„Ich habe es noch nicht ganz realisiert“

NEUZUGANG SARAH GUTMANN IM INTERVIEW

02.02.26 von Fiona John | 4 Min

Sarah Gutmann sitzt auf den Treppen im Weserstadion, im Hintergrund sind leere Sitzschalen zu sehen.

Für Sarah Gutmann beginnt am Osterdeich ein neues Kapitel. Die „Allrounderin“, wie sie sich selbst nennt, hat sich im zweiten Anlauf für den SV Werder entschieden und wagt damit erstmals den Schritt aus ihrer Heimat Österreich heraus. Im Interview spricht die 19-Jährige über die Herausforderung deutsche Bundesliga, bekannte Gesichter und ihre Ziele bei den Grün-Weißen.

WERDER.DE: Moin Sarah, herzlich willkommen beim SV Werder. Du wechselst vom SKN St. Pölten zum SVW. Warum hast du dich dazu entschieden, in Bremen den nächsten Schritt zu gehen?

Sarah Gutmann: Nachdem ich Werder Bremen im Sommer abgelehnt hatte und der Verein im Winter jetzt trotzdem nochmal angefragt hatte, bin ich davon ausgegangen, dass sie mich unbedingt haben wollen. Das gibt mir natürlich Selbstbewusstsein. Dadurch ist mir die Entscheidung leichtgefallen, auch wenn sie am Ende sehr spontan war. Ich bin froh, dass ich den Schritt jetzt gemacht habe.

WERDER.DE: Was hat dich im Sommer davon abgehalten, nach Bremen zu wechseln?

Sarah Gutmann: Ich habe mich einfach noch nicht bereit gefühlt für ein anderes Land, andere Leute, weit weg zu sein von meiner Familie und meinen Freunden. Das hat mich lange unsicher gemacht. Aber im Winter hat dann nichts mehr dagegen gesprochen.

WERDER.DE: Du sagst es, Werder ist deine erste Station außerhalb deiner Heimat Österreich. Wie sehr freust du dich auf dieses neue Kapitel, das nicht nur sportlich, sondern auch persönlich ein neuer Schritt für dich ist?

Sarah Gutmann: Wirklich riesig. Ich kann es kaum erwarten, mit diesem Wappen aufzulaufen. Es ist irgendwie Wahnsinn. Ich habe noch nicht ganz realisiert, dass ich diesen Schritt tatsächlich gewagt habe, aber die Vorfreude ist enorm.

Sarah Gutmann sitzt auf einem weißen Stuhl vor einer grünen Wand. Auf der Wand ist die Werder-Raute zu sehen.
Gespannter Blick in die Zukunft: Sarah Gutmann freut sich auf ihre neue Aufgabe (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Du bist hier ja nicht allein. Mit Chiara D’Angelo und Mariella El Sherif hast du zwei weitere Österreicherinnen im Team. Wie sehr hilft das beim Ankommen?

Sarah Gutmann: Das hilft extrem viel. Sie haben mir schon vorher geschrieben und mir sehr viel geholfen. Wenn man hier ankommt und gleich klare Ansprechpartnerinnen hat, macht das alles sehr viel einfacher.

WERDER.DE: Wie gut kennt ihr euch schon?

Sarah Gutmann: Chiara, Mariella und ich haben gemeinsam bei der U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien gespielt und auch beim A-Team war ich mit den beiden einmal dabei.

WERDER.DE: Du sprichst es an, du warst im letzten Jahr zum ersten Mal für die A-Nationalmannschaft nominiert. Das war sicher etwas ganz Besonderes für dich. Was hat dir das bedeutet?

Sarah Gutmann: Das bedeutet mir sehr viel. Das war eine sehr lustige Geschichte: Der Teamchef hat mich angerufen, und ich hatte seine Nummer nicht eingespeichert. Dann hat er gesagt, der Spar macht gerade eine Umfrage. Ich wollte schon auflegen, da hat er gesagt: Nein, hier spricht der Teamchef. Das war extrem lustig und die Freude war riesengroß. Meine Eltern waren extrem stolz.

WERDER.DE: Wenn wir nach vorne blicken: Was erwartest du dir von der deutschen Bundesliga?

Sarah Gutmann: Ich denke, dass es vom Niveau her schon nochmal ein Unterschied ist. Ich hoffe, dass ich mich schnell reinfinden und an das Tempo anpassen kann und dann auch die ein oder andere Spielminute sammeln darf.

WERDER.DE: Wie würdest du dich selbst als Spielertyp beschreiben und was bringst du mit für die Bundesliga?

Sarah Gutmann: Ich bin ein Allrounder. Von Innenverteidiger bis Außenverteidiger, Sechser und Flügel habe ich diese Saison schon alles gespielt. Ich glaube, das ist eine meiner größten Stärken, die ich gut im Team einbringen kann.

WERDER.DE: Was sind deine persönlichen Ziele bei Werder?

Sarah Gutmann: Spielminuten sammeln und hoffentlich den 3. Platz beibehalten.

WERDER.DE: Dabei wünschen wir dir viel Erfolg! Vielen Dank für das Interview.

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