"Wir brauchen einfach einen Sieg"

YUKINARI SUGAWARA IN DER MIXED ZONE

20.01.26 von Tom Ole Theilken | 3 Min

Yukinari Sugawara spricht ins Mikro auf der PK-Bühne.

Yukinari Sugawara ist eine echte Säule im Spiel des SV Werder. Seit seiner Verpflichtung vor dem zweiten Spieltag der aktuellen Bundesligasaison hat der japanische Schienenspieler alle 16 Ligapartien von Beginn an bestritten. Mit seinem sehenswerten Zuspiel auf Justin Njinmah am vergangenen Freitag beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt sammelte der 25-Jährige bereits seinen vierten Assist. In der Mixed Zone stellte sich Sugawara nun den Fragen der Journalist*innen und sprach unter anderem über...

…die bisherige Saison: „Ich habe die erste Saisonhälfte bei Werder sehr genossen, auch wenn ich über unsere bisherigen Ergebnisse enttäuscht und damit nicht zufrieden bin. Wir haben zum Beispiel Punkte gegen Heidenheim, Köln und Mainz liegengelassen. Dazu haben wir das Derby verloren, was wir einfach nicht verlieren dürfen. Aber wir sollten auch positiv nach vorne schauen. Wir haben die Formation geändert und sind guter Dinge für den restlichen Teil der Saison. Wir haben noch 17 Spiele und müssen daran arbeiten besser zu werden.“

…die Gründe für die sportliche Bilanz: „Es ist der Fehler von uns Spielern. Wir müssen konstant sein, bis ein Match zu Ende ist. Wir müssen an unsere eigene Qualität glauben. Wenn dann etwas Ungeplantes im Spiel passiert, müssen wir darauf professionell reagieren und als Team zusammenarbeiten. Zum Beispiel muss das unser Verhalten sein, wenn wir in Rückstand geraten, damit wir zurückkommen können. Dazu müssen wir von Anfang bis Ende entschlossen sein.“

…die ordentlichen Leistungen nach der Winterpause: „Auch wenn niemand mit den Ergebnissen zufrieden war, wenn wir uns anschauen, wie wir gespielt haben, war das positiv. Wir haben in den Spielen alles versucht. Da waren viele Dinge dabei, die wir in den nächsten Partien ähnlich machen müssen. Manchmal ist es einfach so, dass man mehrere Spiele hintereinander nicht gewinnt. Wir werden aber nicht aufgeben und als Team sowie individuell alles geben, um es besser zu machen. Wir brauchen einfach einen Sieg. Nach einem Erfolg kann sich schon alles ändern."

Yukinari Sugawara beim Torschuss.
Yukinari Sugawara sucht immer wieder den eigenen Abschluss (Foto: W.DE).

…seine Gedanken zum späten 3:3 gegen Eintracht Frankfurt: „Ich glaube es ist schwierig für die Fans das Spiel schnell abzuhaken. Wir hatten die drei Punkte eigentlich schon in unserer Tasche. Deshalb sind wir genauso enttäuscht wie sie. Wir denken auch darüber nach, was wir hätten besser machen können. Ich konnte nach dem Spiel auch nicht gut schlafen. Am nächsten Tag haben wir direkt im Stadion trainiert und als ich da wieder in die Kabine gekommen bin, habe ich wieder an das Match gedacht. Das tat weh. Aber wir arbeiten weiter, denn schon am Samstag in Leverkusen haben wir die nächste Chance zu gewinnen.“ 

…seinen Offensivdrang und die Systemumstellung: „Ja, ich schieße gerne und viel aufs Tor, habe aber leider noch nicht getroffen. Wir sprechen auch darüber, wie wir aus diesen Situationen Tore machen können. Das müssen wir und ich verbessern. In dem alten System habe ich als Außenverteidiger gespielt. Ihr findet wahrscheinlich keinen Außenverteidiger, der so oft aufs Tor schießt. Jetzt spiele ich als Flügelverteidiger, wodurch ich noch eher in die gegnerische Box komme. Der Trainer fordert auch, dass ich Chancen kreiere. Jetzt muss ich aber noch selbst treffen. Das kommt hoffentlich. Nein, ich verspreche es. Also vielleicht (lacht).“

…seine Familie: „Eigentlich wollten mich meine Eltern in der Weihnachtszeit in Bremen besuchen. Leider haben sie aber kein Zeitfenster gefunden, da sie beide in Japan arbeiten. Es war schwierig. Aber sie kommen hoffentlich im Frühling, vielleicht im April. Sie möchten unbedingt ein Spiel hier schauen, ein Bier trinken und die deutsche Bratwurst probieren. Ich vermisse sie.“

 …St.Pauli-Neuzugang und Kumpel Tomoya Andō: „Natürlich kenne ich ihn! Tomoya ist mein Mann! Wir haben zusammen in der japanischen U19-Nationalmannschaft gespielt und wir kommen sogar aus der gleichen Präfektur. Er ist dann in Japan an die Universität gegangen. Ich freue mich sehr, dass er jetzt auch in Deutschland spielt. Hamburg ist auch nicht weit weg. Wir wollen uns dort zum Essen verabreden, aber bisher war er zu beschäftigt damit sich einzuleben. Außerdem muss er englisch und deutsch lernen."

 …eine mögliche WM-Teilnahme: „Ich weiß es einfach noch nicht. Andere Spieler aus der japanischen Nationalmannschaft waren länger verletzt. Aber natürlich möchte ich dabei sein. Eine WM zu spielen ist einer der größten Träume, die ich in meiner Karriere habe. Aber es macht gerade keinen Sinn darüber nachzudenken, auch wenn es ein schöner Gedanke ist. Ich muss an Werder Bremen und an das nächste Spiel gegen Leverkusen denken.“

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