Gallier statt Römer?

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN ZUM HEIMSPIEL GEGEN DEN FC AUGSBURG

30.04.26 von Moritz Studer | 4 Min

Justin Njinmah mit Ball am Fuß umzingelt von mehreren Augsburgern.

Ein letzter Schritt. Dem SV Werder Bremen fehlt wohl nur noch dieser eine Sieg, um endgültig mit einer weiteren Spielzeit im Fußball-Oberhaus planen zu können. Dafür müssen die Grün-Weißen am Samstag, 02.05.2026, um 15.30 Uhr (live auf Sky, in der DAZN-Konferenz und im Live-Ticker auf WERDER.DE) den FC Augsburg bezwingen. Ein Blick auf die Zahlen, Daten & Fakten zeigt, worauf es für den SVW gegen den FC ankommt.

Das Standardproblem: Dem SV Werder und den FC Augsburg vereint, dass ihnen bislang nach ruhenden Bällen die Erfolgserlebnisse fehlen. Während der SVW auf diese Weise die wenigsten Treffer (6) erzielte, waren die Fuggerstädter (7) nicht wirklich erfolgreicher. Die Grün-Weißen sind dafür nach gegnerischen Standards sehr stabil, die Augsburger kassierten hingegen bereits sieben Tore nur nach Eckbällen – lediglich gegen den 1. FC Köln und den SC Freiburg netzten die gegenüber noch einmal häufiger in dieser Hinsicht ein.

Lauern auf Fehler: Die Mannschaft von Cheftrainer Manuel Baum ist oftmals bemüht, den Weg zum gegnerischen Tor so gering wie möglich zu halten. Während der Tabellenneunte nur wenig Wert auf Ballbesitz legt (45,1 %), versuchen sie immer wieder über unregelmäßige Pressingphasen hohe Ballgewinne für sich zu verzeichnen. Dafür spricht auch, dass Augsburg die meisten Zweikämpfe pro Partie (203) im Ligavergleich führt. Der FCA erzielt mehr als ein Viertel seiner Tore nach gegnerischen Ballverlusten (28,2 %) – nur der 1. FC Köln (31,11 %) und der VfL Wolfsburg (39,02 %) erreichen einen höheren Wert. Der SVW braucht selbst saubere Ballbesitzphasen, um ihrem Gegenüber nur wenig Pressingauslöser anzubieten.

Achtung, Flanke! Die Augsburger agieren in der laufenden Spielzeit aus einer Dreier-/Fünferkette, über die sie ihren Schienenspielern viel Platz verschaffen wollen. Dimitrios Giannoulis und Robin Fellhauer suchen immer wieder die Möglichkeit, ihre Zielspieler mit Hereingaben zu bedienen. Insgesamt erzielte der FCA durch Flanken zwölf Tore – nur Borussia Dortmund war darüber noch zwei weitere Male erfolgreich. Die Schwaben brauchen nur 30 Flanken, um zu einem Torerfolg zu kommen.

Marco Friedl gibt einen Torschuss ab, die Augsburger haben den Blick auf ihn gerichtet.
Im Hinspiel trennten sich die beiden Duellanten mit 0:0-Unentschieden (Foto: WERDER.DE).

Abschlusschance: Lediglich der VfL Wolfsburg (496) lässt noch mehr Torschüsse zu als der FC Augsburg (462). Der SVW wird daher wohl auch gegen die Fuggerstädter wieder zu einigen Torabschlüssen kommen, wobei sie die nötige Kaltschnäuzigkeit brauchen. Immerhin haben nur drei Konkurrenten (Heidenheim, Wolfsburg & Frankfurt) mehr Gegentore kassiert als der FCA. Eine Chance dafür liegt in der Luft: Die Schwaben lassen die drittmeisten Torschüsse durch Kopfbälle (84) zu, was für einen weiteren Startelfeinsatz von Jovan Milošević sprechen könnte.

Linke Gefahr: In der Fußball-Bundesliga haben nur drei Teams mehr Tore mit dem linken als mit dem rechten Fuß erzielt. Dazu zählt neben dem VfL Wolfsburg (11/12) und dem 1. FC Heidenheim (9/13) auch der FC Augsburg (12/13). Mit Fabio Rieder (6) und Michael Gregoritsch (4) sind zwei der drei besten Torschützen Linksfüßer. Die meisten Torabschlüsse nimmt sich mit Alexis Claude-Maurice allerdings ein Rechtsbeiner, der bisher 66 Versuche abgab.

Gallier statt Römer? So stolz der FC Augsburg auf die römischen Wurzeln der Stadt ist, so haben sie sich in der laufenden Spielzeit eher als das kleine gallische Dorf inszeniert. Während der FC Bayern München als übermächtiger Branchenprimus noch alle Möglichkeiten auf das Triple hat, wird der FCB trotzdem nicht ungeschlagen Meister. Am 24. Januar bezwangen nämlich die Augsburger ihren übermächtigen Gegner, nachdem Tore von Arthur Chaves (75.) und Han-Noah Massengo (81.) die Partie einen Pausenrückstand in einen 2:1-Sieg umdrehten. Daraufhin arbeitete sich der FCA aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Mittelfeld vor.

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