"Müssen alles machen, um zu punkten"

JENS STAGE IM INTERVIEW VOR DEM AUSWÄRTSSPIEL BEI DER TSG HOFFENHEIM

07.05.26 von Tom Ole Theilken | 5 Min

Jens Stage schaut konzentriert und spricht. Im Hintergrund ist eine Wand mit einer Werder-Raute zu sehen.

Jens Stage und der SV Werder benötigen noch einen Punkt, um den Bundesliga-Klassenerhalt in der Spielzeit 2025/26 aus eigener Kraft zu sichern. Die Chance dazu haben die Grün-Weißen an diesem Samstag, 09.05.2026, 15.30 Uhr, bei der TSG Hoffenheim (live auf Sky, in der DAZN-Konferenz und im Live-Ticker auf WERDER.DE). Im Interview mit WERDER.DE erklärt Vize-Kapitän Stage, warum es so wichtig ist, den benötigten Zähler selbst zu holen, wie dies gelingen soll und warum er gerne an das letzte Gastspiel in Sinsheim zurückdenkt.

WERDER.DE: Moin Jens, du warst in den letzten Tagen ein bisschen am Kränkeln. Wie geht’s dir?

Jens Stage: Ich fühle mich besser, bin wieder fit und stand heute bereits auf den Platz.

WERDER.DE: Das freut uns! Am Wochenende spielt ihr auswärts bei der TSG Hoffenheim. Wenn du an Hoffenheim denkst, was fällt dir als allererstes ein?

Jens Stage: Ich weiß glaube ich, worauf du mit der Frage anspielst. Ich denke natürlich an unser letztes Auswärtsspiel in Hoffenheim. Das war richtig geil.

WERDER.DE: Genau darauf wollten wir hinaus! War der 4:3-Auswärtssieg in der vergangenen Saison mit deinem Dreierpack eines deiner besten Spiele?

Jens Stage: Ja! Ich glaube, wenn du drei Tore machst, dann muss es eines deiner besten Spiele sein, sonst musst du schon der beste Spieler der Welt sein (lacht). Es war für mich unglaublich. Für mich war es das erste und – wer weiß vielleicht auch das letzte Mal, dass ich drei Tore in einem Spiel gemacht habe.

WERDER.DE: Wir hätten nichts dagegen, wenn du den Dreierpack wiederholst. Du beweist deine Torgefährlichkeit immer wieder. Aber wie besonders ist das Gefühl, wenn man gleich dreifach trifft und man selbst merkt, dass an diesem Tag „alles“ geht?

Jens Stage: Ich glaube, ganz viel im Fußball kommt mit dem Selbstvertrauen - sowohl als Mannschaft, aber auch als individueller Spieler. Mit viel Selbstvertrauen spielst du immer besser Fußball. Dann triffst du auch das Tor besser. Wenn du dann einen Treffer erzielst, fallen die nächsten Tore bei vielen Spielern auch schnell hintereinander. Dann triffst du in kürzester Zeit sehr oft, dann mal wieder ein paar Spiele nicht. Das ist für mich ganz normal. Es fängt immer mit dem Selbstvertrauen an.

Jens Stage rutscht auf den Knien.
Stage schnürre beim spektakulären 4:3-Sieg in Sinsheim in der vergangenen Saison einen Dreierpack (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Blicken wir kurz zurück. Wie gut habt ihr die 1:3-Niederlage gegen Augsburg verdaut?

Jens Stage: Ich war wegen meiner Krankheit am Anfang der Woche nicht direkt hier. Aber ich kann sagen, dass ich viel über das Spiel nachgedacht und überlegt habe, wie wir einfach am nächsten Wochenende besser auf dem Platz stehen können. Ich bin mir sicher, dass die Jungs gut gearbeitet haben und dass das Augsburg-Spiel nur noch kurz, vielleicht am Sonntag und am Montag, in den Köpfen war. Ja, wir haben ein schlechtes Spiel gemacht, aber es geht weiter und wir müssen am Samstag wieder Punkte holen.

WERDER.DE: Deine Mitspieler sprachen u.a. davon, dass man selbst schuld an der Niederlage sei, weil die Bereitschaft – vor allem im ersten Durchgang – gefehlt habe. Wie bewertest du das?

Jens Stage: Im Fußball ist man bei Niederlagen eigentlich immer selbst schuld. Wir waren nicht gut genug. Das wissen alle. Jedes Spiel ist nicht perfekt. Dieses Match war auf gar keinen Fall perfekt, aber es geht weiter und wir haben noch Chancen, Punkte zu holen und ein gutes Spiel zu machen. Das ist jetzt der Fokus.

Wir müssen unseren Teamspirit bringen, zusammenstehen, hart arbeiten und gute Zweikämpfe führen.

Jens Stage

WERDER.DE: Stichwort „Punkte“. Am Samstag könnt ihr den endgültigen Klassenerhalt perfekt machen. Wie wichtig wäre es euch, dass ihr es selbst mit einem Punktgewinn klar macht?

Jens Stage: Das wird wichtig! Wir können nicht auf die anderen Teams schauen. Wir können uns nur auf unser Spiel fokussieren. Jetzt kommt ein guter Gegner. Aber wir haben bei Hoffenheim eben letzte Saison auch gewonnen. Wir müssen alles machen, um dort zu punkten. Dafür müssen wir mit Vollgas und dem Selbstvertrauen aus den Spielen vor Augsburg reingehen. Dann holen wir die Punkte selbst.

WERDER.DE: Hoffenheim kämpft noch um die Teilnahme an der Champions League. Was erwartest du für einen Gegner und wo liegen die Stärken der TSG?

Jens Stage: Sie sind ein super Team, was allein schon die Tabelle zeigt. In der Bundesliga gibt es nie einfache Spiele. Aber gegen sie wird es richtig schwer, da sie mit viel Energie und sehr viel Tempo spielen. Sie haben das Selbstvertrauen, das kann man sehen. Dieses Gefühl von Power müssen wir eben auch von der ersten Sekunde zeigen. Die Basics, wie Zweikämpfe und die Laufbereitschaft, müssen da sein. Dann wissen wir aber auch, wie gut wir Fußball spielen können.

WERDER.DE: Du sprichst es an. Die Statistik zeigt, dass Hoffenheim das laufstärkste Team der Liga ist und mit einer hohen Intensität agiert. Wie spielt man gegen so eine Mannschaft?

Jens Stage: Natürlich müssen wir Vieles aus dem letzten Spiel gegen Augsburg ändern. Wir müssen unseren Teamspirit bringen, zusammenstehen, hart arbeiten und gute Zweikämpfe führen. Mit dem Ball müssen wir Situationen finden, in denen wir den Ball länger halten und richtig Druck aufbauen können. Das ist eine Frage der Balance. Diese müssen wir finden. Sie werden mit viel Druck kommen, dafür müssen wir bereit sein.

WERDER.DE: Bereits in Stuttgart habt ihr bewiesen, dass ihr mit Teams dieser Qualitätsklasse mithalten könnt. Macht das Spiel Mut, dass auch in Hoffenheim etwas möglich ist?

Jens Stage: Ich glaube an unseren guten Tagen können wir gegen alle Gegner Punkte holen. Das haben wir in Stuttgart mit einer super Leistung gezeigt. So eine Performance müssen wir wieder bringen und das muss auch das klare Ziel sein. Ich glaube dafür sind wir auch alle bereit.

WERDER.DE: Wir wünschen viel Erfolg in Hoffenheim. Danke für deine Zeit, Jens!

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