Jari Reuker gewinnt NordWest-Cup in Bad Zwischenahn

05.02.26 von David Lobzhanidze

Team Werder in Bad Zwischenahn

Die 27. Auflage des traditionellen Bad Zwischenahner Turniers NordWest-Cup, eines regional bedeutenden Opens, fand in diesem Jahr vom 29. Januar bis 2. Februar 2026 statt. Der Werderaner Jari Reuker gewann das A-Turnier souverän mit 6 Punkten aus 7 Partien. Im B-Open belegte Henry Engelhaupt den sensationellen dritten Platz.

In diesem Jahr war das Turnier besonders stark besetzt: Sieben Großmeister gingen an den Start im A-Turnier. Entsprechend eng gestaltete sich der Kampf um den Turniersieg. Vor der letzten Runde lagen gleich sieben Spieler mit jeweils fünf Punkten an der Spitze. Der Werderaner IM Jari Reuker gewann seine Partie gegen FM Jasper Holtel, während alle anderen Mitfavoriten unentschieden spielten. Damit sicherte sich Jari, der als Nummer 9 der Setzliste ins Turnier gegangen war, am Ende den alleinigen Turniersieg. Herzlichen Glückwunsch, Jari!

Siegerehrung: Erik van den Doel (2.Platz), Michael S. Langer (NSV-Präsident), Jari Reuker, Martin Sebastian (Haupt-Schiedsrichter)

Jari spielte insgesamt ein sehr starkes Turnier und agierte mit beiden Farben äußerst souverän. In keiner Partie geriet seine Stellung ernsthaft in Gefahr.

In der entscheidenden Partie setzte Jari seinen Gegner mit den schwarzen Steinen geschickt unter Druck. In der Diagrammstellung folgte das clevere und energische 39…f5!, um mehr Raum zu gewinnen und gegnerische aktive Ideen wie Se4 zu unterbinden. Die Engine bewertet den Zug als den besten, und der Gegner stand nun vor einer schwierigen Entscheidung: Sollte er en passant schlagen oder nicht? Mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr und unter dem zusätzlichen Zeitdruck war dies eine echte psychologische Herausforderung – besonders da es die letzte Entscheidung vor der Zeitkontrolle war. Ganz gleich, wie er sich entschied, die Stellung blieb allerdings in allen Varianten klar besser für Schwarz. Jari konnte seinen positionellen Vorteil kurz darauf erfolgreich umsetzen.

Der Titel blieb somit erneut bei Werder: Bereits im Vorjahr hatte FM Lara Schulze den NordWest-Cup gewonnen. Eine erfolgreiche Tradition, die gerne fortgesetzt werden darf.

Lara selbst gewann in diesem Jahr den Frauenpreis.

Eine sensationelle Leistung zeigte unser 13-jähriges Nachwuchstalent Henry Engelhaupt beim B-Turnier. Henry spielte ein äußerst solides Turnier, überzeugte mit reifer Spielqualität und erzielte beeindruckende 6 Punkte aus 7 Partien – damit sicherte er sich den dritten Platz! Bravo, Henry!

Lara Schulze und Michael S. Langer
Henry (ganz links) bei der Siegerehrung
Lara ist startbereit
Henry am Brett

Die Beteiligung der Werderaner am Turnier war sehr hoch. Inzwischen ist es zu einer Tradition geworden, dass wir mit einer ziemlich großen Gruppe von Jugendlichen zum Turnier reisen. Gute Unterkunftsmöglichkeiten in der unmittelbaren Nähe des Spielorts sorgen für kurze Wege, was sicherlich vorteilhaft und attraktiv ist. Insgesamt waren 21 Werderaner in allen vier Turnieren vertreten. Wie im letzten Jahr gab es die Turniere A, As, B und C Open.

Im A-Open erzielten gleich acht Spieler 5,5 Punkte aus 7 Partien und teilten sich die Plätze 2 bis 9. Darunter befand sich der Werderaner GM Oleg Korneev, der mit vier Siegen und drei Unentschieden am Ende den siebten Platz belegte.

Einen halben Punkt weniger, 5 aus 7, erreichte IM Gerlef Meins.

Unsere Nachwuchsspieler Max Weidenhöfer und Finn Helms holten 4 Punkte aus 7 Partien. Max spielte ungefähr seiner Zahl entsprechend, Finn gewann gute 43 Elo-Punkte und spielte gegen zwei erfahrene Großmeister.

