"Werder bleibt Teil meines Herzens"

SASKIA MATHEIS IM ABSCHIEDSINTERVIEW

01.05.26 von Maximilian Prasuhn | 8 Min

Saskia Matheis sitzt in einem Stuhl und schaut nach vorne, hinter ihr ist eine große Werder-Raute.

Vom Klassenerhalt hin zum Pokalfinale und der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte: in ihren vier Jahren an der Weser hat Saskia Matheis eine rasante Entwicklung der WERDERFRAUEN aktiv mitgestaltet. Im Sommer endet ihre Zeit in Bremen. Im Interview mit WERDER.TV verriet die 28-Jährige, wie sie auf ihren grün-weißen Werdegang zurückblickt, welche Highlights ihr in Erinnerung bleiben werden und was sie sich für die letzten Wochen bei Werder wünscht.

WERDER.DE: Moin Saskia, deine Zeit bei Werder neigt sich leider dem Ende zu, nach der Saison beginnst du ein neues Kapitel. Du bist 2022 an die Weser gekommen, wie sehr sind dir Verein und Stadt in dieser Zeit ans Herz gewachsen?

Saskia Matheis: Um das kurz und prägnant zu beantworten: sehr! Ich bin hierhergekommen und wurde so gut aufgenommen. Inzwischen bin ich hier sehr heimisch mit Freunden verwurzelt. Deshalb fällt es mir überhaupt nicht leicht, hier meine zweite Heimat zu verlassen.

WERDER.DE: Du bist damals aus Frankfurt nach Bremen gekommen. Das war für dich das erste Mal, dass du deine Heimat verlassen hast. Wie war das für dich?

Saskia Matheis: Es war ein bewusster Schritt für mich, etwas Neues zu machen und die Komfortzone zu verlassen. Das ist mir nicht leichtgefallen, ich habe zehn Jahre in Frankfurt gespielt, bin dort groß geworden. Nichtsdestotrotz sind es jetzt hier vier Jahre und es fühlt sich genauso schwer an wie damals, als würde ein Teil von mir hierbleiben.

WERDER.DE: Du hast mit Werder in den vergangenen vier Jahren sehr viel erlebt. An welche Momente erinnerst du dich besonders gerne zurück?

Saskia Matheis: Es ist sehr schwer, das kurz und knapp zusammenzufassen, wir haben so viel erlebt. Wenn ich an den Klassenerhalt auf „Platz 11“ denke, das war ein Highlight mit unfassbarem Support. Ich habe das erste Mal live Pyrotechnik bei meinem eigenen Spiel erlebt. Auch wenn ich an die Stadionspiele denke: Ich stand am Spielfeld und mir sind die Tränen heruntergelaufen, weil das so überwältigend und emotional war. Dazu das DFB-Pokal-Halbfinale und Finale: das sind Momente, die ich mitnehme und mein ganzes Leben mit mir tragen.

"Stärke hat viele Gesichter, jede Spielerin trägt ihr eigenes Päckchen und jede ist auf ihre Art und Weise etwas Besonderes."

Saskia Matheis darüber, was sie von ihren Mitspielerinnen bei Werder gelernt hat.

WERDER.DE: In den Jahren bist du zweifellos auch eines der Gesichter dieser aufstrebenden Entwicklung der WERDERFRAUEN geworden. Du hast den Klassenerhalt angesprochen, das ganze mündete später in ein Pokalfinale und die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Hättest du so eine Entwicklung für möglich gehalten?

Saskia Matheis: Als ich nach Bremen gekommen bin, wusste ich: hier ist viel Potenzial, um was zu entwickeln. Wenn ich daran denke, wie die Infrastruktur war, wie die Trainingsbedingungen und -Zeiten waren. Im Vergleich zu heute sind das Welten. Es hat Spaß gemacht, Teil dieser Entwicklung zu sein, auch Verantwortung zu tragen. Das sind Dinge, die einen Verein besonders machen. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich das mitmachen durfte.

WERDER.DE: Du hast im Laufe der Jahre ganz viele verschiedene Mitspielerinnen kennengelernt. Wer bleibt dir von all denen besonders im Herzen?

Saskia Matheis: Es ist sehr schwer, da jetzt ein oder zwei Spielerinnen herauszupicken. Wir haben auch in dieser Saison ein unfassbar cooles Team. Was ich mitnehme: Stärke hat viele Gesichter, jede Spielerin trägt ihr eigenes Päckchen und jede ist auf ihre Art und Weise etwas Besonderes. Daraus konnte ich auch viel persönlich für mich entwickeln und lernen.

Saskia Matheis unteschreibt nach einem Spiel in ein kleines Buch, das ein Mädchen ihr hinhält.
Saskia Matheis hat in ihrer Werder-Zeit immer "eine sehr besondere Verbindung" zu den Fans gespürt. (Foto: W.DE)

WERDER.DE: Du bist nicht nur Fußballerin bei Werder, sondern arbeitest hier auch nebenbei. Vorher hast du parallel studiert. Wie bekommt man das alles unter einen Hut? Und wie wichtig ist für dich dieser Ausgleich?

Saskia Matheis: Ich würde sagen mit viel Organisation. Ich würde aber auch nicht sagen, dass das ein Talent ist, sondern eine Entscheidung. Für mich war immer wichtig, etwas neben dem Fußball zu machen und nicht „nur“ Fußballerin zu sein, um auch persönlich zu wachsen. Da hat mir Werder eine gute Möglichkeit für geboten. Dementsprechend kann ich das nur empfehlen, wenn Spielerinnen und Spieler bereit sind, neben dem Fußball noch was zu machen.

WERDER.DE: Was wünschst du dir für deine verbleibende Zeit bei Werder?

Saskia Matheis: Ich wünsche mir, dass wir nochmal Vollgas geben und dass es kein Ende wird, auf das man einfach wartet. Dass wir die Zeit genießen und das ganze zu einem richtig tollen Ereignis und einer runden Sache hier bei Werder Bremen machen.

WERDER.DE: Hast du zum Abschluss noch ein paar Worte, die du gerne an die Fans und an den Verein richten möchtest?

Saskia Matheis: Jetzt kommen die Tränen. (lacht) Es ist schwer zu sagen. Ich bin dankbar. Das ist eine typische Floskel, aber es ist wirklich so. Gerade die Fans haben die Entwicklung in den letzten Jahren mitgetragen und es so besonders gemacht, sodass ich jedes Spiel, egal ob Heim- oder Auswärtsspiel, sehr genießen konnte. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, für Werder auf dem Platz zu stehen. Ich habe eine sehr besondere Verbindung gespürt, nicht nur zu den Fans, sondern auch zu dem Verein selbst, bei dem ich auch neben dem Fußball gut aufgenommen wurde. Deswegen gehe ich zwar, aber ein Teil von mir bleibt hier. Werder Bremen bleibt Teil meines Herzens.

WERDER.DE: Schöne Worte! Danke dir für deinen jahrelangen Einsatz auf dem Platz und dass du unseren Verein darüber hinaus so gut repräsentiert hast. Alles Gute für dich ab Sommer, Saskia!

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