Vertrauen in das eigene Spiel

DER NACHBERICHT ZUM AUSWÄRTSSPIEL BEI BORUSSIA DORTMUND

14.01.26 von Moritz Studer | 3 Min

Marco Grüll im Zweikampf mit Felix Nmecha.

Die Blicke sind leer, die Hände leider auch. Obwohl der SV Werder bei der 0:3-Niederlage bei Borussia Dortmund über weite Strecken des Spiels dem Tabellenzweiten eine ausgeglichene Partie aufzwang, ging es letztlich ohne Punkte auf die Heimreise. Das gezeigte Vertrauen in das eigene Spiel ist trotzdem eine Grundlage, die die Grün-Weißen mit in die kommenden Wochen tragen muss. Ein Nachbericht.

Denn Werder begann mutig und hatte schon nach vier Minuten die Führung durch den enteilten Justin Njinmah auf dem Fuß (4.), kurz danach verfehlte ein Fernschuss von Marco Grüll nur knapp das Gehäuse (5.). „Es ist unglücklich, dass wir uns nicht belohnen und direkt ein Gegentor kassieren“, haderte Cheftrainer Horst Steffen. Nach einer Ecke von Julian Ryerson entledigte sich Nico Schlotterbeck seinen Bewachern und nickte aus kürzester Distanz für den BVB ein (11.). „Die Mannschaft ist aber bei sich geblieben und hat es selten so gut durchgespielt wie heute.“

Wieder war es Njinmah, der nach einem Tiefenball von Romano Schmid abseitsverdächtig gestartet war und an Torhüter Gregor Kobel scheiterte (18.). Insgesamt erarbeiteten sich die Grün-Weißen mehr Spielanteile und trafen auf tiefstehende Hausherren. „Wir haben von der Spielanlage und den Räumen, die wir bespielen wollten, über 60, 70 Minuten ein gutes Auswärtsspiel gemacht“, resümierte Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz. „Trotzdem stehen wir mit null Punkten da – das tut schon weh, wenn du nach einer ordentlichen Leistung so nach Hause fährst.“

Jens Stage liegt auf dem Boden.
Stage & Co. fehlten in Dortmund Spielglück und Durchschlagskraft (Foto: WERDER.DE).

Denn obwohl der SVW mit 54 Prozent über mehr Ballbesitz verfügte, wurden die Borussen durch ihre Umschaltmomente gefährlicher. Schließlich war es Marcel Sabitzer, der für die Entscheidung sorgte (77.). Kurz darauf verlor Amos Pieper, bis dahin mit einer Zweikampfquote von 77,8 Prozent einer der stärksten Bremer, die Kugel an Jobe Bellingham, der Serhou Guirassy den dritten Treffer auflegte (83.). „Es ist ein Ergebnis“, wie die Werderaner unisono in der Mixed Zone betonten, „das zu hoch ausfällt.“

Trotzdem sahen die über 8.000 mitgereisten Fans und auch die Verantwortlichen gute Ansätze, die sie in das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (Fr., 16.01.2026, 20.30 Uhr) transportieren müssen. Denn der SVW eröffnete die Partie immer wieder mutig und befreite sich mit einer guten Spielanlage häufig aus dem Pressing des BVB. „Das Selbstvertrauen war daran zu erkennen und das müssen wir mitnehmen“, sagt Steffen. „Wenn wir uns noch mehr Aktionen erspielen, bin ich mir sicher, dass wir auch wieder treffen werden.“ Der Klang des Nebelhorns ist am Freitagabend gerne erwünscht.

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