Gefahrenlage Ballverlust

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN ZUM NORDDERBY GEGEN DEN HAMBURGER SV

15.04.26 von Fiona John | 4 Min

Fußballspieler in Aktion während eines Spiels auf einem Rasenplatz, umgeben von einer großen Zuschauermenge und Stadionwerbung.

Eines der traditionsreichsten Duelle der Bundesliga findet am Samstag, 18.04.2026, um 15.30 Uhr zum 110. Mal statt. Der SV Werder empfängt am 30. Spieltag den Hamburger SV zum Nordderby im Weserstadion (live bei Sky, in der DAZN-Konferenz und im Liveticker auf WERDER.DE). Worauf sich die Mannschaft von Daniel Thioune dabei einstellen muss, verrät ein Blick auf die Zahlen, Daten und Fakten zur Begegnung.

Schüler trifft auf Lehrmeister: Zur Saison 2014/15 fing Merlin Polzin seine Tätigkeit im NLZ des VfL Osnabrück an; zunächst als Co-Trainer der U17 – sein damaliger Cheftrainer hieß Daniel Thioune. Als Thioune 2017 Chefcoach der VfL-Profis wurde, war Polzin weiterhin einer seiner Assistenten. Auf seinem Weg zum HSV im Jahr 2020 nahm Werders heutiger Cheftrainer seinen Co ebenfalls mit. In der vergangenen Saison trafen Schüler Polzin und Lehrmeister Thioune – damals noch im Amt des Cheftrainers bei Fortuna Düsseldorf – im Unterhaus schon einmal aufeinander; nun folgt die Begegnung auf höchstem Level in der Bundesliga.

Konterstärke: Sowohl der SVW als auch der HSV stehen nach 29 Spielen bei 32 geschossenen Toren. Laut xGoals-Wert hätten beide Teams häufiger treffen müssen - die Grün-Weißen würden bei 36 Treffern stehen, die Rothosen hätten immerhin ein Tor mehr erzielt. Eine gemeinsame Qualität haben die Kontrahenten, wenn es darum geht, vor Abschlüssen schnell umzuschalten. Die Werderaner gaben 41 Kontertorschüsse ab – Ligabestwert. Die Polzin-Elf kam auf diese Art 35-mal zum Abschluss und verwandelte zehn dieser Chancen - geteilter Höchstwert.

Ein Duell am Boden: Der HSV ist das Team mit den wenigsten Toren per Kopf (3), die Mannschaft von Daniel Thioune schädelte immerhin fünfmal in dieser Spielzeit ein. Allerdings bringen beide Teams (SVW: 45, HSV: 58) nicht sonderlich viele Bälle aus der Luft auf den Kasten. Auf der Gegenseite kommen die Kontrahenten der Rothosen 86-mal per Kopf zum Abschluss, so häufig wie bei keiner anderen Mannschaft. Allerdings mit mäßigem Erfolg: Nur vier Kopfballgegentore kassierte der HSV – einzig der VfB Stuttgart ließ in dieser Statistik noch weniger zu.

Ein Fußballspieler springt während eines Spiels über einen sich hinwerfenden Gegner hinweg, im Hintergrund ist eine verschwommene Menschenmenge zu sehen.
Beide Teams ziehen in dieser Saison selten zurück (Foto: WERDER.DE).

Umschaltspiel zwecklos: Lediglich 15-mal durften die Gegner des HSV nach einem Konter auf das Tor abschließen, wobei nur ein Ball den Weg in die Maschen fand – beides Ligabestwert. Dazu sind Daniel Elfadli und Co. umsichtig im Spielaufbau und ließen nur sieben Gegentore nach einem Ballverlust im Aufbau zu. Nur der 1. FC Köln ist in dieser Hinsicht noch besser (6 Gegentore).

Langer Hafer statt läuferischem Aufwand: Die Schützlinge von Polzin greifen mit am häufigsten in der Liga zu langen Bällen und spielten bisher 1.219 lange Pässe aus dem Spiel heraus (4.), wovon mehr als ein Drittel beim eigenen Mann ankamen (499, ebenfalls Rang 4). Während der Ball läuft, laufen die Spieler umso weniger: Mit 114,6 km legen die Akteure in Schwarz-Weiß-Blau die geringste Laufdistanz pro Partie zurück, absolvieren die wenigsten intensiven Läufe aller Bundesligisten (614) und übertreffen nur den 1. FC Union Berlin im Ligavergleich bei der Anzahl an Sprints pro Spiel (148).

Wenige Duelle – viel Einsatz: Nur der Tabellenführer aus München führte in dieser Saison noch weniger Zweikämpfe als der HSV (5.112), davon wurden mit 51,7 % immerhin mehr als die Hälfte gewonnen. Mit 329 Fouls am Gegner (3.) beweisen die Hamburger eine ordentliche Härte in ihren Duellen und kassierten dabei 58 Gelbe Karten. Bereits siebenmal wurde ein Profi des Feldes verwiesen – so viele Rote Karten sammelte kein anderes Team.

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