Meisterspieler und herausragende Persönlichkeit: Werder trauert um Sepp Piontek
19.02.26 von Martin Lange | 3 Min
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Der SV Werder Bremen trauert um Josef „Sepp“ Piontek. Der ehemalige Bundesliga-Spieler und Trainer der Grün-Weißen ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
Bereits zu Oberliga-Zeiten kam Sepp Piontek 1960 an die Weser und gewann sowohl 1961 den DFB-Pokal als auch 1965 den Deutschen Meistertitel mit dem SV Werder. Mit insgesamt 203 Einsätzen (15 Tore) zwischen 1963 und 1972 gehörte der am 5. März 1940 in Breslau geborene Defensivspieler zu den prägendsten Persönlichkeiten im ersten Bundesliga-Jahrzehnt der Grün-Weißen. Zwischen 1965 und 1966 stand Piontek zudem in sechs Länderspielen für die deutsche A-Nationalmannschaft auf dem Platz.
Als seine Karriere als Spieler durch eine Knieverletzung ins Stocken geriet, erwarb er bereits 1971 seine A-Trainerlizenz. Und noch vor seinem allerletzten Bundesliga-Einsatz im Juni 1972 saß Sepp Piontek während der Spielzeit 1971/1972 als Trainer auf der Bank der Grün-Weißen. Bis 1975 leitete er anschließend die sportlichen Geschicke des SV Werder und wurde damit der erste Bundesliga-Trainer, der zuvor bei seinem Verein auch gespielt hatte.
Es war der Grundstein einer eindrucksvollen Trainerkarriere, die Sepp Piontek zum fußballerischen Weltenbummler machte: Schon nach einem Jahr bei Fortuna Düsseldorf wechselte er 1976 nach Haiti, um die dortige Nationalmannschaft zu betreuen. Von 1979 bis 1990 verantwortete Piontek die Auswahl Dänemarks, die er 1986 in Mexiko erstmals zur Teilnahme an einer Weltmeisterschaft führte, und war anschließend drei Jahre lang Nationaltrainer in der Türkei. Auch Vereine in Dänemark und der Türkei stehen in seiner Vita. Seine letzte Trainerstation war Anfang der 2000er Jahre die Nationalmannschaft Grönlands.
Heimisch war Sepp Piontek schon früh in Dänemark geworden. 1984 wurde er als „Däne des Jahres“ ausgezeichnet. 2011 wurde die Trainer-Legende als erster Ausländer in die „Hall of Fame“ des dänischen Fußballs aufgenommen. Bis zu seinem Tod lebte Piontek in seiner Wahlheimat Dänemark. In Deutschland wurde er 1986 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
„Sepp Piontek gehört zu dem ausgewählten Kreis an Spielern, die in den 1960er Jahren sowohl den Gewinn des DFB-Pokals als auch den deutschen Meistertitel mit Werder feiern konnten“, unterstreicht Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Grün-Weißen, die Verdienste Pionteks. „Schon als Spieler war er mit seinem kompromisslosen Spiel und seinem sympathischen Auftreten außerhalb des Platzes in Bremen ein echter Publikumsliebling. Als Trainer hat er insbesondere in Dänemark Kultstatus erreicht und war ein großartiger Botschafter des deutschen Fußballs. Ich erinnere mich gerne an die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Meisterschaftsjubiläum, als Sepp Piontek wie seine damaligen Mitspieler bei uns zu Gast war und mit seiner kommunikativen Art und seinem Humor alle unterhalten hat. Sein Tod macht uns sehr traurig. Der SV Werder Bremen wird Sepp Piontek stets ein ehrendes Andenken bewahren.“
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