Lauffreudige Offensivpower

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN ZUM KOMMENDEN GEGNER TSG HOFFENHEIM

06.05.26 von Fiona John | 4 Min

Zwei Fußballspieler, einer in Grün und der andere in Weiß, kämpfen während eines Spiels auf einem Rasenfeld um den Ball.

Den Aufritt auf der internationalen Bühne 2026/27 hat sich die TSG Hoffenheim zwei Spieltage vor Schluss bereits gesichert. Für die Kraichgauer geht es im Saisonendspurt allerdings noch um nichts geringeres als den Sprung in die Königsklasse. Ein Blick auf die Zahlen, Daten und Fakten vor dem Duell mit dem SV Werder am Samstag, 09.05.2026, 15.30 Uhr (live auf Sky, in der DAZN-Konferenz und im Live-Ticker auf WERDER.DE) verrät, mit welchen Stärken die Elf von Christian Ilzer die Mission Champions League angeht – und welche Schwächen die Grün-Weißen nutzen könnten.

Volle Offensive: Die TSG erzielte in den ersten 32. Spielen dieser Saison 64 Tore und damit mehr als die Bundesliga-Konkurrenz im Durchschnitt (51). Gemessen am xGoals-Wert, der lediglich bei 55 Toren liegt, hat Hoffenheim deutlich häufiger genetzt, als zu erwarten war. Top-Torschütze Andrej Kramarić und seine Kollegen brauchen nur sieben Versuche, um zu jubeln – zum Vergleich: Ligaprimus Bayern braucht fünf. Insgesamt erspielten sich die Kraichgauer 47 Großchancen, wovon sie 57,4% verwerten. In dieser Statistik ist ebenfalls nur der FCB besser.

Über den Erwartungen: Kramarić steht mit seinen 14 Treffern nicht nur am häufigsten auf der Anzeigetafel, mit seinen fünf Vorlagen ist er zudem auch bester Scorer der TSG. Damit traf er deutlich häufiger, als der xGoals-Wert mit 11,47 erwarten ließ. Gleich vier Mal in diesem Kalenderjahr schnürte der 34-Jährige einen Doppelpack, acht seiner 14 Tore schoss er in der Rückrunde. Auch Fisnik Asllani übertrifft die Erwartungen (xGoals 9,33) und verwandelte zehn seiner 70 Torschussversuche. Sieben Mal bediente er einen Mitspieler und reiht sich bei den Scorern damit direkt hinter seinem Offensivkollegen ein.

Bogenlampe lieber aus dem Spiel: Die Ilzer-Schützlinge erzielten 52 ihrer 64 Tore aus dem Spiel heraus. Dabei sind Flanken das häufigste Mittel der Wahl. 352 Hereingaben schlugen Vladimir Coufal (er allein 105) und Co.. 83 davon führten zum Torabschluss, zwölf landeten hinter der Linie (jeweils 2. im Ligavergleich). Die TSG holt zwar auch die zweitmeisten Ecken heraus (180), Standard-Hereingaben von der Fahne fanden im Anschluss aber nur drei Mal den Weg ins Tor (14. im Vergleich). Dabei spielt auch das Kopfballspiel eine entscheidende Rolle. Zwölf Mal schädelten Kramarić und Co. ein, nur der BVB noch häufiger.

Fußballspieler zweier Mannschaften kämpfen auf dem Spielfeld um den Ball. Die eine Mannschaft trägt weiße Trikots, die andere grüne. Im Hintergrund sind das Stadion und die Zuschauer zu sehen.
Für die Grün-Weißen gilt es Top-Scorer Andrej Kramarić zu stoppen (Foto: Nordphoto).

Wer mehr läuft, gewinnt: Die große Anzahl an Toren aus dem Spiel heraus ist kein Zufall. Die TSG ist das laufstärkste Team der Liga. Die Hoffenheimer legen pro Spiel nicht nur die größte Laufdistanz zurück (im Durchschnitt 123 Kilometer pro Partie), sondern ziehen mit 179 Sprints pro Spiel auch am zweithäufigsten das Tempo an. 748 intensive Läufe pro Spiel – ligabestwert – runden die Statistiken ab. Flankenexperte Coufal ist läuferisch ganz vorne mit dabei. Der Tscheche spulte in dieser Saison bereits 378,22 Kilometer ab, machte 2.655 intensive Läufe und zog nach Bazoumana Touré (729) die meisten Sprints (700) aller Kraichgauer.

Selber laufen, statt laufen lassen: So fleißig Hoffenheim läuferisch ist, so wenig läuft der Ball. Die TSG hatte bisher nur 52,3% Ballbesitz und spielte nur 14.240 Pässe (8.), wovon 81,8% beim Mitspieler ankamen. Allerdings scheut bei der TSG niemand die direkten Duelle: Einzig Augsburg bestritt mehr Zweikämpfe als Hoffenheim (durchschnittlich 201 Duelle pro Partie). Die Anzahl an gewonnenen Zweikämpfen ist mit 48,9% ausbaufähig, in der Luft wurden immerhin 52,4% für sich entschieden.

Die TSG darf nicht in Führung gehen: Das letzte Mal, dass die Ilzer-Elf ein Spiel nach Führung noch verlor, ist bereits über ein Jahr her - 38 Spiele sind seitdem vergangen. Die TSG erledigt ihre Defensivaufgaben fleißig, kassierte mit 48 Gegentoren in dieser Saison weniger als der Ligadurchschnitt (51) und auch weniger, als der xGoals-Wert (50) vermuten ließ. Dennoch liegt das letzte Duell ohne Gegentor bereits zehn Spieltage zurück. Die Defensive ließ in der ganzen Saison zwar nur ein Tor nach Freistoß zu, zeigte sich bei Standards dennoch anfällig. 14 Gegentore fielen nach einem ruhenden Ball des Gegners. Auch bei Umschaltsituationen gibt es teilweise Schwierigkeiten. Einzig Stuttgart (42) ließ mehr Torschüsse der Gegner nach einem Konterangriff zu als Hoffenheim (39). Daraus resultierten neun Gegentore.

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