lediglich Situationen, in denen ein Tor im Zuge einer Ecke entstand, wie bei Marco Friedls Tor beim 1:1 gegen den 1. FC Köln und Keke Topps spätem Ausgleichstreffer gegen Borussia Mönchengladbach. Die Eckstöße werden seit der Übernahme von Daniel Thioune hauptsächlich von Olivier Deman und Cameron Puertas getreten.

So auch gegen Union Berlin, wo bereits das zwischenzeitliche 1:1 durch Deman aus einem Eckball des Spaniers resultierte. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich war es erneut an Puertas den Ball von der rechten Eckfahne in die Mitte zu schlagen. Punktgenau landete das Spielgerät am kurzen Pfosten auf dem Kopf von Jens Stage, der präzise zur 2:1-Führung einnickte. Das erste direkte Eckballtor für den SVW in dieser Saison. Dass dieser Erfolg bei Eckstößen kein Zufall ist erklärte Thioune am Tag nach dem Auswärtserfolg. „Gerade das Standardtraining war sehr gut in den letzten Wochen", sagte der 51-Jährige. „Wir haben auch Christian Groß (verantwortlich für die Standards, Anm. d. Red.) gesehen, der sich in den letzten Wochen darüber geärgert hat, dass die Standards eher unerfolgreich waren."

Cameron Puertas blüht unter Daniel Thioune weiter auf. Auch als Mann für die Eckstöße. (Foto: WERDER.DE)

Torschütze Stage ist als Zielspieler bei Ecken dabei eine logische Wahl. Immerhin hat der Däne in der aktuellen Saison bereits zweimal per Kopf getroffen. Doch nicht allein die Kopfballstärke des 29-Jährigen garantiert fruchtbare Eckbälle. „Das zweite Tor war wirklich in allen Bereichen sensationell. Wie Cameron Puertas den Eckball tritt, wie welche Räume blockiert werden und wo wir Jens Stage dann freibekommen."

Für Thioune sind Standards darüber hinaus auch nicht nur ein einfaches Mittel zum Zweck sondern ein entscheidender spielerischer Aspekt im Abstiegskampf: „Standards können Spiele entscheiden, das haben wir gestern getan, mit den zwei die wir hatten. Im Abstiegskampf entscheiden Details", ordnet der Fußballlehrer ein. „Am Ende des Tages sind sie immer ein Schlüssel zum Erfolg. Ich glaube, das wird nicht unser letztes Standardtor gewesen sein.“

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