„An diesem Gerüst gilt es, sich nach oben zu ziehen“
NIKLAS STARK IM INTERVIEW VOR DEM HEIMSPIEL GEGEN DEN 1. FC HEIDENHEIM
26.02.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Endlich ist Niklas Stark wieder fit. Der 30-jährige Innenverteidiger hat nicht viel Zeit, um sich langsam zurück an den Bundesliga-Fußball zu tasten, sondern ist direkt ein wichtiger Bestandteil für den SV Werder. Im Interview vor dem wichtigen Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim spricht Stark über die körperliche sowie mentale Belastung, Abstiegskampferfahrungen und die richtige Balance.
WERDER.DE: Moin Starki, was hat nach der Niederlage auf St. Pauli mehr überwogen. Die mentale oder nach deiner langen Pause die physische Belastung?
Niklas Stark: Puh, gute Frage. Irgendwie beides. Körperlich ist das relativ gut zu händeln, denn wahrscheinlich war jeder schon einmal so fertig, dass er fast nicht mehr laufen konnte. Mental ist es dann schon schwer, weil wir uns über die 90 Minuten viel mehr erhofft haben. Das ist einfach bitter, weil du nicht allein dastehst, sondern viele Leute mitleiden.
WERDER.DE: Nach einer Halbzeit gegen die Bayern, standst du auf St. Pauli über die komplette Zeit auf dem Platz. Wie gehst du mit dem kalten Wasser um, in das du reinspringen musst?
Niklas Stark: Darum geht’s im Moment nicht. Wir haben wichtige Spiele vor uns. Jeder von uns stellt seine Sachen in den Hintergrund und möchte zum Großen und Ganzen beitragen und so mache ich das auch.
WERDER.DE: Am Millerntor bist du das erste Mal überhaupt in dieser Spielzeit über 90 Minuten aufgelaufen. Ist das für dich persönlich etwas Positives, aus dem du in dieser schwierigen Situation Kraft für die nächsten Aufgaben ziehen kannst?
Niklas Stark: Ja, schon. Aber jetzt auch nicht so, dass ich wie ein junges Reh herumhüpfe, sondern dass ich wieder normal arbeite. Ich kann der Mannschaft und dem Verein wieder helfen, mit dem was mir zur Verfügung steht, um die Ziele zu erreichen.
WERDER.DE: Mit einem Verein gegen den Abstieg zu spielen, hast du mit Hertha BSC erlebt, wo ihr euch damals über die Relegation gerettet habt. Wie kannst du deine Erfahrungen aus dieser Zeit bei Werder mit einbringen?
Niklas Stark: Ja, auf jeden Fall. Es ist eine gewisse Art, mit Druck und Misserfolgen umzugehen. Das ist sehr schwierig und ist auch für mich nicht leicht, weil man sich daran nicht gewöhnen möchte. Aber ich habe es eben schon miterlebt und versuche es mit in die Mannschaft zu transportieren.
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WERDER.DE: Bei der aktuellen Serie sind Erfolgserlebnisse ein begehrtes Gut. Wie wichtig wäre es, mal wieder den Wert einer Führung im Rücken zu haben?
Niklas Stark: Das wird sich zeigen, wenn du auch in Führung gehst. Natürlich hast du aber auch dann wieder was zu verlieren, womit du auch umgehen musst. Für mich ist es positiv zu sehen, dass wir im Spiel auf St. Pauli eine gewisse Stabilität gezeigt haben. An diesem Gerüst gilt es, sich nach oben zu ziehen. Darüber müssen wir uns Schritt für Schritt zum Erfolgserlebnis arbeiten.
WERDER.DE: Im Abstiegskampf wird kein Schönheitspreis verteilt, ruhende Bälle können dabei eine große Hilfe sein und auf St. Pauli habt ihr ein paar neue Aspekte reingebracht. Welchen Wert können Standardsituationen in dieser Phase haben?
Niklas Stark: Wir versuchen immer mal wieder was Neues und das auch nicht zum ersten Mal. Natürlich kann das immer ein Dosenöffner sein. Wenn eine Stabilität da ist und Automatismen greifen, ist es einfach sich damit gezielt auseinanderzusetzen. Deswegen ist das Wichtigste, stabil auf dem Platz zu stehen und sowas zu erzwingen.
WERDER.DE: Wenn eine Mannschaft in den Tabellenkeller rutscht, wird in der Folge auch die Berichterstattung kritischer. Inwiefern ist es für euch auch als Mannschaft ein zusätzlicher Ansporn, Fußball-Deutschland zu zeigen, dass ihr besser seid, als es viele momentan einschätzen?
Niklas Stark: Das kann hemmen und motivieren. Ich beschäftige mich relativ wenig damit. Wenn etwas nicht läuft, schaue ich auf mich und was ich tun kann. Ich habe auch schon selbst erfahren, dass man etwas zu sehr will und das der Mannschaft dann auch nicht hilft. Du musst die Balance bewahren, nicht zu überpacen und trotzdem konzentriert seinen Job zu machen.
WERDER.DE: Hast du das Gefühl, dass ihr diese Balance gut umsetzen könnt?
Niklas Stark: Ich finde, es wird immer besser. Natürlich ist es schwer nach dem St. Pauli-Spiel zu sagen, wir hatten Stabilität, wenn wir 13 Spiele nicht gewonnen haben. Trotzdem hat sich ein Gefühl entwickelt, das mir positive Gedanken gibt.
WERDER.DE: Mit dem 1. FC Heidenheim tritt ein Gegner im Weserstadion an, der selbst einen Dreier für den Klassenerhalt braucht und mit viel Tempo in ihren Reihen nach Bremen kommt. Worauf kommt es am Samstag an?
Niklas Stark: Die Restverteidigung wird sehr wichtig sein. Wir müssen auch im Vorfeld darüber sprechen, dass wir eng an den Männern dran sind, um dann wieder fallen zu können. Dass wir einfach scharf sind und wenn wir den Ball verlieren, gut umschalten. Wenn wir das Gefühl haben, das klappt sehr gut, sind wir auch wieder sicherer in unserem eigenen Spiel. Dann werden wir mit den Zuschauern im Rücken und diesem guten Gefühl auch wieder Siege einfahren.
WERDER.DE: Auf dem Weg dahin wünschen wir noch eine gute Trainingswoche. Bis Samstag!
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