"Es ist wichtig, Mut zu etwas Neuem zu haben"
04.03.26 von Tineke Ruchel | 5 Min
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Unsere Frauen bei Werder stehen für Vielfalt und genauso vielfältig sind ihre Geschichten. In den kommenden Wochen werden ein Teil dieser Frauen, die den SVW prägen und mitgestalten, vorgestellt. Antonia Meyer-Piening ist als Werder-Fan groß geworden und kümmert sich nun um die Internationalisierung des Vereins. Im Interview mit WERDER.DE spricht die 25-Jährige über ihre Zeit im Ausland, die Vietnam-Reise der WERDERRAUEN und ihren Aufgaben beim SVW.
WERDER.DE: Moin Antonia, du bist in Bremen aufgewachsen und mit Werder vielleicht sogar groß geworden. Welche Rolle hat der SVW schon damals in deinem Leben gespielt?
Antonia Meyer-Piening: Eigentlich immer eine sehr präsente. Ich habe in der Grundschule angefangen, Fußball zu spielen. Mein Papa hatte sich mit seinen Freunden immer eine Dauerkarte geteilt und da hatte ich ab und an das Glück, mit ins Stadion gehen zu können. Der Tag der Fans wurde dann auch immer gerne genutzt, um mit der Familie einen Ausflug zu machen. Dadurch ist und war der SV Werder Bremen von Anfang an sehr präsent in meinem Leben.
WERDER.DE: Nach dem Abitur ging es für dich dann trotzdem ins Ausland, raus aus Bremen, raus aus einer bekannten Umgebung. Du hast in Den Haag, den Niederlanden International Sportmanagement studiert. Wieso hast du dich dafür entschieden?
Antonia Meyer-Piening: Ich habe während Schulzeit bereits ein Jahr lang in Neuseeland verbracht, um mich selbst zu challengen, neu kennenzulernen und aus dem bekannten Alltag auszubrechen. Diese Zeit habe ich total genossen Nach dem Abitur habe ich dann drei Monate lang als Volunteer bei der UEFA während der Europameisterschaft in München gearbeitet. Dort war ich im Management als Springer eingesetzt und konnte in viele verschiedene Bereiche schauen. Vor Ort habe ich mich intensiv mit den Festangestellten ausgetauscht. Die meisten haben irgendwas mit Sportmanagement studiert. Meine Cousinen haben damals auch in den Niederlanden studiert und haben sehr positiv von dem System berichtet Auf der Suche nach dem passenden Studiengang bin ich schließlich auf Den Haag gestoßen. Dort wurde gerade ein neuer Studiengang im Bereich International Sportmanagement entwickelt. Die (Rahmen-)bedingungen waren einfach überragend. Außerdem hatte ich Lust, wieder etwas Neues kennenzulernen und meinen Horizont weiter zu erweitern.
WERDER.DE: Du hast zwar im Ausland studiert, bist dann aber noch während des Studiums nach Bremen bzw. Werder zurückgekehrt. Wie kam es dazu?
Antonia Meyer-Piening: In meinem Studium waren zwei Pflichtpraktika vorgesehen, darunter eines mit einer Dauer von nur zehn Wochen. Da dieser Zeitraum recht knapp bemessen war, habe ich die Semesterferien genutzt, um das Praktikum zeitlich zu verlängern. Im April 2023 habe ich als Praktikantin im Bereich Business Development & E-Sports, so hieß die Stelle damals, bei Werder begonnen. Nach dem Praktikum ging es für mich noch einmal für ein letztes Semester zurück nach Den Haag. In dieser Zeit habe ich bereits als Werkstudentin weiter für Werder gearbeitet, teilweise auch aus Den Haag heraus. Im Januar 2024 bin ich erneut als Praktikantin nach Bremen zurückgekehrt, um im Rahmen meiner Tätigkeit meine Bachelorarbeit zu schreiben. Seit dem Sommer 2024 arbeite ich nun in Vollzeit für die Grün-Weißen.
Für mich war Werder mehr als nur ein Praktikumsplatz, es war die Chance, bei einem Verein zu arbeiten, mit dem ich mich identifizieren kann und der in Bremen eine besondere Bedeutung hat. Gleichzeitig hat mich gereizt, in einem ambitionierten Umfeld Verantwortung zu übernehmen und die Inhalte aus meinem Studium direkt in der Praxis anzuwenden.