GM Oleg Korneev
Gerlef Meins
IM Viktor Nielsen - Max Weidenhöfer
GM Gutman - Finn Helms

Ture Jablonski und Luc Eitel nahmen am As-Open teil.

Luc erzielte mit zwei Siegen und drei Unentschieden insgesamt 3,5 Punkte und durfte sich über einen Zugewinn von 54 Elo-Punkten freuen.

Ture zeigte in mehreren Partien gute Ansätze, konnte seine Vorteile aber noch nicht vollständig nutzen – ein vielversprechendes Potenzial für kommende Partien und Turniere.

Luc Eitel
Ture Jablonski

Die größte Gruppe von Werderanern, darunter viele Jugendliche, spielte im B-Open. Nach Henry erzielte David Feichtner die höchste Punktzahl. Mit 4,5 Punkten spielte er ungefähr seine erwartete Leistung und blieb im Erwartungsbereich.

Der 9-jährige Edwin Wachtel konnte ebenfalls seine Elo-Zahl bestätigen. Auch Paul Klugkist und Jan Finnian Halich blieben im Erwartungsbereich.

David Feichtner
Edwin Wachtel
Paul Klugkist
Jan Finnian Halich

Ein sehr gutes Turnier spielte der 11-jährige Anton Höggemeier. Mit 3 Punkten aus 7 Partien gegen deutlich höher bewertete Gegner sammelte er 27 Plus-Elo-Punkte – und noch deutlich mehr DWZ-Punkte, die genaue Zahl wird noch ermittelt.

Ebenso ein sehr gutes Turnier spielte Ben Weidenhöfer, der 3,5 Punkte aus 7 Partien erzielte und dabei 56 Elo-Punkte gewann.

Anton Höggemeier
Ben Weidenhöfer - Jens Kardoeus

Alexander Völpel und Haiyang Yao zeigten sehr gute Ansätze, ließen jedoch zu Beginn zu viele Chancen ungenutzt.

In der zweiten Turnierhälfte punkteten sie – ebenso wie Leonardo Völpel – sehr gut, blieben am Ende jedoch knapp im Minusbereich.

Timo Kollmann spielte im C-Open und erzielte 4 Punkte aus 7 Partien, womit er im erwarteten Leistungsbereich blieb.

Alexander Völpel
Leonardo Völpel
Haiyang Yao
Timo Kollmann

Die Gruppenreise mit den Jugendlichen zum NordWest-Cup war auch dieses Jahr ein großer Erfolg. Die Bronzemedaille von Henry im B-Turnier ist zweifellos kein Zufall und bestätigt die kontinuierliche Arbeit. Es war sehr schade, dass sechs unserer starken Nachwuchsspieler krankheitsbedingt kurzfristig absagen mussten. Viele Kinder zeigten sehr gute Leistungen, und alle konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Die gemeinsame Zeit wurde von allen sehr genossen.

Das Warten auf Pizzen

Die An- und Abreise verlief reibungslos, trotz des kalten Wetters, und auch sonst gab es keine Zwischenfälle. Die Trainer nutzten die kalten Tage in Bad Zwischenahn intensiv für Partienanalysen und Vorbereitung.

Die meiste Zeit lag Schnee, und es war ziemlich kalt – bei den kurzen Spaziergängen konnte ich sogar die gefrorene See bewundern.

Das Spiellokal
Der gefrorene See

Ich habe mir vorgenommen, Bad Zwischenahn auch einmal im Sommer zu besuchen.

Ein besonderer Dank geht an Collin, der die Gruppenreise organisiert hat. Zwar konnte er wegen Prüfungen nicht selbst mitfahren, hat uns aber an einem Tag besucht. Ebenfalls vielen Dank an Robin, der zusammen mit dem Berichterstatter intensiv die Partienanalysen und Vorbereitungen betreut hat.

Besonders danken wir den Eltern Martin und Hartmut, die vor Ort für uns lecker gekocht und alle anderen Haushaltsaufgaben übernommen haben, sodass die Spieler und Trainer sich komplett aufs Schach konzentrieren konnten.

Zu jeder Sportveranstaltung, zu der wir fahren, bringen wir die Werderaner Harmonie und Teamspirit mit – auch diesmal war dies deutlich spürbar.

Werderaner Harmonie

Die Tradition kann weitergehen: Eine mündliche Absprache mit dem Betreiber der Pension besteht bereits, und wir dürfen auch im nächsten Jahr die Gastfreundschaft unseres freundlichen Gastgebers genießen.

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