"Müssen die Positionen vielleicht anders planen"

DANIEL THIOUNE VOR DEM AUSWÄRTSSPIEL BEIM VFL WOLFSBURG

19.03.26 von Tom Ole Theilken | 4 Min

Daniel Thioune am Mikro bei der Pressekonferenz.

Das wird wichtig: Am Samstag, 21.03.2026, um 15.30 Uhr (live auf Sky, in der Konferenz auf DAZN und im Live-Ticker auf WERDER.DE) gastiert der SV Werder beim VfL Wolfsburg. Mit einem Sieg beim Tabellenvorletzten wollen die Grün-Weißen den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf sieben Punkte ausbauen. Dabei werden dem SVW aber gleich neun Spieler nicht zur Verfügung stehen. Cheftrainer Daniel Thioune erklärte auf der Pressekonferenz am Donnerstag, wie er die Ausfälle kompensieren könnte und sprach außerdem über...

…die Ausfälle von Jens Stage & Senne Lynen: „Die Ausfallliste zeigt, dass wir schon auf der Felge laufen. Aber wir sind dennoch nicht komplett ohne Rad unterwegs. Sennes Verletzung ist ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich. Ziel ist, dass er nach der Länderspielpause wieder zu uns stößt. In den letzten Jahren hat Senne gezeigt, wie unersetzlich er ist. Das mussten wir in der letzten Woche schon kompensieren. Dazu einen Spieler wie Jens Stage nicht zur Verfügung zu haben, wiegt umso schwerer, weil er zum einen ein absoluter Führungsspieler und zum anderen unser bester Torschütze ist. Deshalb muss ich schon tiefer im Kader suchen, wer das kompensieren kann."

…die Kompensationsmöglichkeiten: „Die Geschichte des Spiels kann dann vielleicht sein, dass Leo Bittencourt vor seinem 300. Bundesligaspiel steht. Insgesamt müssen wir vielleicht auch etwas anders planen, was die Positionen betrifft. Durch die Rückkehrer Samuel Mbangula, Felix Agu und Karim Coulibaly eröffnen sich uns wieder mehr Optionen, weil sie nicht mehr auf unter 45 Minuten reduziert sind. Da gibt es die Möglichkeit, sie früher oder auch von Beginn an zu bringen, um die Ausfälle im Zentrum zu kompensieren."

…Patrice Čović als Option: „Ich glaube, gerade wenn man ein junger Profi ist, ist man unbekümmert und kann in so einer Partie vielleicht auch zeigen, wie gut man ist. Die Eindrücke, die ich von Patrice aus den letzten Wochen hatte, zeigen, dass er eine große Zukunft vor sich hat. Er ist ein sehr guter Fußballer, der eine hohe Qualität im Torabschluss und im Passspiel hat. Was ihm vielleicht noch ein wenig abgeht, ist das Energetische - offensiv wie defensiv - die Robustheit im Zweikampfverhalten. Das sind aber alles Dinge, die wir ihm beibringen können. Er hat letzte Woche Minuten gesammelt und aufgrund der Ausfälle ist es auch sehr wahrscheinlich, dass er wieder Minuten sammeln wird. Ob das von Beginn an sein wird, ist mit einem Fragezeichen behaftet. Gerade weil wir auch Spieler im Zentrum haben, die dort in letzter Zeit Qualität aufgezeigt haben. Ich brauche im Laufe des Spiels auch einfach noch Handlungsoptionen und die sind gerade eben deutlich geringer."

Jens Stage klatscht nach einem Spiel Beifall.
Jens Stage fehlt in Wolfsburg aufgrund einer Sperre nach seiner fünften Gelben Karte (Foto: W.DE).

...die nötige Schärfe nach der Niederlage gegen Mainz: „Ich habe alles wieder ein bisschen reduziert. Ich fand, dass wir kritisch miteinander umgegangen sind, vielleicht aber auch ein bisschen zu kritisch waren. Nicht weil wir in der Partie keine Dinge vorgefunden hätten, in denen wir uns schon ein bisschen weiter wähnten, sondern es war vielmehr der Fall, dass ich gesagt habe, die Saison wird für uns bis zum Ende hart. Wir müssen es ein bisschen mit einem Boxkampf vergleichen. Wir haben sehr viel einstecken müssen in den ersten Runden, haben dann zweimal selbst ausgeteilt und jetzt war es wieder eine Runde, in der wir nicht gepunktet haben. Es sind jetzt noch ein paar Runden zu gehen. Inhaltlich ging es auch darum, dass wir in den Räumen wieder schärfer werden. Wir haben sehr viel im Positionsspiel gearbeitet. Aber wir standen gegen Mainz wieder genau da, wo wir vor ein paar Wochen waren: Zwischen den Sechzehnern gut, in den Sechzehnern jedoch nicht ausreichend. Die Lösung ist, dass wir die Jungs wieder dahinbringen, unter Druck Abschlüsse zu generieren und in Unterzahl zu verteidigen."

…die Bedeutung des Spiels: „Es ist ein bedeutendes Spiel. Das steht außer Frage. Aber nehmen wir wieder das Bild des Boxkampfes. Es ist wieder nur eine Runde. Es wird sich am Wochenende nicht entscheiden, ob wir in der Bundesliga bleiben. Deswegen würde ich es im Gesamtkontext wieder als Runde und nicht als Finale sehen. Aber natürlich wären wir gerne mit einem Polster von sieben Punkte nach Wolfsburg gefahren. Das Gute ist: Egal, wie die Partie ausgeht, wir werden vor den Wolfsburgern bleiben. Das eröffnet uns die Chance, zwei Wochen später wieder ein anderes Gesicht zu zeigen, wenn der Druck so groß werden sollte, dass wir nicht als Sieger vom Platz gehen. Aber unsere Aufgabe ist es, die Mannschaft so vorzubereiten, dass wir dieses wichtige Spiel gewinnen."

...den VfL Wolfsburg als Gegner: „Ich glaube, auch wenn Dieter Hecking bisher nicht ganz so viel Zeit hatte, dass er trotzdem aufgrund seiner Erfahrung und den Szenarien, die er schon erlebt hat, in der Lage ist, eine Mannschaft so vorzubereiten, dass sie am Ende erfolgreich sein kann. Ich sehe aber auch, dass wir mit diesem Spiel wieder eine Riesenchance haben. Ich glaube, dass es am Wochenende einfach um die Grundtugenden gehen wird. Beide Mannschaften wollen die Liga halten. Beide Mannschaften können aber auch Fußball spielen."

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