Wiedersehen mit Fan Zhendong: Träume vom „Werder-Wunder 2.0“ (?)

Bremen empfängt Düsseldorf zum Duell der unbesiegten Top-Teams

25.08.26

Superstar Fan Zhendong kommt wieder nach Bremen: Rekordmeister Borussia Düsseldorf geht für das Topspiel vom dritten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga am Mittwoch (18.30 Uhr/Livestream bei Dyn) beim ebenfalls noch unbesiegten SV Werder kein Risiko ein und tritt mit seinem zu Saisonbeginn verpflichteten Olympiasieger aus China an der Weser an.

„Das wird eine Herkules-Aufgabe, wir gehen ganz sicher als krasser Außenseiter in die Partie gegen eine Mannschaft voller Weltklassespieler. Aber wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit einem der besten Spieler aller Zeiten und erinnern uns gerne an die fantastische Stimmung bei seinem ersten Auftritt in unserer Halle mit dem 1. FC Saarbrücken vor einem Jahr. Das wird wieder ein Tischtennis-Fest“, kommentiert Bremens Teammanager Sascha Greber die bestätigten Pläne der Rheinländer für Einsätze des zweimaligen Weltmeisters.

Fan Zhendongs Erinnerungen an Bremen allerdings sind weniger gut: Im vorigen Herbst kassierte der ehemalige Weltranglistenerste in der brodelnden und am Mittwoch voraussichtlich wieder ausverkuaften Klaus-Dieter-Fischer-Halle als haushoher Favorit gegen Marcelo Aguirre eine unerwartete Niederlage – seine bis heute letzte im deutschen Oberhaus.

Für Werder-Coach Cristian Tamas ist die damalige Situation nicht mehr mit der heutigen Lage vergleichbar. „Fan kennt die Bundesliga inzwischen viel besser und kann dadurch seine Klasse immer wieder ausspielen. Dadurch wird es für uns dieses Mal gegen Düsseldorf vielleicht noch schwerer als damals schon gegen Saarbrücken“, stellt der Coach klar.

„Damals“, da gelang seinem Team durch Aguirres Coup mit 3:2 gegen die Saarländer das vielzitierte „Werder-Wunder von der Weser“ – der wohl wichtigste Grundstein für die zurückliegenden Saison voller Rekorde und die krönende Teilnahme am TTBL Final4 Ende Mai in Frankfurt. Im Halbfinale kam dabei das Aus gegen Saarbrücken – auch durch Siege von Fan gegen Aguirre und Irvin Bertrand.

Die Grün-Weißen wollen denn auch bei allem sportlich Ehrgeiz nicht wirklich ein „Werder-Wunder 2.0“ beschwören. „Wir sind froh, dass wir uns in unserem schweren Auftaktprogramm durch Siege in den ersten beiden Spielen eine so gute Ausgangsposition geschaffen haben, dass wir Düsseldorf überhaupt punktgleich in einem Spitzenspiel begegnen. Aber selbstverständlich werden wir versuchen, uns gegen Düsseldorf Chancen zu erarbeiten“, sagt Tamas.

Drei Tage nach dem zweiten Saisonsieg durch das 3:2 beim TTC Zugbrücke Grenzau und vor dem Pokal-Achtelfinale am Samstag gegen Final4-Teilnehmer TTC Schwalbe Bergneustadt spielt die derzeitige Stärke des schon wieder zweimal siegreichen Doppels mit Bertrand und Mattias Karlsson eine wichtige Rolle für die Taktik. Durch Fans Einsätze könnte Werders beste Chance immerhin darin liegen, auch im dritten Saisonspiel das Doppel zu erreichen. „Voraussetzungen für alles ist überhaupt erst einmal, dass wir nach der Rückkehr aus Grenzau gut regenerieren und dann unsere beste Leistung zeigen“, lehnt Greber Andeutungen zum entstehenden Matchplan ab.

Grundsätzlich können Karlsson und Co. gegen Düsseldorf befreit aufspielen. Nach insgesamt erst vier Bundesliga-Siegen gegen die Borussen sind die Erwartungen nicht überbordend, besonders aber sind die vier bisherigen Punkte eine gute Ausgangsbasis für die Saisonphase nach dem Gastspiel am 1. September (Dienstag) in Saarbrücken als letztem Kräftemessen mit allen drei anderen Final4-Teilnehmern binnen sieben Tagen. „Wir sind fantastisch in die Saison gestartet“, ordnet Greber den Wert von Bremens bislang weißer Weste ein.

Die Statistik unterstreicht nach dem fünften Saisoneinstieg mit mindestens zwei Erfolgserlebnissen nacheinander seine Einschätzung. In den 13 Jahren nach der Meisterschaft ist bisher nur fünfmal besser gestartet, darunter die Rekorde von 2019 und 2024 mit Siegen in alln ersten vier Saisonspielen. (Foto: Werder Bremen)

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