SV Werder gewinnt gegen SV Deggendorf und FC Bayern München
Schachbundesliga
12.02.26 von David Lobzhanidze
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Das vergangene Wochenende war äußerst erfolgreich für unsere erste und zweite Mannschaft. Werder 1 spielte in der Nachbarschaft in Kirchweyhe gegen den SV Deggendorf und den FC Bayern München und gewann beide Wettkämpfe knapp.
Das neue Schachschloss in Kirchweyhe ist inzwischen eine bekannte Adresse für die Schach-Bundesligisten. Am Samstag spielten wir dort in der 5. Runde der Schachbundesliga gegen den SV Deggendorf. Die Gegner hatten auf dem Papier eine starke Aufstellung. Bisher waren sie jedoch meist mit ihrer zweiten Besetzung angetreten. Dadurch befinden sie sich aktuell in der Abstiegszone. Deshalb war zu erwarten, dass sie nun verstärkt auftreten würden.
Tatsächlich stellten sie gegen uns zusätzlich drei indische Großmeister auf, darunter den Weltklassespieler GM Arjun Erigaisi, die aktuelle Nummer 5 der Weltrangliste. An den mittleren Brettern waren wir etwas stärker, insgesamt versprach es jedoch eine sehr spannende Begegnung zu werden.
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Unser Brett 1, GM Hayk Martirosyan, musste mit Schwarz gegen GM Arjun Erigaisi verteidigen. Am Brett entstand eine sehr seltene Variante des abgelehnten Damengambits. Hayk gelang es bereits im 7. Zug mit Schwarz, eine Neuerung anzuwenden. Obwohl er zwischenzeitlich etwas unter Druck stand, konnte er recht schnell ausgleichen und spielte schließlich ein sehr souveränes Remis.
Die solide und stabile Leistung von Brett 1 hatte auch psychologisch eine sehr positive Wirkung auf die Mannschaft.
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Unser Bestscorer am Wochenende war der niederländische GM Lucas van Foreest mit zwei Siegen.
Am Samstag setzte Lucas seinen Gegner mit Weiß von Anfang an unter Druck und erreichte ein etwas besseres Endspiel. Schwarz konnte die zunehmend größer werdenden Probleme nicht lösen.
In der Diagrammstellung gab Schwarz auf. Sein Springer ist nicht mehr zu retten.
GM Zahar Efimenko und GM Zbynek Hracek remisierten mit Schwarz ziemlich schnell. FM Lara Schulze stand am Anfang leicht besser. Nach dem Damentausch verschlechterte sich die Stellung etwas, aber Lara hat das Endspiel mit den ungleichfarbigen Läufern sehr gut verteidigt, indem sie zum passenden Zeitpunkt durch ein Bauernopfer ihren Läufer aktivierte. Remis.
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GM Bobby Cheng spielte mit Weiß gegen die damenindische Verteidigung eine Variante, in der man typischerweise einen Bauern opfert und dafür dauerhafte Kompensation erhält. Später erreichte er ein besseres Turmendspiel und konnte seinen Vorteil zum vollen Punkt verwerten.
Dadurch stand es plus zwei für uns, aber wir mussten in den restlichen Partien zwei schlechte Stellungen verteidigen.
GM Szymon Gumularz stand mit Schwarz nach der Eröffnung eigentlich ganz gut. Sein Gegner, der indische GM Diptayan Gosh, schaffte es jedoch, den Springer auf f5 sehr stark zu positionieren, wodurch er sehr gute Angriffsaussichten erhielt. Szymon verteidigte sich sehr zäh, musste sich aber im tiefen Endspiel geschlagen geben, nachdem er zwischenzeitlich eine Qualität verloren hatte.
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Auch GM Luke McShane musste im Mittelspiel eine Qualität abgeben. Er konnte jedoch im Endspiel die Stellung noch retten.
Dieses Diagramm spiegelt den Verlauf des Wettkampfes gut wider: Alles war hart umkämpft bis zu den letzten Chancen. Hier hat Schwarz zwar verhindert, dass der weiße König in die richtige, also weiße Ecke läuft, doch ihm fehlt der letzte Schritt: Schwarz kann den weißen König nicht nach h8 zwingen. Eine Festung – Remis nach 102 Zügen.
Das Endergebnis: 4,5:3,5 – ein verdienter, hart erkämpfter Sieg.
Am Sonntag trafen wir auf den FC Bayern München – eine Begegnung, die auch im Schach stets mit großer Spannung erwartet wird. Im vergangenen Jahr mussten wir uns noch geschlagen geben. Doch diesmal gelang uns die Revanche.
Die Partien an den ersten fünf Brettern verliefen sehr friedlich und endeten remis. Die Spieler agierten vorsichtig und wollten kein großes Risiko eingehen. Ganz anders war der Verlauf in den verbleibenden drei Partien, in denen jeweils die Spieler mit den schwarzen Figuren gewinnen konnten.
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Aus einer zunächst völlig ausgeglichenen, symmetrischen Stellung (siehe Diagramm) erarbeitete sich GM Lucas van Foreest am Brett 6 mit den schwarzen Steinen dank präziser Manöver und eines auf beiden Seiten nicht ganz fehlerfreien Schlagabtauschs ein klar vorteilhaftes Endspiel.
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Nach weiteren Vereinfachungen blieb ihm ein Springer gegen einen Läufer – bei zugleich deutlich besserer Bauernstruktur.
In der Diagrammstellung sicherte sich Schwarz mit dem simplen Manöver Kg5–h4 den Bauern auf h3 und brachte die Partie damit entscheidend auf die Siegerstraße.
GM Zbynek Hracek agierte in der Eröffnungsphase leider etwas ungenau und konnte seinen geopferten Bauern nicht mehr zurückerobern. Trotz des Minusbauern erreichte er nahezu Ausgleich, konnte die Stellung am Ende jedoch nicht halten.
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In einer spannenden Variante der englischen Verteidigung opferte sie mit Schwarz einen Bauern und erhielt dafür mehr als ausreichend Kompensation, wodurch sie die Initiative im Spiel übernahm.
In der Diagrammstellung kompensierte Schwarz den Minusbauern und die optisch schlechtere Bauernstruktur durch einen Entwicklungsvorsprung und sehr aktives Figurenspiel. Nach 15…Da5+ 16.Kf1 Db5+ wurden die schwarzen Figuren auf dem Damenflügel äußerst aktiv. Lara brachte die Partie souverän zum Sieg. Sie kommentierte die Partie für uns; die Partie ist unten angehängt.
Erneut gelang uns ein knapper, aber verdienter Sieg mit 4,5:3,5 – ein sehr wichtiger Erfolg. Dadurch konnten wir den FC Bayern München einholen und liegen nun als Nachbarn in der Tabelle. Knapp über die Hälfte der Runden ist gespielt (8 von 15). Momentan stehen wir auf einem guten 5. Platz – eine solide Ausgangsposition vor unserem Heimspiel, bei dem wir am 28.02. und 01.03. den Tabellenführer SC Viernheim sowie den drittplatzierten Sfr. Wolfhagen in Bremen im Atlantik Hotel Galopprennbahn empfangen.
Laras Bericht ist hier zu finden:
Schachspielerin | Lara Schulze | Bremen
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