Heimsieg in der Jugendbundesliga
19.02.26 von David Lobzhanidze
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Am Sonntag, den 15.02., stand die 6. Runde der Jugendbundesliga an. Zu Hause in Bremen empfingen wir den KSV Rochade Göttingen.
Wie erwartet reisten unsere Gegner nahezu in Bestbesetzung an und machten von Beginn an deutlich, dass sie uns nichts schenken würden. Zwar waren wir an allen Brettern nach Rating favorisiert, doch auf dem Brett zeigte sich schnell, dass uns ein hart umkämpfter Wettkampf bevorstand. Von einem entspannten Nachmittag konnte keine Rede sein – lange Zeit war völlig offen, in welche Richtung sich der Mannschaftskampf entwickeln würde.
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Als Erster war Finn Helms an Brett zwei fertig. Sein Gegner tappte mit Schwarz in der Paulsen-Kan-Variante in eine Falle – wobei es objektiv eigentlich gar keine war.
In der Diagrammstellung nach 8…Sxc3+ 9.a3! Lf8! 10.bxc3 ist die Stellung weiterhin unklar.
Stattdessen entschied sich Schwarz jedoch für das ungenaue 8…Da5? – ein folgenschwerer Fehler.
Nach 9.Dxg7 Lxc3+ 10.bxc3 Dxc3+ 11.Ke2 Dxa1 12.Dxh8+ Ke7 ....
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... entstand folgende Stellung:
Hier fand Finn einen sehr schönen und vor allem präzisen Abschluss:
13.Sf5+! exf5 14.La3+ – und Schwarz gab sofort auf.
Denn nach 14…d6 15.exd6 fällt die schwarze Dame auf der langen Diagonale. Ein taktisch beeindruckendes Motiv und ein wirklich schönes Bild zum Abschluss der Partie!
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An Brett 1 bekam es CM Max Weidenhöfer mit Antal Mimkes zu tun. Gerade in der heutigen Zeit können Eröffnungen brandgefährlich sein: Eine einzige Ungenauigkeit von Max mit Schwarz reichte aus, und schon musste er die gesamte Partie über verteidigen.
Zwischendurch bot sich ihm sogar eine versteckte Gewinnchance, nachdem sein Gegner eine taktische Möglichkeit übersehen hatte. Doch diese Ressource blieb unentdeckt, und so fand sich Max wenig später in einem Endspiel mit einem Minusbauern wieder.
Trotzdem gab er sich nie geschlagen, kämpfte bis zum Schluss zäh weiter und wurde schließlich mit einem hart erarbeiteten Remis belohnt.
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Auch Tim Zimmer geriet mit Schwarz nach der Eröffnung stark unter Druck. Lange Zeit musste er eine schwierige Stellung verteidigen und präzise Züge finden, um nicht entscheidend ins Hintertreffen zu geraten.
Doch im weiteren Verlauf gelang es ihm, seinen Gegner auszutricksen und die Qualität zu gewinnen. Die Verwertung dieses Vorteils war allerdings alles andere als einfach – zwischenzeitlich war die Stellung keineswegs klar besser für ihn.
Schließlich schaffte es Tim jedoch, den gegnerischen König tief in seine eigene Stellung zu locken. Und plötzlich befand sich der weiße Monarch in einem Mattnetz – ein stark herausgespielter Sieg!
In der Diagrammstellung gewinnt Schwarz mit 44…Tg8! 45.Kh6 Tb7! den weißen Läufer – und damit auch die Partie.
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Die Partie von Luc Eitel mit Weiß verlief über weite Strecken sehr ausgeglichen. Im Endspiel Springer gegen Läufer lehnte er ein Remis ab, da er unbedingt auf Gewinn spielen wollte.
Dabei überzog er die Stellung jedoch etwas und geriet leider in ein verlorenes Bauernendspiel.
Alexander Lattreuter stand mit Schwarz in einer Caro-Kann-Stellung die meiste Zeit sehr gut. Im Mittelspiel überspielte er seinen Gegner klar, verpasste jedoch eine direkte Gewinnvariante.
Anschließend mündete die Partie in ein ausgeglichenes Turmendspiel, in dem sich schließlich keiner der beiden entscheidend durchsetzen konnte – Remis.
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Samuel Pfeffer gewann seine Partie mit Weiß gegen die Grünfeld-Indische Verteidigung.
In der Diagrammstellung gewinnt Weiß mit 20.Lxc6! eine Leichtfigur. Nach 20…bxc6 folgt 21.La5!, und Schwarz kann den Materialverlust nicht mehr verhindern.
Mit dem Endergebnis von 4:2 können wir zufrieden sein. Damit belegen wir aktuell den 3. Platz in der Tabelle – ein starkes Ergebnis, auf dem sich aufbauen lässt. Die nächste Runde findet am 19.04. statt. Zudem muss noch die im Januar ausgefallene Doppelrunde nachgeholt werden. Ein Termin dafür steht allerdings noch nicht fest.
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