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WERDER.DE: Wie kann mich sich deine Arbeit vorstellen? Was gehört zu deinen Aufgaben?
Antonia Meyer-Piening: Mein aktueller Jobtitel lautet Mitarbeiterin Global Business Development. Inhaltlich dreht sich bei mir alles um die Internationalisierung des Vereins. Zu meinen Hauptaufgaben gehört der Ausbau, die Weiterentwicklung und die Umsetzung unserer Internationalisierungsaktivitäten in definierten Zielmärkten. Die DFL bietet verschiedene Förderprogramme an. Um diese Förderungen langfristig zu sichern, setzen wir in unseren Zielmärkten, aktuell in Vietnam, Südafrika und Kolumbien, konkrete Maßnahmen um. Ich unterstütze dabei die Planung, Koordination und Durchführung dieser Projekte und stelle sicher, dass wir die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Dazu gehören beispielsweise hybride Fußballtrainingseinheiten in den Zielmärkten, internationale B2B-Events gemeinsam mit Partnern vor Ort oder die Zusammenarbeit mit Influencern, die uns auch hier in Bremen besuchen. Gemeinsam setzen wir verschiedene B2C-Maßnahmen um, um Werder-Fans in unseren Zielmärkten zu erreichen und nachhaltig an den Verein zu binden. Dabei stehen für uns der Community-Ansatz und langfristige Beziehungen klar im Fokus. Als Repräsentanten der Bundesliga ist unser Ziel außerdem, die Bekanntheit der Liga im Ausland noch zu erhöhen. Zudem bin ich in strategisch relevanten, bereichsübergreifenden Projekten eingebunden, die unsere nationale und internationale Positionierung weiter stärken.
WERDER.DE: An welches Highlight erinnerst du dich gerne zurück?
Antonia Meyer-Piening: Ein besonderes Highlight war die Reise unserer Frauenmannschaft nach Vietnam. Wir waren die erste europäische und deutsche Mannschaft, die dort gemeinsam mit den Frauen vor Ort aktiv war. Für mich persönlich war das ein sehr prägendes Projekt, bei dem ich viel Verantwortung übernehmen durfte. Besonders schön war es zu spüren, welches Vertrauen mir dabei entgegengebracht wurde.
WERDER.DE: Was würdest du jungen Frauen, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen raten?
Antonia Meyer-Piening: Mir hat es unfassbar viel gebracht, als Volunteer zu arbeiten. Da kriegt man unfassbar viele Kontakte und Erfahrungswerte. Das hat mir sehr viel gegeben, weil nicht nur viele Freundschaften entstanden sind, sondern ich auch auf professioneller Ebene viel daraus ziehen konnte. Außerdem bin ich unfassbar dankbar, dass mein Studiengang so praxisnah war. Das würde ich so per se auch immer wieder machen. Es ist wichtig, den Mut zu haben, sich auf Neues einzulassen, Dinge einfach auszuprobieren und bewusst die eigene Komfortzone zu verlassen.
WERDER.DE: Was wünscht du dir persönlich, aber vielleicht auch beruflich für die Zukunft?
Antonia Meyer-Piening: Ich wünsche mir, dass wir bei neuen Projekten noch mutiger und offener werden – gerade wenn es um innovative Ideen im Bereich Internationalisierung geht. Mir ist wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und neuen Ansätzen zunächst mit Neugier statt mit Skepsis begegnen. Wenn jemand eine Idee einbringt, sollte der erste Impuls nicht sein, sie direkt einzugrenzen, sondern sie gemeinsam weiterzudenken. Vielleicht wirkt ein Ansatz im ersten Moment klein oder ungewöhnlich – aber wenn man ihn gemeinsam weiterentwickelt, kann daraus etwas wirklich Relevantes für Werder entstehen. Grundsätzlich wünsche ich mir eine noch offenere, positivere und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Dass Ideen nicht in einzelnen Bereichen bleiben, sondern gemeinsam getragen werden, mit gegenseitigem Zuhören, Vertrauen und dem Mut, auch mal neue Wege auszuprobieren. Zusammen.
WERDER.DE: Vielen Dank für dein Zeit, Antonia.
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