Gekämpft und "fast alles weggeräumt"

WERDER ZEIGT LEIDENSCHAFT IN HOFFENHEIM

10.05.26 von Marcel Kuhnt | 3 Min

Eine Szene aus einem Fußballspiel, in der ein Spieler in blauer Spielkleidung um den Ball mit einem in Weiß gekleideten Spieler kämpft, der sich mit einem Hechtsprung auf ihn stürzt, während eine lebhafte Zuschauermenge auf den Tribünen zuschaut.

Selten wird im Fußball über 90 Minuten Elf-gegen-Zehn gespielt. Am Samstag bei der 0:1-Niederlage in Hoffenheim war der SV Werder diesem Zustand ausgesetzt. Aufgrund einer frühen Roten Karte gegen Yukinari Sugawara mussten die Grün-Weißen in Unterzahl antreten – und kämpften bis zum Schluss leidenschaftlich.

Obwohl der SVW am 33. Spieltag den Platz als Verlierer verlassen musste, konnten Marco Friedl, Senne Lynen und Co. – trotz aller Enttäuschung – mit erhobenem Kopf den Gang in die Kabine antreten. Gegen einen Anwärter auf die Champions League-Plätze liefen, grätschten und kämpften die Grün-Weißen bis zum bitteren Ende. „Es war eine wirklich gute Auswärtsleistung“, konstatierte Daniel Thioune dementsprechend auch nach dem Spiel.

Sowohl der Cheftrainer als auch Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball, betonten am frühen Samstagabend in der Mixed Zone der PreZero Arena, dass der Auftritt ihres Teams gut war – vor allem aufgrund der nummerischen Unterzahl. „Wir haben über die gesamte Spielzeit fast alles weggeräumt und nicht viel zugelassen“, sagt Fritz. Dass sich beide über die Unaufmerksamkeit beim entscheidenden Gegentreffer ärgerten, blieb trotz des Lobes aber nicht unerwähnt. „Wir sind komplett unsortiert, haben auf die Aktion keine gute Reaktion und werden gnadenlos bestraft“, so Thioune.

Zwei Fußballspieler in Aktion auf einem sonnenbeschienenen Stadionrasen, im Hintergrund jubelt das vollbesetzte Publikum.
Der SVW versuchte auch in Unterzahl alle Wege zuzumachen (Foto: W.DE).

Das 0:1 durch Hoffenheims Touré war zwar spielentscheidend, aber unter dem Strich nicht der einzige Kritikpunkt, den der Cheftrainer ausgemacht hat. „Wir wurden zwar in der einen Szene bestraft, doch wir haben es auch verpasst Tore zu schießen. Wir hatten gute Abschlüsse, die wir nicht gefinished haben.“

Allen voran war es Justin Njinmah, der das ein oder andere Mal an Oliver Baumann im TSG-Tor scheiterte. „Ich bin in der Bewertung ambivalent. Auf der einen Seite müssen wir bei einem Spieler mit seinem Talent verlangen können, dass er die Tore macht. Auf der anderen Seite war es richtig ihn auf dem Platz zu lassen, da er oft in diese Aktion gekommen ist. Trotz seines Alters sehe ich ihn noch als jungen Spieler, dem wir helfen wollen, sich zu entwickeln. Und er sitzt in der Kabine mit dem Gefühl, dass er dem Team mehr genommen als gegeben hat. Doch auch wir als Team haben es nicht geschafft mehr mitzunehmen, was durchaus in Ordnung gewesen wäre.“ Und eine Sache hat der SVW letztlich doch mitgenommen. Die Gewissheit, dass der Einsatz stimmte.

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