Die Mentalität eines Vollprofis

MIO BACKHAUS HÄLT NACH SCHWIERIGER WOCHE GEGEN HEIDENHEIM DIE NULL

01.03.26 von Moritz Studer & Noah Kerndt | 3 Min

Mio Backhaus klatscht nach Abpfiff vor der Ostkurve in die Hände

Die Fußball-Bundesliga verzeiht keine Fehler. Schon gar nicht auf der Torhüter-Position. Diese schmerzhafte Erfahrung musste Mio Backhaus machen, als ihm am Millerntor ein Kopfballaufsetzer durch die Handschuhe glitt. Eine Woche später strahlte der 21-Jährige beim 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim fast schon mit Selbstverständlichkeit eine spürbare Souveränität aus. Diese Reaktion trägt die Mentalität eines Vollprofis.

„Mio Backhaus, Mio Backhaus!", hallte es bereits vor Anpfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem SV Werder und dem 1. FC Heidenheim durch das Weserstadion. Als Werders Stammtorhüter gemeinsam mit Ersatztorhüter Karl Hein und Torwarttrainer Christian 'Kiki' Vander den Rasen zum Warm-up betrat, begrüßte die Ostkurve den 21-Jährigen mit Sprechchören und stärkte Backhaus nach dem Fehler aus der Vorwoche lautstark den Rücken. „Für einen jungen Spieler muss es sich unglaublich anfühlen. Wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich ein bisschen Gänsehaut", befand Cheftrainer Daniel Thioune am Sonntag in einer Medienrunde mit den Journalist*innen.

"Da geht einem das Herz auf!"

Mit dem warmen Empfang schlug die Ostkurve in die gleiche Kerbe wie Backhaus Teamkollegen unter der Woche. „Der Umgang der Mannschaft mit ihm war klasse. Ein besonderes Lob gebührt Kiki Vander, der Mio sehr eng begleitet. Wenn man das als Trainer sieht, geht einem das Herz auf, weil zwischenmenschlich vieles stimmt und zusammenpasst."

Mio Backhaus und Christian Vander im Mannschaftskreis.
Mio Backhaus (li) und Torwarttrainer Christian „Kiki" Vander (re) pflegen ein enges Verhältnis (Foto: WERDER.DE).

Ein Umgang, dem am Wochenende eine starke Leistung folgte. Gegen den 1. FC Heidenheim strahlte Backhaus eine spürbare Ruhe und Souveränität aus. Er war da, wenn sein Team ihn brauchte und feierte schlussendlich nicht nur drei immens wichtige Punkte im Abstiegskampf, sondern auch seine vierte weiße Weste, die fünfte des SVW in der laufenden Spielzeit. „Er ist schon sehr groß und war gestern sehr groß, indem er Bälle runtergeholt und totale Sicherheit und Souveränität ausgestrahlt hat", freut sich Thioune über die Leistung seiner Nummer 30.

Eine Woche nach seinem Fehlgriff am Millerntor ist festzustellen, dass sich eben jener als ein wichtiger Entwicklungsschritt von Mio Backhaus ausmachen lässt. „Wir hätten es letzte Woche nicht gebraucht", so Thioune, „aber vielleicht ist es gar nicht verkehrt für seine Entwicklung. Ich glaube, dass es Mio eher nach vorne gebracht, als es ihn zurückgeworfen hat."

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