TTBL Final4: Werder verpasst „Wunder“-Wiederholung
Beim nächsten Halbfinal-Aus gegen Saarbrücken punktet nur Gerassimenko
30.05.26
Der SV Werder hat beim Liebherr TTBL Final4 vergeblich auf die Wiederholung seines „Wunders von der Weser“ gehofft. Im neuen Endrunden-Format in Frankfurt mussten sich die Grün-Weißen im Halbfinalduell mit Champions-League-Gewinner den 1. FC Saarbrücken-TT fast acht Monate nach ihrem 3:2-Vorrundencoup gegen das Team von Superstar Fan Zhendong etwas unglücklich mit 1:3 geschlagen geben.
Bremen, das durch Kirill Gerassimenko einen achtbaren Ehrenpunkt verbuchte, verpasste damit bei seiner dritten Vorschlussrundenteilnahme seit dem Meistertitel 2013 zum dritten Mal gegen die Saarländer seinen zweiten Einzug ins Endspiel. Dennoch kann das Team von Trainer Cristian Tamas, das durch mit drei Fan-Bussen und zahlreichen Privat-PKW angereiste Anhänger Unterstützung bekam, angesichts einer regulären Saison der Superlative (Herbstmeister, höchste Punktausbeute und meiste Heimsiege) auch ohne einen krönenden Abschluss stolz und zufrieden in die Sommerpause gehen.
Die in Frankfurt zunächst vorherrschende Enttäuschung über den geplatzten Final-Traum konnte Tamas denn auch gut einordnen. „Natürlich hofft man auch gegen einen hohen Favoriten immer auf eine Chance, die wir sogar auch tatsächlich bekommen habe. Leider hat es nach Kirills Überraschung bei der unglücklichen Niederlage von Mattias nicht zu einer neuen Überraschung gereicht, aber es war schon vor Spielbeginn klar, dass wir gegen eine solche Übermannschaft völlige Außenseiter sind. Wir haben uns so teuer verkauft, wie es ging, und haben den SV Werder würdig vertreten. Auch deswegen werden wir schon in ein paar Tagen genießen, dass wir es durch eine sehr starke Saison überhaupt zum Final4 geschafft haben. Das ist ein sehr großer Erfolg“, sagte der Coach.
Weniger erfolgreich blieb Tamas mit seinem Schachzug der Nominierung von Fan Zhendongs Vorrundenbezwinger Marcelo Aguirre für das Eröffnungseinzel gegen den chinesischen Olympiasieger: Fan, nach einem Blackout vor zwei Wochen im Champions-League-Finale wieder in starker Form, ließ sich nicht irritieren und revanchierte sich nüchtern in drei Sätzen ungefährdet für seine Niederlage am Osterdeich.
Hoffnung keimte dennoch durch Gerassimenkos „Break“ im zweiten Einzel gegen FCS-Kapitän Patrick Franziska auf: Nach mehreren ungenutzten Chancen zu einem klareren Erfolg gegen das deutsche Top-20-Ass drehte der Kasache den Spieß im Verglich zum Rückrundenspiel im Entscheidungssatz letztlich deutlich zum 1:1 aus.
Mehr war danach jedoch nicht drin für das SVW-Team. Dabei schien Ex-Vizeweltmeister Mattias Karlsson gegen den früheren Europe-16-Sieger Darko Jorgic auf Siegkurs und brauchte mehrmals nur noch zwei Punkte zur Bremer Führung, musste dem Slowenen aber nach dem fünften Durchgang schließlich zu einer erfolgreichen Aufholjagd gratulieren. Anschließend verpuffte auch Werders letzter Kniff durch die Einwechslung von Irvin Bertrand, der gegen Fan in vier Durchgängen kein realistische Siegchance hatte.
Tischtennis-Bundesliga, Liebherr TTBL Final4 in Frankfurt, Halbfinale
1. FC Saarbrücken-TT – Werder Bremen 3:1
Fan Zhendong – Marcelo Aguirre 3:0 (11:6, 11:8, 11:5)
Patrick Franziska – Kirill Gerassimenko 2:3 (16:14, 7:11, 13:11, 11:13,
Darko Jorgic – Mattias Karlsson 3:2 (10:12, 10:12, 15:13, 11:8), 11:8)
Fan – Irvin Bertrand 3:1 (11:3, 11:3, 7:11, 11:8)
(Foto: Werder Bremen)
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