Mit dem Glauben an die eigene Qualität

JUSTIN NJINMAH TRIFFT NACH SCHWIERIGEN WOCHEN ZUM WICHTIGEN ZEITPUNKT

22.03.26 von Moritz Studer | 3 Min

Justin Njinmah visiert mit seinem Linksschuss das lange Eck an.

Der Dank geht nach oben. Justin Njinmah hat keine leichten Wochen hinter sich. Und nun ist er doch einer der umjubelten Helden beim 1:0-Erfolg des SV Werder Bremen über den VfL Wolfsburg. Um sein fünftes Saisontor zu erzielen, bediente sich der Angreifer nicht zufällig seines schwächeren linken Fußes.

Denn auch bei der finalen Torschussübung vor dem Spiel visiert Njinmah immer wieder gerne mit einem Linksschuss das lange Eck an. Auch wenn der Winkel etwas spitzer war, war der Glaube an seine Qualität entscheidend, um Werder bei den Niedersachsen auf die Siegerstraße zu befördern. „Das ist eine Sache, die ich ganz gut kann: Wenn ich einen freien Fuß mit links habe, traue ich mir zu, zu schießen“, erklärt der 25-Jährige. „Am Ende ist es mir denn auch egal, ob er noch abgefälscht war oder nicht.“

Denn tatsächlich machte auch ein leichter Kontakt von Wolfsburgs Moritz Jenz den Njinmah-Schuss für dessen Torhüter Kamil Grabara unentschärfbar. Gleichzeitig war die nötige Fortune mit einem im zweiten Durchgang besser funktionierenden Muster auch ein wenig erzwungen. Jubilar Leonardo Bittencourt erkannte einen Lauf von Joker Felix Agu hinter die Kette, ehe die Kugel über Umwege zu Njinmah sprang. „Ohne Felix“, betont der Torschütze mit Blick auf die Vorarbeit seines Kumpels später, „komme ich nicht in die Situation, weil er immer wieder Tiefenläufe anbietet.“

Justin Njinmah posiert für ein Selfie vor dem Gästeblock.
Njinmah wurde in der Bundesliga-App zum "Man of the Match" gewählt (Foto: WERDER.DE).

Zuletzt war Njinmah vor dem gegnerischen Kasten nicht unbedingt vom angesprochenen Glück verfolgt. Werders Nummer 11 kam zwar immer wieder in die entscheidenden Räume, belohnte sich vor dem gegnerischen Kasten aber zu selten selbst. Zuletzt musste er neun Begegnungen auf einen eigenen Treffer warten. „Es ist kein Geheimnis, dass ich ein paar Hochkaräter vergeben habe“, sagt der Torjäger. „Deswegen war es enorm wichtig, dass ich der Mannschaft in so einer Phase sehr helfen konnte.“

Neben einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem starken Rückhalt zwischen den Pfosten war das Njinmah-Tor eine der drei wichtigsten Zutaten des wichtigen Auswärtssiegs. Sein Cheftrainer Daniel Thioune zog daher ein positives Resümee. „Ein Stürmer wird an seinen Toren gemessen und Justin war heute da und hat das entscheidende gemacht“, analysiert Coach Thioune. „Kritik wird immer schnell laut, aber was kann uns Besseres passieren, als dass ein Stürmer trifft und ein Torhüter zu Null spielt?“

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