"Gibt für mich kaum ein schöneres Gefühl"

ROMANO SCHMID IM INTERVIEW VOR DEM AUSWÄRTSSPIEL IN LEVERKUSEN

22.01.26 von Moritz Studer | 4 Min

Romano Schmid mit Blick auf den Ball, er trägt das Trikot Third des SV Werder.

Kein Werderaner stand in der laufenden Spielzeit länger auf dem Platz als Romano Schmid. Der österreichische Nationalspieler ist ein Aktivposten im Offensivspiel der Grün-Weißen, dessen Qualitäten auch beim bevorstehenden Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen gefragt sind. Im WERDER.DE-Interview spricht der 25-Jährige aber auch über seine persönliche Serie gegen die Werkself.

WERDER.DE: Romano, ein Klischee besagt, dass Fußballer abergläubisch sind. Gilt das auch für dich?

Romano Schmid: Ich habe versucht, das in den letzten Jahren abzulegen. Deswegen bin ich eigentlich nicht mehr so abergläubisch.

WERDER.DE: Inwiefern gibt es dir trotzdem einen unterbewussten Push, dass du in den letzten drei Spielen immer gegen Leverkusen getroffen hast?

Romano Schmid: Ja, wenn ich das so höre, dann schon. Fakt ist, dass es für mich immer besonders ist, mich mit den Besten zu messen – ich liebe das. Leverkusen war eben in den letzten Jahren eine der besten Mannschaften und das hat dann eigentlich immer gut funktioniert.

WERDER.DE: Weil Werder auch durch deine Tore diese angesprochenen Begegnungen nicht verloren hat, welchen Platz bekommen diese Treffer in deinen persönlichen Karriere-Highlights?

Romano Schmid: Der Weitschuss war schön, aber das Tor auswärts mit Außenrist fand ich fast noch schöner. Wir haben gut gepresst und Jens hat mich super gesehen – deswegen war das schon sehr schön.

WERDER.DE: Als Mannschaft habt ihr nach über 300 Minuten ohne Tor gegen Frankfurt gleich dreifach getroffen. Hast du das Gefühl, dass der Knoten nun geplatzt ist?

Romano Schmid: Ich hoffe doch! Wir haben in den letzten beiden Spielen die Möglichkeiten gehabt, Tore zu schießen und das hat uns in den Wochen davor gefehlt. Gegen Frankfurt hätten wir zwar noch mehr Tore schießen können, den Flow wollen wir aber mitnehmen.

Romano Schmid dreht nach einem Tor gegen Leverkusen zum Jubeln ab.
Romano Schmid traf in den letzten drei Spielen jeweils gegen die Werkself (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Du selbst hast gegen die Eintracht deine fünfte Torvorlage gegeben. In der Bundesliga gibst du die zweitmeisten Torschussvorlagen und löst die drittmeisten Situationen unter Druck. Ist der letzte und vorletzte Pass deine größte Qualität?

Romano Schmid: Grundsätzlich ist meine größte Qualität, Mitspieler in Positionen zu sehen, wo sie erfolgreich sind. Plus auf einem engen Feld, aus dem Druck heraus Raumgewinne zu haben. Natürlich schieße ich irrsinnig gerne Tore, wenn ich aber die Freude von Jovan über sein erstes Bundesliga-Tor sehe, gibt es für mich kaum ein schöneres Gefühl. Der Pass von Sam vorher auf mich war aber wirklich Weltklasse.

WERDER.DE: Die Leistung gegen Dortmund war lange gut, gegen die Eintracht saht ihr bis zur letzten Sekunde wie der Sieger aus. Wie wichtig ist es nun, auch tatsächlich wieder ein Spiel zu gewinnen?

Romano Schmid: Das steht im Vordergrund. Der Maßstab für das Spiel mit Ball müssen die Partien gegen Dortmund und Frankfurt sein. Wenn wir so ein gutes Spiel machen, sollten wir als ganze Mannschaft zudem daran arbeiten, weniger Tore zu kassieren. Wenn es gerade nicht so läuft, bekommst du die Tore etwas blöder als sonst. Wir haben in den beiden Begegnungen – gerade in Dortmund – aber gut nach vorne verteidigt und gute Ballgewinne von der letzten Kette gehabt, wo wir gut hätten umschalten können. Der Auftrag ist nun, kein Gegentor zu kriegen und selber welche zu schießen.

WERDER.DE: In Leverkusen braucht es sicherlich eine ähnlich ordentliche Leistung. Der Gegner hat sich unter Kasper Hjulmand wieder zu einer Spitzenmannschaft entwickelt. Nun sind sie mit drei Niederlagen aus der Winterpause gekommen. Was erwartest du für einen Gegner am Wochenende?

Romano Schmid: Eine individuell gute Mannschaft. Sie wollen unbedingt – wir auch. Fakt ist, wenn wir am Limit performen, können wir gegen gute Mannschaften immer mithalten. Wir müssen jetzt in die Schiene finden, dass wir, wenn wir auf Augenhöhe performen, auch was mitnehmen. Wir müssen unsere Stärken auf den Platz bringen und sowohl den Fans als auch uns, das geben, was wir verdienen.

WERDER.DE: Beim letzten Auswärtsspiel in Leverkusen haben Justin und du euch gegenseitig auf der Toilette vor dem Anpfiff als Torschützen prognostiziert.

Romano Schmid: Ja, tatsächlich (schmunzelt). Das war ganz lustig. Es war aber eine außergewöhnliche Mannschaftsleistung damals.

WERDER.DE: Wenn du jetzt wieder tippen würdest, wer wäre der mögliche Siegtorschütze in Leverkusen?

Romano Schmid: Ich sage mal Justin oder Jens.

WERDER.DE: Wir würden uns natürlich auch über ein Tor von dir freuen. Viel Erfolg am Samstag und danke für das Gespräch, Romano!

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