"Werder hat eine coole Identität"

MARIELLA EL SHERIF IM INTERVIEW

08.05.26 von Marie Backhaus | 4 Min

Mariella EL Sherif steht in einem dunklen Pullover und mit verschränkten Armen da und lächelt selbstbewusst. Sie steht vor einem grünen Hintergrund, neben ihr befindet sich eine beleuchtete Tafel.

Mit Mariella El Sherif wurde eine weitere Personalie langfristig gehalten. Die Stammtorhüterin der WERDERFRAUEN hat ihren Vertrag bei den Grün-Weißen vorzeitig verlängert. Warum sich die Österreicherin beim SVW so wohlfühlt, wie sie ihre eigene Entwicklung einordnet und was sie sich für die Zukunft wünscht, verrät El Sherif im Interview mit WERDER.DE.

WERDER.DE: Moin Mariella, herzlichen Glückwunsch zu deiner Vertragsverlängerung! Offenbar hast du dich super in Bremen eingelebt, oder?

Mariella El Sherif: Auf jeden Fall. Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier in der Stadt. Der Verein gefällt mir sehr gut und ich spiele sehr gerne mit den Mädels zusammen.

WERDER.DE: Was war darüber hinaus ausschlaggebend für dich, deinen Vertrag frühzeitig zu verlängern?

Mariella El Sherif: Die Entwicklung, gemeinsam mit dem Trainerteam weiter an der Spielidee zu arbeiten. Wie gesagt, der Klub hat eine coole Identität und tolle Werte, mit denen ich mit total identifizieren kann, deswegen habe ich mich dazu entschieden, den Vertrag zu verlängern.

WERDER.DE: Es stehen jetzt zwar noch zwei Spiele in dieser Saison an, aber vielleicht kannst du ja trotzdem schon mal etwas auf die aktuelle Spielzeit zurückblicken. Wie hast du die bisher durchlebt?

Mariella El Sherif: Wir haben sehr viele Höhen gehabt, aber natürlich auch einige Tiefen. Ich glaube, wir sind unglaublich gut in die Saison gestartet, haben im Herbst richtig gut gespielt, super Ergebnisse gehabt, haben dann hin und wieder kleine Hänger gehabt in der Rückrunde. Das gehört zu einer Entwicklung dazu und ist auch irgendwo ganz normal. Jetzt heißt es noch, den Fokus auf die letzten zwei Spiele zu legen und zu schauen, dass da nochmal das Beste rauskommt.

WERDER.DE: Wie würdest du deine eigene Entwicklung einordnen? Du hast dir deinen Stammplatz im Tor erarbeitet.

Mariella El Sherif: Mein Ziel war es, dem Team zu helfen und erstmal Fuß zu fassen. Dass ich mir meinen Stammplatz erarbeiten konnte, hat mich sehr gefreut. Ich glaube, ich habe dann über die ganze Saison hinweg grundsätzlich gute Leistungen gehabt und mich dabei auch sehr wohlgefühlt. Ich glaube, das ist dann auch der Grund dafür, warum man auf dem Platz performen kann.

Mariella El Sherif in einem bunten Torwarttrikot, einen Fußball in der Hand, steht neben einem Tor, im Hintergrund ist Grün zu sehen.
Mariella El Sherif ist seit dieser Saison ein starker Rückhalt im Tor der WERDERFRAUEN (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Auch in der österreichischen Nationalmannschaft bist du gesetzt. Welche Bedeutung hat das für dich?

Mariella El Sherif: Ich glaube, das ist eines der größten Dinge, die man im Fußball erreichen kann. Fürs eigene Land zu spielen und die Nationalhymne zu hören, ist schon etwas sehr Besonderes. Ich habe jetzt schon einige Länderspiele machen dürfen und hoffe auf sehr viele weitere.

WERDER.DE: Du lebst mit einer Teamkollegin aus beiden Mannschaften, Chiara, zusammen in einer WG. Wie viel Halt hat dir das vor allem in der Eingewöhnungszeit in Bremen gegeben?

Mariella El Sherif: Ich glaube, in der Anfangsphase ist das schon unglaublich hilfreich, weil du einfach eine Bezugsperson hast, die du sehr gerne hast. Du kommst in ein neues Umfeld, kennst noch keine Leute und musst dich erstmal einfinden. Das funktioniert hier sehr schnell, weil die Menschen einfach unglaublich offen, hilfsbereit und sehr nett sind. Aber zusätzlich eine Person zu haben, die man schon lange kennt, der man vertraut, die man sehr gerne hat, ist natürlich unglaublich hilfreich. Chiara war sicher ein Grund dafür, warum ich mich vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt habe.

WERDER.DE: Mit Sarah Gutmann und ab nächster Saison auch Lilli Purtscheller sind noch zwei weitere Österreicherinnen im Team. Hat das einen Vorteil im Spiel, wenn man Teamkolleginnen schon über längere Zeit kennt?

Mariella El Sherif: Mich freut es einfach immer, wenn bekannte Gesichter zum Verein kommen. Mit Lilli kommt eine meiner allerbesten Freundinnen hier nach Bremen, was mich natürlich unglaublich freut. Mit Gutti verstehe ich mich auch super, deswegen ist die Harmonie bei uns immer gut und wir Ösis verstehen uns top. Aber nicht nur wie Ösis untereinander, sondern generell das ganze Team. Und ich glaube, das ist dann auch der Schlüssel zum Erfolg, wenn man einen guten Teamzusammenhalt hat. Wenn man sich super versteht, kann man, glaube ich, nochmal über sich hinauswachsen. Und das ist der Fall.

WERDER.DE: Was wünschst du dir für die zwei verbleibenden Spiele?

Mariella El Sherif: Ich glaube, dass wir nochmal auf unsere Stärken zurückkommen müssen, wir wollen unser Spiel nochmal aufziehen und maximal erfolgreich sein. Dass es nicht einfach wird, wissen wir. Wir haben einen großen Umbruch vor uns und deswegen denke ich, dass jeder sich einen schönen Abschluss verdient hat. Dafür wollen wir unbedingt alles geben.

WERDER.DE: Wie blickst du in die Zukunft, was hast du dir für deine weitere Zeit bei Werder vorgenommen? Welche Ziele hast du dir gesteckt?

Mariella El Sherif: Konkrete Ziele habe ich mir nicht gesteckt. Ich will einfach sehr erfolgreich mit dem Team sein. Was mir persönlich wichtig ist, ist die Entwicklung, die das Team nimmt. Dass wir einen attraktiven Fußball spielen, aggressiv gegen den Ball sind und vor allem einen guten Fußball mit dem Ball spielen. Und das beginnt hinten bei mir mit der Spieleröffnung. Ich glaube, dass ich da meine Stärken gut einbringen kann. Mein Ziel ist es, dass wir da noch besser werden und regelmäßig Fortschritte machen.

WERDER.DE: Wir freuen uns auf jeden Fall drauf. Vielen Dank und schön, dass du weiterhin bei uns bleibst.

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