Statement zu den Vorfällen beim Spiel in Wolfsburg

23.03.26 | 4 Min

Die Mannschaft steht im Kreis vor der der halbleeren Gästekurve.

Werder Bremens Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann äußert sich zu den Vorfällen rund um das Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg:

Die Ereignisse am Gästeeinlass im Vorfeld der Partie beim VfL Wolfsburg haben uns sehr intensiv beschäftigt. In den vergangenen Tagen haben wir uns umfassend mit den Abläufen auseinandergesetzt und dazu zahlreiche Gespräche mit unserer Fanszene, den zuständigen Behörden sowie den Verantwortlichen vor Ort geführt. Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, dass solche Situationen in ihrer Dynamik vielschichtig sind und sich einer einfachen oder einseitigen Bewertung entziehen.

Unabhängig davon gilt für uns klar: Die Entwicklung der Situation in dieser Form entspricht nicht unserem Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang miteinander. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen. Körperliche Auseinandersetzungen und gewaltsame Zuspitzungen sind dabei kein akzeptables Mittel und widersprechen den Grundsätzen, welche wir als Verein vertreten.

Gleichzeitig ist es uns ein zentrales Anliegen, die Hintergründe der Eskalation differenziert zu beleuchten. Entgegen der teilweise öffentlich vermittelten Darstellung ging es im Kern nicht um generell verbotene Fanmaterialien. Vielmehr entwickelte sich die Situation aufgrund der Frage der konkret zulässigen Anzahl von Fahnenstangen, deren Mitführung grundsätzlich genehmigt war. Diese Differenzierung ist für die Bewertung der Gesamtsituation von wesentlicher Bedeutung, weil sie verdeutlicht, dass es sich um eine Auslegungs- und Abstimmungsfrage handelte.

Gerade an solchen Punkten zeigt sich, wie sensibel das Zusammenspiel zwischen Sicherheitsanforderungen und gelebter Fankultur ist. Unsere aktive Fanszene ist seit Jahrzehnten ein prägender Bestandteil unseres Vereins. Ihre Kreativität, ihre Organisation und ihre kontinuierliche Unterstützung machen einen wesentlichen Teil der besonderen Atmosphäre rund um Werder Bremen aus. Zugleich ist mit dieser Rolle auch die Erwartung verbunden, in herausfordernden Situationen besonnen zu handeln und zur Deeskalation beizutragen.

Ebenso sehen wir auf Seiten der gastgebenden Organisation und der eingesetzten Kräfte die Verantwortung, mit der notwendigen Verhältnismäßigkeit und mit einem klaren Fokus auf Kommunikation zu agieren. Aus unserer Sicht erfordern insbesondere große, strukturierte Fanszenen ein hohes Maß an Augenmaß, Flexibilität und Dialogbereitschaft. Wiederkehrende Konflikte an vergleichbaren Schnittstellen deuten darauf hin, dass bestehende Abläufe und Abstimmungsprozesse weiterentwickelt werden müssen.

Für uns steht außer Frage, dass Sicherheit und eine lebendige Fankultur keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Beides ist untrennbar miteinander verbunden und kann nur dann nachhaltig gewährleistet werden, wenn alle Beteiligten ihre jeweilige Verantwortung wahrnehmen. Dazu gehören transparente und verlässliche Absprachen im Vorfeld ebenso wie ein respektvoller und situationsangemessener Umgang am Spieltag selbst. Wir werden den eingeschlagenen Dialog mit allen Beteiligten konsequent fortsetzen.

Werder Bremen wünscht allen Verletzten eine gute und schnelle Genesung und wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Fußballspiele sichere, respektvolle und zugleich von Engagement und Leidenschaft geprägte Erlebnisse bleiben.

 

Weitere News